Heinsberg: Gottesdienst im Fernsehen: Deutschland zu Gast im Selfkantdom

Heinsberg: Gottesdienst im Fernsehen: Deutschland zu Gast im Selfkantdom

„Ihr wisst Bescheid! Ihr guckt nicht in die Kamera.” Los gehts. Klaus Nelißen zückt seine Stoppuhr. Genau zwei Minuten und neun Sekunden benötigen die Messdiener vom Haupteingang bis zum Altar des Selfkantdoms. „Von der Zeit her liegen wir gut im Rahmen”, sagt der WDR-Beauftragte für die Bistümer in Nordrhein-Westfalen als Verantwortlicher für den Gottesdienst.

Alles muss bei der Probe genau passen, denn für die Messe, die am Pfingstmontag live im Ersten aus St. Gangolf in Heinsberg übertragen wird, steht zwischen 10 und 11 Uhr genau eine Stunde Sendezeit zur Verfügung. „Ihr denkt dran: freundlich, immer lächeln. Die Kamera sieht alles”, sagt Nelißen den Messdienern, die alle ihre Plätze am Altar gefunden haben. Nur der Weg des Kreuzes gefällt ihm noch nicht so ganz. Also nimmt er es selbst und machts vor. Dann sitzt auch dieses Detail. „Ihr seid die ganze Zeit auf Sendung, und bis zu eine Million Leute gucken euch zu”, redet der für diesen Gottesdienst Verantwortliche den jungen Mitwirkenden motivierend ins Gewissen.

Warum die Wahl für einen so prominent im Fernsehen platzierten Gottesdienst auf Heinsberg gefallen ist, erklärt Nelißen so: „Schöne Kirche, guter Prediger und hervorragende Musik!” Zelebrant und Prediger ist Propst Markus Bruns, der nicht zum ersten Mal vor laufender Kamera stehen wird. Schon während seiner Zeit in Viersen konnte er einen Gottesdienst mit dem ZDF feiern.

So viele Besucher wie nie zuvor

„Hunderttausende Menschen aus ganz Deutschland werden zu Gast im Selfkantdom sein. So viele Gottesdienstbesucher werden wir so schnell nicht mehr haben”, sagt er. Gemeinsam mit dem Rundfunkbeauftragten des Bistums Aachen, Pfarrer Dr. Peter Dückers, und Klaus Nelißen haben Bruns, die Messdiener und die für den Gottesdienst bestellten Lektoren Diana Houben und Heinz Aretz den Umgang vor der Kamera bereits ausgiebig geprobt. „Vieles wird ungewohnt sein für alle Beteiligten und die Gemeinde, aber es ist eine große Chance”, sagt Bruns.

Rund 60 Mitarbeiter des WDR werden ab Freitag vor Pfingsten in St. Gangolf aufbauen: Licht-, Ton- und Kameratechnik. Am Sonntagabend ist dann Generalprobe, bevor am Pfingstmontag live übertragen wird. „Wir wollen in diesem Gottesdienst den Menschen von dem guten Geist der Nachbarschaft berichten, der hier gepflegt wird, in der westlichsten Stadt Deutschlands”, so der Propst weiter. Dazu hat die Pfarrei Schüler der Realschule als Unesco-Projektschule eingeladen, sich bei den Fürbitten zu beteiligen.

Sie werden diese in mehreren Sprachen sprechen. Für die musikalische Gestaltung sorgt der Junge Chor St. Gangolf unter der Leitung von Regionalkantor Winfried Kleinen. An der Orgel spielt der Aachener Kantor Ulrich Peters. „Auch in der Musik werden wir etwas von dem Geist Europas spüren lassen”, sagt Kleinen, der selbst bereits seit Wochen mit den Sängern probt.

Bruns freut sich auch auf zahlreiche Besucher in der Kirche während der Liveübertragung des Gottesdienstes, bittet jedoch darum, dazu spätestens um 9.30 Uhr in der Kirche zu sein. „Das ist den besonderen Bedingungen der TV-Übertragung geschuldet”, erklärt er.

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