Aachen: Ärger um Tunnel im Pontviertel wächst

Aachen: Ärger um Tunnel im Pontviertel wächst

Die Unterführung an der Ecke Pontstraße/Roermonder Straße in der Nähe der Hauptmensa wäre der ideale Drehort für einen Krimi.

Hier unten ist es stockfinster, Kabel hängen von der Decke herab, und die Wände sind mit abgerissenen Plakaten zugekleistert.

Dieses Bild ist für die Anwohner nicht sehr erfreulich. Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Aachen-Mitte hat nun einen Antrag an den Bezirksvorsteher gestellt. Die Verwaltung soll beauftragt werden, „Vorschläge zu unterbreiten, wie die Unterführung zukünftig aufgewertet werden könnte”.

Es hätten sich Anwohner und Studenten an die CDU gewandt und über den katastrophalen Zustand in diesem Bereich beschwert, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung, Michael Janßen.

Tatsächlich sind viele Anwohner unzufrieden. Lothar Gräf hat schon mehrere Schreiben an die Stadt geschickt und eine ganze Liste von Mängeln angeprangert: „Die Treppen werden nicht vom Unkraut befreit und sind bei Regen rutschig. Dort unten staut sich das Wasser. Außerdem werden hier freitags immer wieder Feten gefeiert, der Müll bleibt dann bis Montag liegen.”

Auch andere Bewohner beschweren sich über das „Partyproblem”. Oft würden Flaschen zerschlagen, und es werde an die Wände uriniert. „Zudem reißen die Anwesenden die Pflastersteine aus dem Boden, um die Lampen zu zerschmeißen”, sagt Gräf. Tatsächlich gibt es in der Unterführung fußgroße Löcher im Pflaster.

Ein anderer Anwohner, Hans Peter Deichgräber, sagt, dass viele Frauen Angst hätten, die Unterführung zu durchqueren. Einer älteren Dame sei vor kurzem die Handtasche entrissen worden.

Aber auch jüngere Menschen wie der Student Tobias Hebler meiden den Bereich: „Es stinkt hier meistens, und man wird ständig angeschnorrt, da warte ich lieber an der Ampel.”

Janßen sagt, dass die Unterführung zunächst instand gesetzt und auf lange Sicht verschönert werden müsse. „Im Rahmen der Exzellenzinitiative werden große Teile des Campusgeländes neu gestaltet. Die Unterführung hat man dabei leider vergessen.” Seine Idee: Schaukästen für studentische Vereinigungen aufstellen.

Marcel Philipp, Oberbürgermeisterkandidat der CDU, sagt, dass Überwachungskameras „durchaus denkbar” seien. Vor allem sollten die Anwohner und die Studierendenschaft in die langfristige Planung eingebunden werden. „Nur durch fortwährende Nutzung kann hier Leben reingeholt werden.”

Janßen beschwert sich allerdings, dass der Antrag, der schon im Juni gestellt wurde, bisher kein Gehör fand: „In der Verwaltung schiebt man die Sache von A nach B. Während die eine Stelle sagt, dies sei ein Problem der Planung, verweist die andere auf die Instandhaltung.”

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