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US-Drama „Harriet - Der Weg in die Freiheit“: Von der Sklavin zur Fluchthelferin

US-Drama „Harriet - Der Weg in die Freiheit“ : Von der Sklavin zur Fluchthelferin

Die Geschichte von Harriet Tubman (1820-1913), die von der Sklavin zur Freiheitskämpferin wurde, ist in diesem exzellenten Biopic eine spannende Geschichtsstunde mit einer starken afro-amerikanischen Identifikationsfigur.

Die Ankündigung einer Heirat ist ein kurzer Moment der Freude für die Sklavin Minty. Die Bitte um Gewährung ihres Rechts zu heiraten bei den weißen Besitzern ihrer Familie ist eine brutale Ernüchterung. Im kapitalistischen System der Ausbeutung von Arbeitskräften zählen selbst verbriefte Rechte nichts. Die verzweifelte Minty folgt darauf ihren Visionen: Wie das Pferd aus ihren Tagträumen bricht sie aus ihren Fesseln aus und flieht. Zu Fuß 160 Kilometer nach Norden, bis der Schritt in den Staat Pennsylvania die Freiheit bedeutet.

Doch damit ist die Geschichte dieser eindrucksvollen Frau noch lange nicht zu Ende. Aufgenommen und aufgepäppelt von Fluchthelfern entschließt sich bald, bewaffnet in den Süden zurückzukehren, um andere Sklaven zu befreien. Der Mann, den sie liebt, hat zwar inzwischen eine andere geheiratet, aber im Laufe der nächsten Jahre kann Harriet Tubman, so wie sie jetzt heißt, über 70 Menschen in die Freiheit bringen.

Die berühmte Fluchtorganisation „Underground Railroad“ läuft erfolgreich bis zum verabscheuenswürdigen Fugitive Slave Law von 1850. In einer dieser typischen menschenunwürdigen politischen „Kompromisse“ erlaubte der Kongress die Jagd auf befreite Sklaven auch in den Nord-Staaten. Nun müssen sie alle mehrere Hundert Kilometer nach Kanada gebracht werden...

Manchmal ist es besser, weniger laut Eindruck zu machen. Selbst wenn Mindy auf der Flucht in einen reißenden Fluss springt und fast ertrinkt, hat „Harriet“ nicht die Härte und Brutalität von „12 Years a Slave“ oder „Django Unchained“. Der stillere, aber nicht weniger packender Kampf um Freiheit konzentriert sich auf eine eindrucksvolle Frau, die zahllose Sklaven befreite und schließlich im Bürgerkrieg einen Trupp schwarzer Soldaten anführte.

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Die britische Sängerin und Schauspielerin Cynthia Erivo („Bad Times at the El Royale“) beeindruckt in dieser sehr starken Rolle der Harriet Tubman, zeigt die Entwicklung einer energischen Frau, die erst lernen musste, „wie ein freier Mensch zu gehen“. Große Panoramen mit großem Orchester ergänzen die hervorragende Umsetzung mit guten Darstellern, Dialogen, Kostümen und Kulissen.

Die interessante Geschichte von „Underground Railroad“ lässt bedenken, welchen schlechten Klang „Fluchthilfe“ heute bekommen hat. Ganz aktuell ist bei diesem Film aus 2019 besonders beklemmend, wie der überforderte Junior-Chef des Farm- und Sklaven-Unternehmens droht, Harriets Schwester, die als Hausmädchen arbeitet, zu erwürgen.

USA 2019 (Harriet), Regie: Kasi Lemmons, mit Cynthia Erivo, Leslie Odom Jr., Joe Alwyn, 126 Min., FSK ab 12

Aachen: Cineplex

Eden: Alsdorf Cinetower

Düren: Lumen