Heinsberg: Heinsberg: Staatsanwaltschaft erhebt Mordanklage gegen Stricher

Heinsberg: Heinsberg: Staatsanwaltschaft erhebt Mordanklage gegen Stricher

Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht Anfang Januar in weiten Teilen der Heinsberger Bevölkerung verbreitet. Ein ehemaliger Gynäkologe des Heinsberger Krankenhauses war unter dubiosen Umständen in seinem Haus am Lago Laprello tot aufgefunden worden.

Tagelang hatte sich die Aachener Staatsanwaltschaft nicht zu einer offiziellen Stellungnahme durchringen können. Selbst die angeordnete Obduktion des 70-Jährigen führte zunächst nicht zu einer zweifelsfreien Klärung der Sachlage. Dennoch mündeten die Ermittlungen der Polizei am Ende in Rumänien zur Festnahme eines 18-jährigen Mannes aus dem Stricher-Milieu, gegen den die Staatsanwaltschaft nun Anklage wegen Mordes erhebt.

15. Januar am Lago Laprello

Nach den Ermittlungen hatten sich das Opfer und der Angeschuldigte am Abend des 15. Januar im Haus des späteren Tatopfers am Lago Laprello getroffen. Hier kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Angeschuldigte das Opfer mit einem Messer verletzte und es mit seinen Händen würgte.

Weil der Angeschuldigte befürchtete, so die Staatsanwaltschaft, wegen dieser Messer- und Würgeattacke bestraft zu werden, habe er beschlossen, das Opfer zu töten, um so diese Straftat zu verdecken. Die Frage, warum es allerdings überhaupt zu der gewalttätigen Auseinandersetzung gekommen sei, konnte Staatsanwalt Peter Jansen am Donnerstag auf Nachfrage immer noch nicht abschließend beantworten.

Die Aussagen des Tatverdächtigen seien in diesem Punkt nicht eindeutig. „Er wollte gegen Bezahlung Sex durchführen. Ob er dann damit irgendwann nicht mehr einverstanden war oder von Anfang an die Absicht bestand, etwas mitzunehmen, muss vor Gericht geklärt werden.”

Fest steht hingegen wohl, dass der 18-Jährige dem noch lebenden Senior ein Laken um den Hals band und ihn an einem Fenstergriff aufhängte, so dass er erstickte. Anschließend entwendete der Angeschuldigte aus dem Haus noch Bargeld und andere Wertgegenstände sowie den Pkw des Getöteten und flüchtete damit vom Tatort.

Der Angeschuldigte hatte die Tatvorwürfe im Rahmen von polizeilichen Vernehmungen eingeräumt. Er wurde am 10. Februar von Rumänien nach Deutschland ausgeliefert und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen ist zurzeit mit der Entscheidung über die Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens befasst. Offenbar nur noch eine Formalität. „Ich habe es noch nicht erlebt”, so Jansen, „dass angesichts solcher Umstände nicht eröffnet wurde.”

Bei Zulassung der Anklage sei in zwei bis drei Monaten mit einer Verhandlung des Falles zu rechnen.