Aachen: Eigene Halle für Superrechner

Aachen: Eigene Halle für Superrechner

Im März erhält die Rheinisch-Westfälisch Technische Hochschule (RWTH) Aachen einen neuen Supercomputer. Und klar ist, mit einem schlichten Rechner aus dem heimischen Büro hat dieser Hochleistungsrechner wahrlich nichts gemein.

Die Dimensionen sind unvorstellbar: Gesamtleistung, Speicher und Größe übersteigen die Vorstellungskraft eines „normalen” Nutzers bei weitem - Forschern und Wissenschaftlern der RWTH zaubern die Daten allerdings ein Lächeln ins Gesicht. Der Rechner verfügt über 28000 Prozessorkerne, hat eine Gesamtleistung von etwa 300 sogenannten Tflop/s sowie drei Petabyte Plattenspeicher, was 3000 Terabytes entspricht. So steht es jedenfalls in der Beschreibung des Rechners. Mit anderen Worten: Er ist einer der 30 schnellsten Computer der Welt.

Eigens für ihn hat das Rechenzentrum (RZ) der RWTH eine 800 Quadratmeter große Halle gebaut, wie Professor Christian Bischof, Leiter des RZ sowie Inhaber des Informatiklehrstuhls für Hochleistungsrechnen der RWTH, gestern bei der Vetragsunterzeichnung zum Kauf des Rechners erklärte. „Der Computer wird der Hochschule einen immensen Vorteil bei der Berechnung lebenslanger Simulationen verschaffen”, sagte Bischof. Diese brauchen Wissenschaftler bei der Entwicklung neuer Produkte und Materialien.

Geplant und gebaut hat den neuen Supercomputer die Firma Bull aus Köln, die bereits mit verschiedenen Universitäten zusammenarbeitet. „Und wir sind sehr glücklich, dass uns nun auch die Aachener als Partner gewählt haben”, sagte Michael Gerhards, Geschäftsführer von Bull.

Kooperation auch in Zukunft

Die Kooperation mit dem IT-Unternehmen ist mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags allerdings noch nicht beendet. Die RWTH und Bull werden auch in Zukunft zusammenarbeiten, führte Michael Gerhards weiter aus. Weiterhin gelte es nämlich industriell relevante Anwendungen und den Bereich „Green IT” weiter zu optimieren, damit die Leistung des Supercomputers in Zukunft umweltfreundlicher wird.

Diese Zusammenarbeit ist seit gestern vertraglich besiegelt: Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH, Manfred Nettekoven, Kanzler der Eliteuniversität, sowie Michael Gerhards und Joachim Redmer von Bull unterschrieben jeweils den Kooperationsvertrag - und trotz der Investitionskosten von 14 Millionen Euro sowie rund 30 Millionen Euro Infrastrukturkosten in den kommenden fünf Jahren waren Ernst Schmachtenberg und Manfred Nettekoven sehr zufrieden. Denn die Investition in den neuen Supercomputer werde sich für die RWTH lohnen, da ist sich Ernst Schmachtenberg sicher: „Er wird uns weiter nach vorne katapultieren.”

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