Kreis Düren: Geringere Weizenernte kein Grund für höhere Brotpreise

Kreis Düren: Geringere Weizenernte kein Grund für höhere Brotpreise

„Es wurden in diesem Sommer zwar rund zehn Prozent weniger Weizen gedroschen als im langjährigen Mittel, aber der Verbraucher muss sich keine Sorgen über steigende Brot- und Brötchenpreise machen”, betont Erich Gussen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft.

Der Einfluss des Getreidepreises auf den Brötchenpreis sei sehr gering, da der Erzeugerpreis nur noch einen verschwindend geringen Anteil bei der Brotherstellung ausmache.

Von jedem Brötchen bekommt der Bauer gerade einmal einen Cent für sein Getreide. Zudem seien die Qualitäten trotz des feuchten Sommers nicht so schlecht, wie zunächst vermutet.

Inzwischen sei die Weizenernte im Rheinland weitestgehend abgeschlossen. Während der zurückliegenden trockenen Tage konnte geerntet werden. Das rheinische Getreide werde in den Mühlen in Köln und Düsseldorf verarbeitet. „Wenn jemand steigende Brotpreise mit dem Weizenpreis begründet, ist das Irreführung des Verbrauchers”, betont Gussen.

Zur Verdeutlichung macht der Vorsitzende folgende Rechnung auf: Zum Brötchenbacken benötigt ein Bäcker etwa 34 Gramm Brötchenmehl. Bei einem Ausmahlungsgrad von rund 70 Prozent sind das nur 49 Gramm Weizen.

Der Landwirt als Rohstofflieferant des Weizens bekommt bei einem Getreidepreis von augenblicklich 20 Euro pro 100 Kilo nur rund einen Cent. Im vergangenen Jahr erhielten die Landwirte 13 Euro je 100 kg Weizen und 0,6 Cent pro Brötchen.

Das heißt: Die „Materialkosten” für den Bäcker haben sich gerade mal um 0,4 Cent pro Brötchen erhöht. Erst bei einem für Landwirte wohl schwindelerregenden Getreidepreis von 36 Euro je 100 kg dürften Brötchen um einen Cent teurer werden.

Zur Erinnerung: Im März 2008, als die Weizenpreise mit 25,40 Euro je 100 kg ein Rekordniveau erreicht hatten, wollte man die Verbraucher mit der gleichen Argumentation irreführen. Der Verbraucher wird sich fragen müssen, warum die Brotpreise eigentlich nicht in den vergangenen zwei Jahren gefallen seien, betont Gussen weiter.

Maßgeblich für den Brötchenpreis scheinen Energie- und Personalkosten zu sein. „Was damals richtig war, kann heute nicht falsch sein”, betont der Vorsitzende und erinnert daran, dass die Getreidepreise in den 80er, 70er und sogar 60er Jahren weit über den heutigen gelegen hätten; die Brötchen seien damals aber deutlich billiger gewesen.