Wanderung am Dreiländerpunkt: Naturpfade mit Schlosspark und herrlicher Aussicht

Wanderung am Dreiländerpunkt : Naturpfade mit Schlosspark und herrlicher Aussicht

Herrliche Aussichten vom Dreiländerpunkt aus bietet uns diese 15 Kilometer lange Wanderung. Sie führt uns zu den „Hinterlassenschaften” des Aachener Tuchindustriellen Von Clermont.

Sein prächtiges Schloss (Kasteel Vaalsbroek) mit dem Park im englischen Stil liegt entlang der Strecke. Da diese Rundwanderung vom höchsten Punkt der Niederlande startet und endet, gibt es einige Steigungen. Die Wanderung ist dennoch ein Genuss, weil hier drei Dinge zusammenkommen: wunderbare Landschaft, naturbelassene Pfade und urige Gaststätten.

Vom Parkplatz neben dem Wilhelminaturm gehen Sie zurück zur Straße. Bereits 1905 befand sich hier ein wesentlich niedrigerer Aussichtsturm, der nach der niederländischen Kaiserin Wilhelmina benannt wurde. Der heutige Turm ist 35 Meter hoch und bietet einen atemberaubenden Blick über die Niederlande und Deutschland.

Gegenüber dem Parkplatz des Ausfluglokals „De Wilhelminatoren“ erblicken Sie eine Bushaltestelle. Dahinter biegen Sie ab in einen mit einer grünen Schranke versehenen Fußweg. An einer weitläufigen Wiese laufen Sie entlang und nach knapp 100 Metern mit einer Linkskurve in den Wald.

Geraume Zeit folgen Sie dem Weg durch einen lichten Mischwald und laufen über eine Kreuzung geradeaus hinweg auf eine weitere grüne Schranke zu. Dahinter halten Sie sich rechts und folgen der roten Markierung. Leicht abwärts laufend passieren Sie ein Holzkreuz und einen Grenzstein bevor Sie auf eine weitere Abzweigung treffen. Hier steht der imposante, gusseiserne belgisch-niederländische Grenzstein mit der Nummer 2.

Sie entscheiden sich für den mittleren Weg, rechts des Grenzsteines (rot). Der von Baumwurzeln durchzogene Weg führt schließlich steil abwärts und wieder aufwärts und gibt nach links einen weiten Blick auf die belgische Ortschaft Gemmenich frei. Nach einem kurzen, steinigen Stück steil abwärts erreichen Sie den Gemmenicher Weg. Sie folgen ihm für 200 Meter nach links und können vor dem Schild „Kurven auf 800 Metern“ über eine hölzerne Absperrung die Straße verlassen und in den Wald eintauchen (grün).

Die alte Wassermühle berherbergt das Café „In de oude watermolen“. Die Parkanlage des Kasteel Vaalsbroek ist frei zugänglich. Foto: zva/Petra vanderheiden

Der Verkehrslärm wird weniger, während Sie sich der nächsten Abzweigung nähern. Hier geht es, der grüne Markierung folgend, nach rechts abwärts. Der Weg wird immer schmaler und schließlich können Sie nur noch im Entenmarsch hintereinander wandern. Etliche Zeit später wandern Sie rechts abwärts auf eine Schranke zu. Das Holztor in eine Wiese beachten Sie nicht, sondern bleiben für längere Zeit (etwa 500 Meter) geradeaus.

Schließlich führt der Weg abwärts. Aufgepasst! An der undeutlichen Kreuzung mit einem rotbraunen Schild „Zuidlimburg“ biegen Sie scharf links ab und wandern auf einem steilen, gerölligen Weg aufwärts. Am höchsten Punkt schließt sich für ein paar Meter ein Grasweg an, an dessen Ende eine Bank steht. An der folgenden Kreuzung mit einem gegabelten Baum und einem weiteren Schild „Zuidlimburg“ wandern Sie nach rechts. Einige hundert Meter weiter lichtet sich kurz der Wald und gibt den Blick auf Ihren Ausgangspunkt, den Wilhelminaturm, frei. Sie ignorieren alle Möglichkeiten abzubiegen, bis zu Ihrer Rechten ein mit einem hölzernen Schlagbaum gesicherter Waldweg ins Auge fällt. Er ist mit einem grünen Pfahl gekennzeichnet.

