Erkelenz: „Grüne Prinzen gibt´s genug” in Erkelenz

Erkelenz : „Grüne Prinzen gibt´s genug” in Erkelenz

Aller guten Dinge sind drei, sagt sich Hartmut „Hacky” Eichler: langjähriger Hoppeditz der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft, schon Prinz der EKG und nunmehr Zugleiter des innerstädtischen Rosenmontagszuges. Der Zug hatte fast alles, was er braucht, um zu gelingen.

Eine stattliche Länge mit über 100 Abteilungen und mehr als 2000 Teilnehmern, gutes, weil trockenes Wetter und eine beachtliche Zuschauerkulisse. Fast überall standen die Karnevalsfreunde dicht gedrängt entlang des Zugweges, um den Kamelle werfenden Jecken zuzujubeln. Nur eines fehlte dem Zug: ein eigener Erkelenzer Prinz. Auf den musste die EKG bekanntlich verzichten und durfte sich deshalb nicht wundern, dass sie damit selbst zum Thema wurde.

Die Grünen hatten vorgesorgt und ihre Prinzen für die nächsten Jahre bis 2040 mitgebracht - nach dem Motto „EKG, du bist am Zug, grüne Prinzen gibt´s genug.” Die SC 09-Jugend samt 100-jährigem „Gründungsmitglied” marschierte ebenso mit wie die Glücksspieler vom Casino Lamberti aus der Pfarre.

Der Erkelenzer Volleyball-Verein zeigte seinen Skihasen, die Schwimm-Zwerge und Handball-Könige des ETV bereicherten den Zug genau so wie die gärtnerisch beflügelten jecken Erkies und die blau-weiße Tanz- und Majorettengarde. Die Landjugend formierte sich unter der passenden Devise „Bauer sucht Frau”. Die Erkelenzer Karnevalsfreunde nahmen für sich in Anspruch „Die verrückten Bauern von Erkelenz” zu sein.

Wie in jedem Jahr lebte der Zug wieder von der Teilnahme der befreundeten Gesellschaften. Ob Kückhoven, Katzem, Holzweiler, Bellinghoven, Hetzerath, Tenholt, Granterath oder Katzem: Aus allen Orten kamen Wagen und Gruppen, die schon zuvor ihre Heimspiele hatten. Hinzu kamen die Karnevalsfreunde aus Schwanenberg, Matzerath und Gerderath, für die der Erkelenzer Zug ein Sessionshöhepunkt ist.

Weit in die Geschichte zurück ging dabei der Tenholter Karnevalsverein. „700 Jahre in der Maar” meinte er in Anspielung auf das Alter des Angerdorfes, „heraus kommt nun die Narrenschar”. Auch Bellinghoven setzte aufs Wasser und ließ die Maargeister in Erkelenz tanzen.

Elf Kapellen, 45 Wagen und die fast 50 Fußgruppen gaben dem Zug die richtige Mischung, zu der auch viele nicht organisierte Gruppen sorgten, wie etwa die Mafia oder die Dalmatiner. Sogar über die Stadtgrenzen hinaus findet der Zug Teilnehmer, wie der SV Baal mit seinem Märchenwald und die Brachelener Freunde mit ihrem A-Team bewiesen.

Aber auch auf Tollitäten brauchte Erkelenz nicht zu verzichten: Aus Rath-Anhoven war das Kinderprinzenpaar angereist, aus Kückhoven Prinz Stefan I. und Prinzessin Sabine I. Für die dazu passende Narrenburg hatte eine Gruppe aus Wegberg gesorgt. Es war ein Umzug, der in seiner Vielfalt gefiel und bei dem die EKG mit den letzten zehn Abteilungen sich in ihrer ganzen Größe zeigte: Funkengarde, Möhneleut, Musketiere, Hausgarde, Prinzengarde und der Elferrat zeigten, dass der bazillus carnevalensis sie alle angesteckt hat - auch ohne einen Prinzen.

Aller guten Dinge sind drei, sagte sich Hacky Eichler nach dem Zug, der nach seiner Zufriedenheit ablief. Es war, nach drei Jahren, sein letzter als Zugleiter.