Gangelt: Gangelter CDU greift den Bauhof scharf an

Gangelt: Gangelter CDU greift den Bauhof scharf an

Die Dörfer der Gemeinde Gangelt sollen schöner werden — und das nicht im Rahmen eines Wettbewerbes, sondern durch eine Neu- oder Umstrukturierung im Bauhof der Gemeinde. Im Mittelpunkt der jüngsten Ratssitzung stand ein Brief der CDU.

Mit harschen Worten geht man da in einem entsprechenden Antrag mit der Verwaltung und dem Bauhof ins Gericht: „Auch bei möglichst wohlwollender Betrachtung zugunsten der Gemeindeverwaltung ist die Kritik seitens der Bevölkerung am Pflege- und Unterhaltungszustand der kommunalen Grünflächen seit Jahren berechtigt“, heißt es in dem Schriftstück, das vom CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Milthaler unterschrieben ist.

„Beißendem Spott“ seien die Ratsmitglieder, vor allem die Ortsvorsteher, in ihren Orten ausgesetzt. Dringend erforderliche Minimalarbeiten würden erst nach wiederholten „Bettelanrufen“ erledigt. Äußerst subjektiv in diesem Schreiben ist sicher die Behauptung, dass einige ehrenamtlich tätige Bürger bei ähnlichen Arbeiten ihr Arbeitspensum für höher halten, als das der Bauhofmitarbeiter.

Der Krankenstand sowie zahlreichen andere Aufgaben des Bauhofes wurden den nachfragenden Ratsmitgliedern als Grund für die Versäumnisse genannt. Das überzeuge nicht, so die CDU. Organisationsdefizite seien zu beheben, Arbeitsprozesse rationell und „erfolgsorientiert“ umzugestalten und „gegebenenfalls auch mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu kontrollieren!“ Vernichtend das Fazit: „Das Vertrauen in die Aufgabenerledigung durch den Bauhof ist in weiten Teilen der Bevölkerung nicht mehr wahrnehmbar!“

Dass der „Ton die Musik“ macht, war das Erste, was der CDU entgegnet wurde. Bürgermeister Bernhard Tholen war über manche Formulierung „unglücklich“, Rainer Mansel (SPD) sah hier mit Unterstellungen gearbeitet, die „starker Tobak“ seien. Er gab den Antragstellern in der Sache allerdings recht. Helga Heinen (Freie Wähler) hielt den Angriff für „nicht fair“ und konnte von zufriedenen Bürgern aus ihrem Wohnort Mindergangelt berichten.

So wie es in dem Schreiben geschildert sei, werde die Angelegenheit in der Bevölkerung wahr genommen, sprangen weitere CDU-Mitglieder dem Fraktionschef zur Seite. Milthaler wiederum erinnerte daran, dass es diese Probleme seit Jahren gäbe, nichts Nennenswertes geschehen sei und verteidigte den Brief als „schriftlichen Weckruf“.

Es entwickelte sich eine lange Diskussion über die vielfältigen Aufgaben der rund 20 Mitarbeiter des Bauhofes, die ja nicht nur die vielen Grünflächen in der Gemeinde zu pflegen haben. Bürgermeister Bernhard Tholen stellte erst einmal grundsätzlich fest, dass das Team um Günter Paulzen „gute Mitarbeiter“ seinen. Er wusste auch zu berichten, dass die Bauhofleute, von denen zehn der Sitzung beiwohnten, sich von dem Schreiben persönlich angegriffen gefühlt haben. „Die Form war schlecht, der Kern der Aussagen trifft allerdings zu“, so Tholen. Die Frage stand im Raum, ob zu wenige Mitarbeiter nicht zu viele Arbeiten zu erledigen haben. Das CDU-Schreiben war auf den 11. August datiert.

Bei der Sitzung, also nicht einmal einen Monat später, war ein großer Teil der bemängelten Arbeiten schon erledigt. Das alles, so Tholen, gehöre zu der Neustrukturierung, die auf dem Bauhof Einzug hält. Auf Nachfrage von Günter Heinen (Freie Wähler) erläuterte der Bürgermeister, dass Johannes van Helden, (ehemaliger Waldfeuchter Bürgermeister) diesen Prozess auf Honorarbasis am Bauhof begleitet. „Das ist aber kein Controlling sondern reines Coaching!“ Die direkten Anrufe beim Bauhof sind zum Beispiel ab sofort gestrichen; alles muss über die Verwaltung laufen. Die Bestandsaufnahme der zu erledigenden Arbeiten und die Neuorganisation am Bauhof gehen weiter. Darüber wird in der Dezembersitzung des Rates berichtet und dann auch der von der CDU geforderte Jahresarbeitsplan 2015 mit Terminvorgaben für die einzelnen Ortsteile vorgestellt.

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