Heinsberg: Günher Uecker stellt beim Kunstverein Region Heinsberg aus

Heinsberg: Günher Uecker stellt beim Kunstverein Region Heinsberg aus

Der Kunstverein Region Heinsberg hat sein Domizil auf dem Horster Hof in Unterbruch - oder besser gesagt: weit draußen auf dem freien Feld bei Unterbruch. Günther Uecker und seiner Ehefrau gefiel die Gegend, viel Landschaft und „diese Ruhe”, schwärmte Christine Uecker.

Die Ruhe tut nicht nur den Menschen gut, sondern auch der Kunst Günther Ueckers. Er hat das Künstlerbuch „Hiob” und die Skulptur „Der Wald” mit nach Unterbruch gebracht.

Ueckers Professur an der Kunstakademie Düsseldorf von 1974 bis 1995 legte den Grundstein für die Ausstellung im Kunstverein Region Heinsberg und die damit verbundene Edition „Spirale Heinsberg”, ein Prägedruck auf handgeschöpftem Zeittafel-Bütten, 40 mal 50 Zentimeter, in einer Auflage von 100 Exemplaren. Die Blätter 1 bis 50 überlasst Uecker dem Kunstverein.

Die Ausstellung wie auch den Prägedruck betrachtet Uecker als Dank für die gute Zusammenarbeit mit einem Urgestein des Heinsberger Kunstvereins, Reinhold Röser, der lange Jahre in der Verwaltung der Kunstakademie Düsseldorf tätig war. Seine Installation „Der Wald” besteht aus sieben Pappelstämmen, deren Häupter mit Asche und Leim bedeckt und mit Zimmermannsnägeln gekrönt sind. Sie entstand in den späten 1980er Jahren, als das Waldsterben wahrgenommen wurde.

47 Siebdrucke plus Deckblatt beinhaltet das Künstlerbuch „Hiob”. Das könnte eng werden im Kunstverein. Jede Doppelseite des Buches umfasst eine Bild- sowie eine Textseite in Hebräisch und der deutschen Übersetzung von Martin Luther. Die literarische Vorlage setzte Uecker um, indem er sich weitgehend auf Grundformen und Strukturen beschränkt. Die gestisch aufgetragenen Formen Kreis, Dreieck, Quadrat sowie Linien und Punkte sind vornehmlich in Schwarz-Weiß gestaltet, lassen stellenweise Spuren von Händen und Nägeln sichtbar werden und verdeutlichen das Ringen des Menschen um sein Gottesbild.