Fünf Alsdorfer Bildungseinrichtungen mit Klimaschutzpreis geehrt

Kleine Klimaschützer zeigen Alsdorf, wo es lang geht

Fünf Alsdorfer Bildungseinrichtungen sind für ihr Engagement beim Klimaschutz ausgezeichnet worden. Die Kindertagesstätte Kellersberg wurde mit dem Hauptpreis von 1250 Euro bedacht.

Große Augen machten die Alsdorfer Kinder, als sie das erste Mal in ihrem Leben den großen Sitzungssaal des Rathauses betraten. Dort, wo normalerweise in langen Debatten die Zukunft ihrer Heimatstadt gestaltet wird, zeigten die Kids, was Erwachsene noch alles von ihnen lernen können. In Sachen Klimaschutz macht den Schülern des städtischen Gymnasiums, der Gustav-Heinemann-Gesamtschule und der Marienschule sowie den „Minis“ der Kindertagesstätte (Kita) Kellersberg nämlich so leicht keiner etwas vor. Fünf Gruppen wurden jetzt mit dem „ innogy-Klimaschutzpreis“ bedacht.

Bürgermeister Alfred Sonders zeigte sich schwer beeindruckt, mit welchem Ehrgeiz die jungen Klimaschützer ihre individuellen Projekte ausgearbeitet hatten. Mit Mut, Überzeugungskraft und Herzblut sei in jedem einzelnen Fall eine Idee konsequent in die Tat umgesetzt worden – unzählige Eltern, Mitschüler, Freunde und Bekannte sind auf den jeweiligen Zug bereits aufgesprungen. Lehrerin Anissa Schiffer vom Alsdorfer Gymnasium (Dalton-Projekt) organisiert beispielsweise seit Jahren einen schulinternen „Fahrradtag“. Lehrerkollegen, Schüler und Angestellte sollen an diesem Tag nach Möglichkeit auf die Anreise mit dem Auto verzichten und dafür kräftig in die Pedale treten.

Schiffer wurde zusammen mit ihrem Organisationsteam („Bike Day“) mit Sachpreisen bedacht. Unter anderem dürfen sich die „Radprofis“ über einen kostenlosen Besuch im Energeticon freuen. Das Motto der Gruppe ist einfach und genial: global denken, lokal handeln. Bis zu 90 Prozent der Schüler konnten für den Projekttag begeistert werden.

Auch die Marienschule konnte in der Preiskategorie „Sachpreise“ punkten. Fairer Handel ist den Marienschülern ein besonderes Anliegen – die Aufklärung über Fair-Trade-Produkte und der Aufruf zu deren Erwerb war der Mittelpunkt des Projekts. Unter anderem hatte sich eine Exkursionsgruppe zum Aachener Weihnachtsmarkt aufgemacht, um sich bei den dortigen „Fair-Trade-Anbietern“ Tipps zu holen.

Das Dalton-Projekt am Alsdorfer Gymnasium machte gleich einen „Doppelsieg“ perfekt und sicherte sich auch den dritten Platz. Die Verknüpfung von Kunst und Umweltschutz ist das erklärte Ziel an der Schule. Eine Schülergruppe hatte klassenübergreifend für die Idee geworben, sodass in diesem Jahr an der Konrad-Adenauer-Allee ein Staudenbeet verwirklicht werden konnte. Die kleine Oase fördert sowohl die Biodiversität als auch ein ökologisches und schöneres Stadtbild. Bürgermeister Sonders freute sich besonders über die gelungene Kooperation mit dem städtischen Eigenbetrieb Technische Dienste, der die Schüler unterstützte. Beispielsweise würden die seitens der Stadt angelegten Wildblumenbeete durch derartige Projekte perfekt ergänzt. Auch ein „Bienenhotel“ am Energeticon haben die Schüler errichtet – in Zeiten von Bienensterben ein Bau von unschätzbarem Wert.

Die Gustav-Heinemann-Gesamtschule schlug mit ihrem Projekt derweil in eine ähnliche Kerbe. Der Schulgarten wurde 2018 an allen Ecken und Enden weiterentwickelt, verschönert und natürlich auf die Bedürfnisse von wilder Flora und Fauna angepasst. Das angebaute Obst und Gemüse reiche zwar noch nicht zur „autarken Versorgung“, allerdings lässt der Geschmack die Feinschmeckerherzen höher schlagen. Der Bio-Abfall kann wiederum in der neu entwickelten „Wurmkiste“ kompostiert werden. Unter anderem wird in diesem Kasten durch die Fixierung von Kohlendioxid ein natürlicher Düngeeffekt erzeugt.

Bei den Hauptpreisträgern von der Kita Kellersberg war es schwer, den Überblick über die zahllosen Projekte zu behalten. Ob Mülltrennung, Wassersparen, gesunde Ernährung, eigener Obst- und Gemüseanbau in Hochbeeten oder das sogenannte „Upcycling“ - die Kids waren an unzähligen Fronten gleichzeitig aktiv. Ausrangierte Gummistiefel dienen am Kita-Zaun als Blumentöpfe, in den Bastelstunden werden klimaneutrale Materialien verwendet. Die Begeisterung der „Minis“ übertrug sich schnell auch auf die Eltern. Mit dem neuen Wissen und den vielen Erfahrungen im Gepäck treten die Kids schon in jungen Jahren als absolute Vorbilder auf. Besuche beim Imker oder beiden den „Fledermäusen am Alsdorfer Weiher“ ließen auch Blicke auf die etwas versteckten Winkel unserer Umwelt zu.

Die stattlichen 1250 Euro Preisgeld will die Kita nutzen, um das Projektgeflecht in Kellersberg weiter auszubauen und mit neuen sowie spannenden Exkursionen zu bereichern. Walfried Heinen, Kommunalbetreuer von innogy, lauschte gespannt den Vorträgen der Klimaschützer. Während der Preisübergabe fand er überaus lobende Worte für die Arbeit und den Mut aller Beteiligten: „Ihr habt Großes geleistet. Jeder sollte sich ein Beispiel an eurer Einstellung nehmen.“