Wegberg: Gegen „gefühlte Unsicherheit”: Ordnungsdienst in Wegberg

Wegberg: Gegen „gefühlte Unsicherheit”: Ordnungsdienst in Wegberg

Ihren ersten Einsatz hatten sie „undercover” auf dem Schützenfest. Demnächst werden sie häufiger im Wegberger Stadtbild zu sehen sein: die zwölf Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes. Sie werden nicht nur in der Kernstadt, sondern auch in den Außenorten patrouillieren und für mehr Sicherheit sorgen.

Auf einem Pressetermin in der Wegberger Mühle stellte Bürgermeister Reinhold Pillich den neuen Dienst der Stadt offiziell vor. „Mit dem Ordnungsdienst tragen wir dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Bürger Rechnung”, erklärte Pillich. In der Vergangenheit hatte es immer wieder kritische Stimmen gegeben, die die Sicherheitslage in Wegberg eher skeptisch bewerteten. Vorfälle wie im letzten September, als ein Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens im Schul- und Sportzentrum mittels einer Eisenstange in die Flucht geschlagen worden war, hatten dazu beigetragen, dass die „gefühlte Unsicherheit” in Wegberg anwuchs.

Nach einer Rücksprache mit Landrat Stephan Pusch, der jedoch keine erhöhte Polizeipräsenz zusichern konnte, schritten die Wegberger zur Tat und rekrutierten einen Ordnungsdienst aus den eigenen Reihen. Zwölf Mitarbeiter der Stadtverwaltung erklärten sich zur Schulung für die zusätzliche Aufgabe bereit.

Angesichts der finanziellen Lage der Stadt auch eine attraktive Lösung, denn die Mitarbeiter können über die Überstundenregelung oder Freizeitausgleich für ihr Engagement entlohnt werden. Der neue Ordnungsdienst wird nicht nur bei Großveranstaltungen zum Einsatz kommen, sondern auch in den Wegberger Orten nach dem Rechten sehen.

In Gruppen bis zu vier Mitarbeitern werden die Ordnungshüter präventiv tätig und sollen auch ein Ohr für die Sorgen und Anregungen der Bürger haben. Diese können so auf dem schnellen Dienstweg weitergeleitet werden. Eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei und gemeinsame Streifgänge sind vorgesehen.

Im Einsatz werden besonders die bekannten Brennpunkte in der Stadt berücksichtigt. Auch die Sozialarbeiterin Birit Foitzek und die Streetworkerin Karina Opstals können mit der Unterstützung des Ordnungsdienstes rechnen. Die Polizei steht dem Ordnungsdienst positiv gegenüber.

„Die gemeinsamen Streifen sind sinnvoll und werden von den Bürgern angenommen”, erklärte Oberkommissar Bernd Wiefels beim Pressegespräch. „Wir haben ein Netzwerk für hochwertige Präventionsarbeit geschaffen”, ergänzte Pillich. Amtsleiter Ulrich Schulz sieht in dem neuen Ordnungsdienst eine konsequente Antwort auf die Bürgerfragen nach mehr Sicherheit. „Nicht zu reagieren, hätte bedeutet, dass wir an Glaubwürdigkeit verlieren”, hob er hervor. Zu erkennen sein werden die neuen Ordnungsdienstler an ihren blauen Schutzjacken oder Westen. „Bewaffnet” sind sie für den Notfall mit Pfefferspray, das jedoch möglichst nicht zum Einsatz kommen soll.

„In den Jahren, die ich schon vor Ort tätig bin, habe ich die Spraydose einmal zücken müssen”, erinnerte sich Schulz. Zum Einsatz sei sie damals aber nicht gekommen, weil der Anblick ausreichte, um die Gemüter zu beruhigen.

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