Erkelenz: Genesung ist kein Geschenk des Himmels

Erkelenz: Genesung ist kein Geschenk des Himmels

Zum mittlerweile fünften Patienteninformationstag hatte das Hermann-Josef-Krankenhaus in die Stadthalle geladen. Während im geräumigen Foyer Selbsthilfegruppen und Dienstleister im Gesundheitswesen vorstellten, fanden in der Halle Fachvorträge über Brustkrebs, Herzinfarkte, Darmkrebs und die weit verbreitete Blutzuckererkrankung statt.

In Podiumsrunden informierten die Fachmediziner des Hermann-Josef über Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten.

Die entsprechenden Fachkliniken im Hermann-Josef waren durch ihre Chefärzte Dr. Uwe Peisker (Gynäkologie, Geburtshilfe), Dr. Harry Elsbernd (Innere) und Dr. Klaus-Dieter Winter (Kardiologie). Sie betonten, dass es auch an den Patienten selber liege, wie die Genesung voranschreitet. In der akuten Phase der Erkrankung denken die wenigsten Patienten an die Möglichkeiten der Nachsorge. Daher war es wichtig, dass sich die entsprechenden Gruppen auch vorstellen.

Ihre Aufgaben bestehen nicht nur in Rat und Trost für Betroffene. Vielmehr werden auch Wege aufgezeigt, wie man wieder Spaß am Leben bekommen kann. Zu finden war auch eine Reihe interessanter Sachbücher zum Thema, mit denen die Buchhandlung Wild präsent war. Doch auch die Wassenberger Hospizgruppe Regenbogen stellte ihre Arbeit in der Trauer- und Sterbebegleitung vor.

„Busen, Möpse, Brüste - Krebs macht keinen Unterschied!” stand auf einem T-Shirt im Foyer zu lesen. Mit frechen Sprüchen kann man dem Krebs im Vorfeld zu Leibe rücken. „Vorsorge und Information sind wichtig”, betonte Gisela Jakob von der Wassenberger Selbsthilfegruppe für Menschen mit Krebserkrankung. Sie hat den Brustkrebs 2004 besiegt.

Rund ein Jahr dauerte die Behandlung mit sechs Chemotherapien und rund 30 Bestrahlungen. Auf die Wassenberger Gruppe kam sie durch eine Nachbarin. Sie fand vor allem ein offenes Ohr. Denn in ihrem Umfeld wurde das Thema gemieden. Gemeinsam unternehmen die rund 20 Frauen und drei Männer Ausflüge und gehen wandern.

In der Halle konnten sich die Besucher bei den Podiumsveranstaltungen informieren. Dabei ging es auch um die Zusammenarbeit der niedergelassenen Ärzte mit den Fachkliniken, die entscheidend für den Erfolg der Behandlung sei.

Aber auch die Arbeit der Selbsthilfegruppen wurde erläutert. Dabei lautete die Frage „Selbsthilfegruppen nur für Brustkrebspatientinnen?” Eine Frage, die sich für Christel Laumen von der Darmselbsthilfegruppe in Mönchengladbach nicht stellt. Auch sie schätzt den Austausch mit Menschen, die in einer ähnlichen Lage sind oder waren. In der Region sind rund 140 Darmpatienten in der Selbsthilfegruppe organisiert. Die Wockeratherin hofft, in Erkelenz Interessenten zu finden, um auch hier eine Gruppe zu gründen.

Die Gruppe trifft sich in Mönchengladbach im Marienhospital. Der Nachsorge und auch der Rolle des Sports in der Nachbehandlung und Reha-Phase sprachen alle Beteiligten eine wichtige Rolle im Genesungsprozess zu.