Erkelenz: Hauptschule Gerderath wird wohl aufgelöst

Erkelenz: Hauptschule Gerderath wird wohl aufgelöst

Wegen des großen öffentlichen Interesses war der Schulausschuss in den großen Sitzungssaal des Alten Rathauses umgezogen. Vor allem der Tagesordnungspunkt um die Schließung der Arnold-von-Harff-Schule in Gerderath hatte die Zuschauer angelockt.

Zum Beginn der Beratung über den umstrittenen Tagesordnungspunkt betonte der Erste Beigeordnete Dr. Heiner Gotzen, dass es keine leichte Entscheidung sei, die der Ausschuss zu treffen habe.

Auf die Arbeit der Gerderather Schule ließ er nichts kommen. Er betonte, dass die Entscheidung nichts mit der Qualität der Arbeit in Gerderath zu tun habe. Doch mit zwei Standorten sei die Hauptschule in Erkelenz nicht überlebensfähig, erklärte er mit Blick auf die zuvor besprochenen Zahlen des Gutachtens über den kreisweiten Schulentwicklungsplan.

Die Zusammenlegung sei daher ein folgerichtiger Schritt sei. Für die SPD trat Dieter Spalink auf die Bremse. Er wollte zuerst einmal über die zukünftige Schulentwicklung in der Stadt beraten und brachte das Thema Gemeinschaftsschule ins Spiel.

Ein Modell, das auch von der Landesregierung favorisiert und dass den Erhalt des Gerderather Standortes mit sich bringen würde. Auch sei von einer Weiterverwertung des bei einer Schließung leer stehenden Schulgebäudes abzusehen, bis endgültig beraten und entschieden sei. Die SPD werde einer Schließung nicht zustimmen.

Er kritisierte ebenso wie Christel Honold-Ziegahn von den Grünen das Tempo, mit dem die Schließung durchgesetzt werden solle. „Eine frühzeitige Information der Lehrerschaft und der Eltern hat nicht stattgefunden”, erklärte sie.

Dem konnte Gotzen entgegnen, dass die Schule schon Anfang Oktober über die Absichten der Verwaltung informiert worden sei. Allerdings wollte man nicht an die Betroffenen herantreten, ohne dass ein eindeutiges Votum vorliegt.

Enorme Einbußen

Die Situation in Gerderath sei hinlänglich bekannt. In den letzten Jahren musste die Schule enorme Einbußen bei der Schülerzahl hinnehmen. Derzeit sind es noch 195 Schüler, davon stammt knapp ein Drittel aus Erkelenz. Der Wechsel nach Erkelenz werde „so problemlos wie möglich” gestaltet, auch die Busfahrtkosten der Schüler würden von der Stadt übernommen. Durch eine Zusammenlegung mit Erkelenz würde die Qualität des Angebotes nicht leiden.

Das sah auch Thomas Eickels von CDU so. „Mit einer dreizügigen Hauptschule in der Stadt wird das Angebot der Schulstadt Erkelenz qualitativ verbessert”, erklärte er. Dann ging es ans Abstimmen. Und dabei schieden sich die Geister, denn ein Teil der Ausschussmitglieder glaubte, darüber abzustimmen, ob der eigentliche Beschluss um die Zusage ergänzt werden sollte, das Schulgebäude nicht zu veräußern, wie es die SPD beantragt hatte.

Bei der Abstimmung gab es daher Einstimmigkeit bei vier Enthaltungen. Als der Ausschussvorsitzende Ferdi Kehren den Punkt damit abhakte und die Empfehlung zur Schließung für beschlossen erklärte, kam Bewegung in die Runde und Erklärungsbedarf auf, während die meisten Zuschauer den Saal verließen.

Wenn sich die Verwaltung mit ihrem Vorschlag durchsetzt, wird die Arnold-von-Harff-Schule zum Ende des laufenden Schuljahres geschlossen und mit Mann und Maus in die Gemeinschaftshauptschule am Zehnhofweg integriert, die dann auch zukünftig stabil dreizügig fahren könnte.

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