Steile Aufstiege, schöne Täler: Wanderweg rund um Monreal

Steile Aufstiege, schöne Täler : Wanderweg rund um Monreal

Wie das mit Rundwegen so ist, man kann an beliebiger Stelle einsteigen. Und kann sie im Uhrzeigersinn laufen oder dagegen. Was bei der einen Richtung der steile Aufstieg ist, entpuppt sich aus der anderen Richtung als beschwerlicher Abstieg.

Das ist so auch beim „Monrealer Ritterschlag“, ein Titel, den sich die Eifeler Touristikmanager ausgesucht und den Wanderfreunde 2011 zu einem der „Traumpfade“ in der Eifel gekürt haben.

Mehr zufällig haben wir am Sportplatz hinter dem alten Bahnhof (und der dortigen Einkehrmöglichkeit „Stellwerk“ www.stellwerk-monreal.de) geparkt und sind an der Elzlaybrücke gestartet und den Rundweg gegen den Uhrzeigersinn gewandert. In mancher Wegbeschreibung wird Schwindelfreiheit verlangt. Das sollte nicht allzu eng ausgelegt werden. Sie war erst beim Aufstieg auf die beiden Türme der Burgruinen vonnöten. Auf dem Weg selber ist wohl Trittsicherheit gefragt sowie festes Schuhwerk. Und Kondition. Denn die knapp 14 Kilometer Wegstrecke überwinden rund 500 Höhenmeter in steilen Auf- und Abstiegen. Zwar sind diese gelegentlich in Serpentinen etwas wanderfreundlich angelegt und Holzplanken und Steintritte simulieren zuweilen Treppen.

Belohnt wird der Wanderer durch wundervolle Wege durch Eichen- und Buchenwälder, seltener führt der Weg durch Nadelgehölz. Es gibt Strecken über Felder, meist sind es jedoch schmale Waldpfade, auf denen die Wurzeln der Bäume ein Muster gestrickt haben. Vorsicht – Stolperfallen! Es folgen aber auch Abschnitte, die über breite Wirtschaftswege führen. Kinder sollten die Grundschule hinter sich haben, ehe man sie auf den Weg mitnimmt. Für Kinderwagen (oder gar Rollstühle) ist der Weg nicht geeignet. Die Markierung ist ausgezeichnet, sowohl an jeder Weggabelung wie auch „unterwegs“. Mit ein wenig Aufmerksamkeit ist ein Verlaufen nahezu unmöglich.

Kurz nach unserem Start gibt es ein Hinweisschild zur malerischen Augstmühle. Unterwegs gibt es später auch noch den Schnürenhof. Der Hofladen bietet frische Produkte aus eigener Landwirtschaft an: Öffnungszeiten: Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag von 9 bis 12 Uhr. Einkehrmöglichkeiten gibt es ansonsten unterwegs nicht, der Wanderer ist auf den Inhalt seines Rucksacks angewiesen.

Die vorgeschlagene Wegrichtung gegen den Uhrzeigersinn hat den Vorzug, dass nach etwa drei Stunden – je nach Häufigkeit und Länge der Pausen an einer der Bänke – der Ortskern von Monreal erreicht wird.

Das bietet Gelegenheit, in einem der zahlreichen Cafés oder Restaurants eine längere Erholungspause einzulegen. Als ein Beispiel sei das Café Plüsch genannt. Das Gebäude wurde im barocken Stil 1744 errichtet und beherbergte früher die Bäckerei des Städtchens. Die Stärkung macht Sinn, ehe es dann an den nun wirklich steilen Aufstieg zur größeren Löwenburg geht. Deren Ruinen sind nach längerer Restaurierung wieder zugänglich und vermitteln einen Eindruck von der ursprünglich großen Ausdehnung. Der Vorgängerbau „Spornburg“ wurde 1229 erstmals urkundlich erwähnt. Als ihr Erbauer gilt Graf Hermann III. von Virneburg. Die benachbarte Philippsburg wurde ebenfalls im 13. Jahrhundert errichtet. Bei Wikipedia ist zu erfahren, dass es bezüglich ihrer Existenz zwei unterschiedliche Thesen gibt: Die erstere geht davon aus, dass die Philippsburg lediglich als Vor- oder Außenwerk der Löwenburg erbaut wurde, nach der örtlichen Überlieferung soll die Burg jedoch als „Antwort“ Philipps auf den unerlaubten Bau der Löwenburg durch seinen Bruder erfolgt sein.

Herrlicher Blick über die Stadt

Die Löwenburg wurde 1689 durch französische Truppen zerstört. 1815 kam die Burg in Staatsbesitz. Der runde, etwa 25 Meter hohe Bergfried der Löwenburg gewährt heute wieder einen herrlichen Blick über die Stadt und ins malerische Elztal. Der Eingang liegt im Übrigen etwa drei Meter über dem Grund, damals wohl nur mit einer Leiter erreichbar, die eingezogen wurde und zumindest den Turm so gut wie uneinnehmbar machte. Dazu dienten auch die etwa drei Meter dicken Mauern. Heute erleichtert eine metallene Wendeltreppe den Zugang, der ganzjährig geöffnet ist.

Die Philippsburg entstand wahrscheinlich ebenfalls im 13. Jahrhundert. Wie den größeren „Bruder“ zerstörten französische Truppen auch die kleinere Burganlage im Jahr 1689. Von der Philippsburg sind heute noch Teile der Umfassungsmauer und ein schlanker Turm mit einem Rundbogenfries erhalten.

Wobei anzumerken ist: Monreal lohnt einen Ausflug auch ohne gleich die Wanderschuhe zu schnüren: Die gut gepflegten Fachwerkhäuser aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert sind sehenswert. Sie zeugen vom Wohlstand früherer Zeiten und wecken Erinnerungen an die Tuchmacher der Barockzeit. Auch dem Mittelalter kann der Besucher begegnen: in der Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert oder der Friedhofskapelle aus dem 12. Jahrhundert. Drei steinerne Brücken führen über die Elz, von denen die mittlere Fahrbrücke wohl die schönste ist – geschmückt durch die Statue des traditionellen Brückenheiligen Johannes Nepomuk. Und gegenüber steht das im Rheinland einzigartige Löwendenkmal – vier Löwen stützen (und beschützen?) eine Kreuzdarstellung.

Auf einer Brücke, die in Monreal über die Elz führt, stehen vier steinernde Löwen und ein Kreuz. Foto: Martin Thull

Ein Viergiebelhaus

Eine zusätzliche Attraktion ist hier das spätmittelalterliche Viergiebelhaus, datiert auf das Jahr 1492, kürzlich erst umfangreich renoviert und von Grund auf saniert. Vor dessen Südwand steht ein Schandbaum aus dem Jahr 1642, bestimmt für „derer Strauch-, Feld- und Gartendiebe“, wie eine Inschrift verrät.

Zahlreiche Häuser sind mit kleinen Informationstafeln versehen, die deren Geschichte erklären. Auch die ARD hat Monreal entdeckt als Kulisse für die Serie „Der Bulle und das Landei“ mit Uwe Ochsenknecht und Diana Amft. Und RTL nutzte die Fachwerkidylle bereits für Szenen der Serie „Alarm für Kobra 11“.

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