Erkelenz: Hermann-Josef-Krankenhaus: Fortbildung für Kardiologie

Erkelenz: Hermann-Josef-Krankenhaus: Fortbildung für Kardiologie

Im elften Jahr ihres Bestehens richtete die Kardiologie des Hermann-Josef-Krankenhauses in Erkelenz wieder eine Fortbildung für Ärzte und medizinisches Fachpersonal aus. Zu dem Symposium zu aktuellen Fragen der Kardiologie waren rund 300 Gäste in der Stadthalle erschienen. Im Mittelpunkt standen diesmal Fragen der Umsetzung von aktuellen Leitlinien in den Alltag des ärztlichen Handelns.

Insbesondere beschäftigte sich das Programm mit der Frage, inwieweit auf technisch problemlos durchführbare aufwändige Behandlungsstrategien zugunsten einfacher Behandlungswege verzichtet werden kann.

Chefarzt Dr. Klaus-Dieter Winter stellte den Besuchern der Tagung dann die Entwicklung der Klinik für Kardiologie im vergangenen Jahr dar.

Man befinde sich „auf einer Augenhöhe“ mit den großen Kliniken in der näheren und weiteren Umgebung. So müssten Herzpatienten aus dem Kreis nicht mehr bis Mönchengladbach oder in die Unikliniken gebracht werden, um angemessen versorgt und behandelt zu werden.

Mit den benachbarten Kliniken gäbe es aber keine Konkurrenzsituation sondern ein „partnerschaftliches Miteinander“. Im Bereich der Elektrophysiologie zur Behandlung von Herz-Rhythmusstörungen liege das Hermann-Josef heute „ganz weit vorne“, betonte Winter.

Im Jahr 2011 wurden 4100 Patienten stationär und 5500 ambulant behandelt.Erstmals gab es eine Live-Schaltung in das neue Herzkatheter-Labor des Krankenhauses. Dort erwartete das Team um Oberarzt Dr. Christian Memmesheimer den Startschuss für eine Herzkatheter-Untersuchung bei einem 53-jährigen Mann mit Erkrankung der Herzkranzgefäße. Das Publikum erhielt die Möglichkeit, der Untersuchung in allen Details beizuwohnen.

Das Geschehen im Herzkatheter-Labor konnte zudem parallel in der Stadthalle diskutiert werden. Eingebettet war die Live-Übertragung in einen Block aus Fachvorträgen, die sich mit der chronischen Herzinsuffizienz, der Möglichkeit von Ballondehnungen ohne Einpflanzung eines Stents und der Analyse des EKG beschäftigten.

Im Rahmen der anschließenden Symposiumspause konnten die Fachstände von Herstellern medizinischer Produkte im Foyer der Stadthalle zu besucht werden. Im zweiten Teil des Symposiums wurden neue Behandlungsmöglichkeiten bei schwerer Herzschwäche und bei medikamentös nicht behandelbarem Bluthochdruck vorgestellt.

Die Vorträge rahmten eine weitere Live-Schaltung in das zweite neue Herzkatheter-Labor des Krankenhauses ein, in dem ein Expertenteam um Oberärztin Susanne Spehl bei einer Patientin mit schwerer Herzmuskelkrankheit einen künstlichen Herzinfarkt zur Behandlung der Herzkrankheit nutzte. Professor Marc Horlitz aus Köln berichtete über die Interpretation von Herzrhythmusstörungen im EKG.

Den Fachbesuchern aus der gesamten Region des westlichen Rheinlandes wurde eine kompetente Fortbildung über aktuelle Fragen von Herzkreislauferkrankungen geboten.