Die Statue einer Wandererin in Vaalsbroek. Foto: zva/Vanderheiden-Berndt

Diesem folgen Sie ebenfalls unbeirrt geradeaus (eine weitere Bank gewährt Ihnen eine schönen Blick), bis Sie an eine Schranke unmittelbar an der Epenerbaan auskommen. Auf dem Hügel zu Ihrer Linken liegt im Wald ein Hügelgrab aus der Bronzezeit (2000 bis 800 vor Christus). Das Ausflugslokal Lodge 7 steht momentan leider als Einkehrmöglichkeit nicht zur Verfügung. Sie gehen nicht den Asphaltweg seitlich von Lodge 7 abwärts, sondern folgen dem mit Schild „Zuidlimburg“ versehenen Fußweg in den Wald.

Mit einer Linkskurve bringt Sie dieser steil aufwärts auf einen Querweg. Rechts, seitlich des Weges, können Sie sich auf einem Schild zum Holsetter Wald, den Sie jetzt durchwandern, informieren. An diesem Querweg wenden Sie sich nach rechts. Bei der Y-Gabelung entscheiden Sie sich für den linken Weg, der von einem grünen und gelben Pfahl flankiert wird. Achtung: Bei der nächsten Abzweigung mit herrlichem Blick über das südlimburgische Heuvelland biegen Sie scharf links ab. Die Bank steht hier perfekt! Die zwei spitzen Türmchen gehören zum Kloster in Mamelis. Die Kirche, die ins Auge fällt, steht in Vijlen und ist die höchste der Niederlande.

Foto: zva/Petra vanderheiden

An Buchen und Birken

Der zum Teil recht schmale Wanderweg führt Sie durch einen jungen Wald aus hauptsächlich Birken und Buchen. Am Querweg geht es nach rechts, der gelben Markierung nach. Beim Abwärtslaufen des steinigen, zerklüfteten Weges erblicken Sie vor sich einen Hochsitz. Weiter unten (bei einem weiteren Schild zum Holsetter Wald) nutzen Sie die Möglichkeit, sich links haltend, auf den Hochsitz zuzulaufen.

Nach diesem biegen Sie rechts ab und wandern am Waldrand entlang, Nach rechts blicken Sie auf eine historische Hofanlage namens Einrade und einige Windräder, die auf deutscher Seite in Vetschau stehen. Der Weg dreht nach links. Sie laufen aufwärts an Buchen entlang, ignorieren die breite, von Forstfahrzeugen erzeugte Schneise und biegen erst 300 Meter weiter oben nach einem grünen Pfahl (vor dem Baum mit dem Hinweisschild in drei Meter Höhe auf das Waldcafé „Het hijgend hert“) rechts ab.

Erneut wandern Sie am Waldrand entlang. Weiter vorne blicken Sie rechts auf den Lousberg und das Aachener Klinikum. Alle Abzweigungen werden ignoriert, bis Sie eine größere Kreuzung mit weißem Pfahl erreichen. Wer eine Pause im Waldcafé einlegen möchte, wandert nach links. „Het hijgend hert“, was soviel wie „der röhrende Hirsch” bedeutet, ist mit dem Kinderbauernhof ein beliebtes Ziel für Familien. Rund um das Café kann der Nachwuchs im Wald toben.

Wenn Sie sich fürs Weitergehen entscheiden, wandern Sie an der Kreuzung mit dem weißen Pfahl nach rechts. Auch die Grenzroute 6 verläuft hier. Den Wald verlassen Sie schließlich und wandern auf einem Feldweg weiter bis zur Durchgangsstraße. Nachdem Sie den Verkehrsweg vorsichtig überquert haben, verläuft die Grenzroute 6 auf einem schmalen Pfad zwischen zwei Hecken.

An der Abzweigung folgen Sie dem Schild „Lemiers” und passieren damit das Gedenkkreuz des 12-jährigen Wiel Heuts, der durch einen Jagdunfall starb. Dann verlassen Sie die Grenzroute 6 und folgen der Rechtskurve (gelb). Geraume Zeit bleiben Sie auf dem breiten Feldweg, immer das nächste Etappenziel (das Dörfchen Holset) vor Augen. Über den Platz von Container Baggen laufend erreichen Sie erneut eine Durchgangsstraße, wenden sich für einige Meter nach rechts und biegen hinter dem großen Hof, welcher eine Osteopathie-Praxis beherbergt, links ab in einen für Autos gesperrten Weg.

Anmerkung: Beachten Sie die Quelle, die sich in das Becken in dem Unterstand gegenüber der Praxis ergießt. Es handelt sich um die Lambertusquelle. Ihr Wasser wirkt angeblich heilend bei Augenleiden. Nach etwa 200 Metern befinden Sie sich plötzlich im Zentrum des hübschen Dörfchens namens Holset mit zahlreichen Einkehrmöglichkeiten. Auf der Terrasse von „Oud Holset” sitzt man mit Blick auf die alte Kirche wie in Frankreich. Im weitläufigen Garten hinter „Leon”, blickt man auf den Wilhelminaturm.

