Aachen: Für Kinderschutz: Infokarten für schnelle Hilfe in Aseag-Bussen

Aachen: Für Kinderschutz: Infokarten für schnelle Hilfe in Aseag-Bussen

„Hinsehen, hinhören, eingreifen“ — mit diesem Slogan wollen die Jugendämter in der Städteregion Aachen die Bürger für mehr aktiven Kinderschutz sensibilisieren. Im Rahmen der Aktion „ImBlick“ hängen deshalb ab sofort in den 200 Bussen der Aseag auf Augenhöhe so genannte Swingcards.

Auf ihnen befindet sich ein QR-Code, über den man schnell auf die Internetseite www.imblick.info gelangt. Wer Kinder in Not sieht, findet auf dieser Seite unter der Rubrik „Hilfe“ Ansprechpartner aus der gesamten Städteregion.

„Wir brauchen Hilfe von Bürgern“

„Unsere Idee ist, mit Hilfe von Kooperationspartnern den Kinderschutz publik zu machen“, erklärt Angelika Degen vom Jugendamt für die Städteregion Aachen. „Die Jugendämter allein können nicht den Schutz von Kindern sicherstellen. Wir brauchen dazu die Hilfe von den Bürgern.“

Ziel der vierwöchigen Kampagne ist, die Bevölkerung zum schnelleren Handeln zu ermutigen und mehr betroffene Kinder und Jugendliche zu erreichen. „Nur mit einem großen Netzwerk können wir den Kinderschutz garantieren“, sagt Norbert Latz vom Jugendamt Herzogenrath.

900 Meldungen pro Jahr

Rund 900 Meldungen mit Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung erhält das Jugendamt Aachen laut Hajo Elsen im Jahr. Sowohl die Hinweise aus der Bevölkerung als auch die Zahl der anonymen Beratungen sei in der Vergangenheit gestiegen.

Dabei kommen Vernachlässigung, häusliche Gewalt und Hilfsbedürftigkeit längst nicht nur in sozial schlechter gestellten Schichten vor: „Sie ziehen sich vielmehr durch alle Schichten. In den besser gestellten verläuft das ganze allerdings subtiler“, erklärt Elsen. Wer nun nicht mehr länger wegsehen will, kann sich deshalb ImBlick.info als Lesezeichen auf Smartphone oder Tablet ablegen — für alle Fälle!

(bib)
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