Wegberg: Gedenkstein für die Opfer des Grenzlandrings eingeweiht

Wegberg: Gedenkstein für die Opfer des Grenzlandrings eingeweiht

Bei 5. internationalen Rennen am 31. August 1952 in Wegberg raste der Wagen des Berliner Rennfahrers Helmut Niedrmayer in die Zuschauermenge. Dreizehn Menschen starben, über 40 wurden zum Teil schwer verletzt.

Wenige Wochen nach dem Unglück wurde ein Bürger aus Wegberg bei der Gemeindeverwaltung vorstellig und bat darum, an der Unglücksstelle ein Kreuz errichten zu dürfen. Dies wurde mit der Begründung abgelehnt, der Antragsteller sei ein Dissident, ein aus der Kirche Ausgetretener. Das berichten Wolfgang Schmitz und Folkmar Pietsch in ihrem Buch „Der Grenzlandring, die Avus des Westens”.

Dem Historischen Verein Wegberg ist zu verdanken, dass jetzt - 60 Jahre später - unter reger Beteiligung der Bevölkerung ein sichtbares Zeichen des Gedenkens an die Unfallstelle gesetzt wurde. Bürgermeister Reinhold Pillich erinnerte kurz an die Historie des Grenzlandrings und dankte allen, die „die Erinnerung wachgerufen haben - uneigennützig, unermüdlich und ehrenamtlich”.

Bewegende Worte fand Karl Küppers, Vorsitzender des historischen Vereins, der die Geschichte jedes einzelnen Toten kurz aufleben ließ. Aus seinem persönlichen Erleben erzählte er, was es bedeutet, einen Menschen durch ein tragisches Unglück zu verlieren und stellte fest, dass damals „viele Unwahrheiten geschrieben wurden und kein einziges tröstendes Wort für die Helfer und Hinterbliebenen ein beschämendes Bild für den Motorsport” abgegeben hätten. Eines habe er gelernt: „Das Verzeihen nicht vergessen heißt, damit findet man seinen Frieden wieder”. Worte des Dankes fand Küppers für alle, die bei der Verwirklichung des Vorhabens mitgeholfen haben. Pfarrer Huu Duc Tran weihte den 1,50 m hohen Findling mit der Bronzetafel ein. Am Stein war nicht nur beflaggt, es wurde auch Flagge gezeigt: Gegen das Vergessen und für die Erinnerung. Ein Gedenkstein als Zeichen für Menschlichkeit.

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