Aachen: Campusbahn: Bürger soll nun in die Planung einsteigen

Aachen: Campusbahn: Bürger soll nun in die Planung einsteigen

Die Stadt Aachen hat sich auf den Weg zu einer Campusbahn gemacht. Die erste Achse soll über zwölf Kilometer vom Uniklinikum bis nach Brand führen. Die nächsten Schritte wurden Donnerstagabend im Mobilitätsausschuss von der Politik beschlossen.

Demnach gilt es nun, eine intensive Bürgerinformation und -beteiligung zu starten, die erforderliche Planung anzugehen, den Antrag auf Fördermittel nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz (läuft 2019 aus) beim Bund zu stellen und eine Projektgesellschaft in Abstimmung mit der Aseag vorzubereiten.

Das Ganze wurde dennoch mit einem großen Aber versehen: „Die Entscheidung für oder gegen den Bau der Campusbahn wird durch die politischen Gremien der Stadt Aachen erst getroffen, wenn belastbare Zusagen für die eingeworbenen Fördermittel vorliegen und die finanziellen Auswirkungen abschließend bewertet werden können”, formulierten CDU und Grüne explizit in dem Beschlussentwurf, über den am Donnerstag abgestimmt wurde. Zudem wurde die Stadtverwaltung aufgefordert, in der nächsten Sitzung das bisherige Finanzierungskonzept des Projekts zu erläutern.

Es ist also noch viel zu tun, bevor die erste Bahn die Reise aufnimmt. Zunächst müsse das Projekt nämlich in den Köpfen der Aachener ankommen. „Die Bürgerbeteiligung ist von eminent wichtiger Bedeutung. Wir werden erst einen Baubeschluss fassen, wenn wir mit den Bürgern geredet haben”, erklärte Ausschussvorsitzender Roland Jahn (Grüne). Eine erste Bürgerinfo wird übrigens am Freitag, 10. Februar, um 19 Uhr im „Super C” am Templergraben stattfinden - wo irgendwann auch die Campusbahn vorfahren soll.

„Bevor wir Ja sagen, müssen wir wissen, ob wir uns die Bahn leisten können”, erklärte Gaby Breuer (CDU). Schließlich geht es um große Baustellen und noch größere Investitionen. Das Investitionsvolumen beträgt nach einer ersten Schätzung für Fahrweg und Betriebshof inklusive Planungs- und Baunebenkosten rund 170 Millionen Euro. Hinzu kommen je nach Betriebskonzept Investitionen in 20 bis 25 Fahrzeuge (denkbar sind 30 Meter Länge mit einem Fassungsvermögen von je 200 Passagieren) in Höhe von nochmals 54 bis 67,5 Millionen Euro. An diesem Punkt ist das Wohlwollen der Liberalen dahin.

„Wir glauben, dass wir in Aachen keinen Platz und kein Geld für das Konzept haben”, betonte Daniel George für die FDP. Seine Fraktion folgte dem Beschlussentwurf nicht. Sie sehe zu große Probleme. „Wir bleiben dabei, dass wir uns gegen ein schienengebundenes Verkehrssystem aussprechen”, sagte George. Alle andere Fraktionen sprangen auf den Campusbahnzug mit beschriebenen Einschränkungen auf. „Das ist ein Jahrhundertprojekt”, meinte Michael Servos (SPD). „Wenn man in Zukunft eine liebenswerte Stadt haben will, geht das mit einer modernen Stadtbahn”, versprach Andreas Müller (Die Linke). Doch nun sind erstmal wieder die Planer bei der Campusbahn am Zug.

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