Aufgepasst: Bei Domein Holset laufen Sie links über einen Kiesweg am Haupteingang vorbei und halten sich dann weiter links, um einem versteckten, sehr schmalen Fußweg entlang von Weißdornhecken zu folgen. Ein Drehkreuz bringt Sie in ein Feld, welches Sie auf einem Trampelpfad durchqueren. An einem breiten Feldweg biegen Sie rechts ab und gehen bis zu einem Querweg mit Bank und eisernem Wegkreuz (Weijerweg). Links haltend folgen Sie dem Wegweiser in Richtung Vaals bis zum nächsten Querweg (Eschberg). Ihr Wanderweg führt nun nach rechts. Sie queren den Schuttebergsweg, und nach dem Bushäuschen betreten Sie das Gelände von Schoss Vaalsbroek.

Der Sitz des Tuchfabrikanten

Dieses historische Gebäude gehörte dem Tuchfabrikanten Johann von Clermont, dessen Familie in Aachen Tuche herstellte. Da die Gesetze des Zunftwesens ihn in Aachen zu sehr beschränkten, verlegte er seine Fabriken nach Vaals. 1761 erwarb von Clermont den baufälligen Adelssitz „Vaalsbroek” mit Mühle aus dem 15. Jahrhundert und baute ihn zu seinem Stammsitz aus. Er gestaltete das Gelände um Vaalsbroek zu einem prächtigen Park mit Enten- und Fischteichen, Obstplantagen (Hoogstamboom) und seltenen Baumgruppen im englischen Stil. 1788 errichtete er ein Mausoleum, wo er zu seinen Lebzeiten drei seiner 16 Kinder sowie seine Ehefrau beisetzen lassen musste.

Die einstige Tuchfabrik ist heute eine ansehnliche Hotelanlage. Der weitläufige Park ist frei zugänglich. Am Haupteingang gehen Sie vorbei und biegen anschließend links ab, um über die Terrasse des Cafés „In de oude watermolen” zu gehen. Unmittelbar am Teich mit zahlreichen Enten, Gänsen und ihrem Nachwuchs lässt sich herrlich ausruhen.

Laufen Sie weiter um den großen Teich herum. Links sehen Sie ein einsames Haus in den Wiesen liegen. Das ist das Mausoleum. Mit Blick auf den Eingang des Mausoleums gehen Sie dann nach links. Bei einem Picknickplatz, der häufig von den Brennnesseln zugewuchert ist, halten Sie sich rechts und durchwandern eine Streuobstwiese.

Die neugierigen Augen einiger Kühe verfolgen Sie auf Ihrem Weg entlang der Hecke. An der Hecke entlanglaufend stoßen Sie am Ende der Wiese auf ein Klapptor. Nachdem Sie hindurch gegangen sind, ändern Sie die Richtung nicht, sondern durchwandern eine weitere Wiese geradeaus. Mit Erreichen einer Straße gehen Sie links und geradeaus über die Kreuzung Meelenbroekerweg hinweg.

Am Ende dieser Straße stehen Sie am Schuttebergsweg vor einer Mariengedenkstätte und der Zufahrt zu „Hoeve de Linde“. Nach einer Pause in dem sehenswerten Lokal mit einzigartigem Flair folgen Sie dem Schuttebergsweg weiter aufwärts, an einem Pferdehof entlang. Einige hundert Meter weiter (am Gemmenicher Weg) stoßen Sie auf die lebensgroße Holzskulptur eines Wolfes.

Für 50 Meter gehen Sie nach rechts und überqueren an der Ecke Gemmenicher Weg/Meelenbroekerweg vorsichtig die Straße um gegenüber einem Grasweg zu folgen. Der Weg wird von einer Wiese flankiert, auf der sich Schweine suhlen dürfen. An der nächsten Abzweigung (bei einem Wegkreuz) geht es nach rechts weiter. Ein schmaler und steiniger Weg führt Sie in den Wald.

Nachdem Sie den Querweg erreicht und sich nach links gewendet haben, folgt die letzte größere Anstrengung. Während Sie alle Abzweigungen ignorieren verläuft dieser letzte Abschnitt der Wanderung steil bergauf bis zum Dreiländerpunkt, neben dem der Baudouin Aussichtsturm liegt.

Wenige Meter dahinter sehen Sie auch einen weiteren gusseisernen Grenzpfahl von 1843, der heute den höchsten Punkt der Niederlande markiert.

Mehrere Einkehrmöglichkeiten und ein großer Spielplatz erwarten Sie. Um zum Parkplatz zurückzukehren, halten Sie sich links und laufen auf einem Fußweg seitlich der Straße zurück bis zum Wilhelminaturm.

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