Deutscher Zukunftspreis 2019: Walter Leitner der RWTH Aachen nominiert

Kohlenstoffdioxide nutzen : Professor der RWTH für Deutschen Zukunftspreis nominiert

Der Deutsche Zukunftspreis 2019 könnte an einen Professor der RWTH Aachen gehen. Gemeinsam mit zwei Kollegen der Covestro AG hat er eine Methode entwickelt, um Kohlenstoffdioxid in der Kunststoffproduktion zu nutzen. Für die prestigeträchtige Auszeichnung sind zwei weitere Teams nominiert.

Der RWTH-Professor Walter Leitner ist zusammen mit Christoph Gürtler und Berit Stange von der Covestro AG für den Deutschen Zukunftspreis 2019 nominiert. Das teilte die RWTH Aachen am Mittwoch mit. Sie stehen damit gemeinsam mit zwei weiteren Teams aus Bayern und Baden-Württemberg in der Endrunde dieser prestigeträchtigen Auszeichnung. Leitner ist Inhaber des RWTH-Lehrstuhls für Technische Chemie und Petrolchemie und Direktor am Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion in Mülheim.

Zusammen mit den Kollegen von Covestro hat er eine Methode entwickelt, Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Kunststoffproduktion zu nutzen. Mit dem neuen Verfahren kann ein Teil des Erdöls für die chemische Produktion durch CO2 ersetzt werden. Bereits jetzt können in einer Pilotanlage der Covestro AG jährlich bis zu 5.000 Tonnen des Stoffs Polyol hergestellt werden. Diese Substanz wird zu Polyurethanen weiterverarbeitet, die beispielsweise als Schaumstoffe in Matratzen Verwendung finden.

Ermöglicht wurde die CO2-Nutzung aufgrund eines Durchbruchs in der Katalyseforschung, wie Professor Leitner erläutert: „CO2 geht nur sehr mühsam chemische Verbindungen mit anderen Substanzen ein. Die Herausforderung war, einen maßgeschneiderten Katalysator zu entwickeln, um die Reaktion so zu steuern, dass sie wirtschaftlich und effizient ist.“ Ein Katalysator bringt die Reaktionspartner dazu, Verbindungen einzugehen, indem er die Aktivierungsenergie für die Umwandlung senkt und diese in eine gewünschte Richtung steuert.

„Wir haben gezeigt, dass es möglich ist, CO2 als Rohstoff zu nutzen und damit den CO2-Fußabdruck der chemischen Industrie zu reduzieren“, sagte Leitner laut Mitteilung. „Nach diesem Muster wollen wir weitere chemische Prozesse unabhängiger von fossilen Rohstoffen machen. Dieses Ziel spornt uns zu weiterer Grundlagenforschung auf dem Gebiet der katalytischen CO2-Umwandlung an.“

Der Deutsche Zukunftspreis wird am 27. November in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vergeben.

(km)
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