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Coronavirus in NRW: Onlinesemester an Hochschulen läuft gut

Hochschulen zufrieden : Onlinesemester in NRW läuft gut

Professoren und Studierende treffen sich nur virtuell: Fast der ganze Lehrbetrieb an NRW-Hochschulen läuft derzeit online ab. Die Zukunft ist aber wegen der Coronavirus-Entwicklung ungewiss. Klar ist: Die Abstandsregeln können im Massenbetrieb Uni nicht erfüllt werden.

Die nordrhein-westfälischen Hochschulen haben eine positive Zwischenbilanz des laufenden, digitalen Sommersemesters gezogen. „Das Onlinesemester läuft bemerkenswert gut“, sagte der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Universitäten, Lambert Koch, am Dienstag in Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen studieren im Sommersemester 2020 knapp 780.000 Studierende an 70 Hochschulen erstmals in reinem Online-Modus.

Mit Blick auf das nächste Studienhalbjahr äußerte sich der Rektor der Universität Wuppertal vorsichtig: Die Studienbedingungen hingen davon ab, welche Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie dann gegeben seien. NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) sagte, die Hochschulen bereiteten sich auf verschiedene Szenarien vor. Sie sei nicht so optimistisch, dass ab Oktober wieder alles normal laufe.

Um die Hochschulen im digitalen Lehrbetrieb zu unterstützen, hat das Wissenschaftsministerium eine Soforthilfe in Höhe von 20 Millionen Euro bereitgestellt. Rechtliche Regelungen wurden für den Lehrbetrieb unter den Bedingungen von Corona erweitert: Eine Rechtsverordnung ermöglicht Online-Prüfungen. Die Regelstudienzeit für die betroffenen Studierenden wurde um ein Semester erhöht.

Für die Universitätsrektoren betonte Koch, die Leitungen der NRW-Unis hätten in großer Einigkeit entschieden, das komplette Semester digital durchzuführen. Dies sei auch „aus logistischen Erwägungen alternativlos“. Er sagte, dass nur fünf Prozent der Veranstaltungen – etwa Laborpraktika oder Werkstattübungen – in den Hochschulen stattfänden. Etwa 95 Prozent der Lehrveranstaltungen würden online angeboten.

Durch die wegen der Coronavirus-Pandemie geltenden Abstandsregeln bekämen die Hochschulen Platzprobleme: Ein normales Seminar mit 30 Teilnehmern müsste in einem Hörsaal mit 240 Plätzen stattfinden, schilderte der Hochschulrektor. Eine Vorlesung für 300 Hörern müsste in einem Raum mit 2400 Plätzen stattfinden – das ist mehr als doppelt so viel wie der Zuschauerraum eines großen Theaters.

Die Fachhochschulen hätten gut auf den Lehrbetrieb in digitalen Formaten umstellen können, berichtete Marcus Baumann, der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. An digitalen Formaten werden schon seit zehn Jahren gearbeitet. Die Soforthilfe der Landesregierung von 20 Millionen Euro könne für die Entwicklung neuer Formate verwendet werden. Präsenzlehre werde es aber weiterhin geben.

(dpa)