„Terminator: Dark Fate“: Starkes Comeback und Frauenpower

„Terminator: Dark Fate“ : Starkes Comeback und Frauenpower

Sie ist zurück: Im sechsten Teil von James Camerons Science-Fiction-Saga gibt es ein Wiedersehen mit Linda Hamilton als Sarah Connor. Auch sonst ist der Film „Terminator: Dark Fate“ stark weiblich geprägt, und wirft dunkle Schlaglichter auf unsere Gegenwart.

„I’ll be back“ - dieser Schwarzenegger-Spruch aus dem ersten „Terminator“ erfüllte sich als Fluch für das Kino. Denn tatsächlich kommt dieses filmische Altmetall seit dem ersten Film aus 1984 immer wieder zurück. Dieses sechste Mal darf neben dem Ex-Bodybuilder-Politiker Schwarzenegger auch Linda Hamilton als Sarah Connor wieder ran. Als Seniorin an der Panzerfaust. Außer Frauen-Power ist allerdings nichts Interessantes zu vermelden.

Die Idee zu „Terminator“ stammt immerhin von James Cameron („Avalon“, „Abyss“, „Titanic“) und ist genauso wenig totzukriegen wie Schwarzenegger als Blechbüchse aus der Zukunft. Der Plot, dass immer wieder ein fortschrittlicher Roboter in der Vergangenheit rummachen und vor allen Dingen morden will, ist ansprechend simpel. So simpel sogar, dass man sich fragt, weshalb es nicht jedes Jahr einen neuen „Terminator“ gibt. Das wäre jedoch vielleicht zu einfach. Und Cameron, der diesmal ohne erkennbare Handschrift als Produzent und Ko-Autor wieder dabei ist, lässt sich gerne viel Zeit - siehe „Avalon 2“ oder „Titanic 2“.

Diesmal ist nur das Geschlecht anders: Dani Ramos (Natalia Reyes) ist John Connor 2.0. Sie muss vor dem bösen Terminator gerettet werden, weil sie in einer alternativen Zukunft 2049 die Rebellen gegen eine künstliche Intelligenz namens Legion anführen soll. Schon in der mexikanischen Autofabrik wollen intelligente Maschinen wollen die Arbeiter eliminieren. Der neue Terminator Rev-9 (Gabriel Luna) macht sie aber richtig platt. Zu Glück rettet Grace (Mackenzie Davis), eine weiterentwickelte Super-Soldatin aus der Zukunft, Dani immer wieder. Als Karikatur ihrer selbst prügelt auch Sarah Connor mit. Und fürs Finale wird Schwarzenegger ausgegraben, der eigentlich mit Familie (!) irgendwo im Wald auf Ruhestand macht.

„Terminator 6“ - braucht die Welt das tatsächlich? Es gibt fast überall im Genre lauteren Krach, raffiniertere Action, mehr Humor und überhaupt mehr Film-Begeisterung. Das einst kultige Format wäre keiner Erwähnung mehr wert, wenn Kinokultur nicht weitgehend vom Marketing kontrolliert werden würde. Zur Auffrischung soll als zeitgeschichtliche Deko eine Grenzpassage in die USA mit überfülltem Flüchtlingszug herhalten. Und selbstverständlich das Arsenal an Front-Frauen. Allerdings machen die genau das Gleiche wie die Schießbuden-Figuren in den anderen Filmen.

Das digitale Morphing des jetzt schwarz flüssigen Terminators hat sich etwas vom Horrorfilm geklaut. Über logische Lücken im Zeitreise-System braucht man gar nicht erst zu reden. Auch andere Fragen bleiben ungeklärt, wieso kann fortschrittliche Technologie den Terminatoren immer noch nicht was Anständiges zum Anziehen mitschicken? Immer landen sie nackt in der Gegenwart!

Der „Deadpool“-Regisseur Tim Miller reiht sich unauffällig in dieses Festival der Enttäuschungen ein. Wenn Schwarzenegger die emotionalste Szene hat, stimmt etwas nicht mit dem restlichen Cast. X Gabriel Luna als neuer Terminator hat selbst für eine Maschine wenig Charisma. Zwar ist diese Kampfmaschinen-Masche ebenso wenig tot zu kriegen, wie die Blechkisten selbst. Auch wenn das immergleiche Erzähl-Gerüst erschreckend wenig frisches Handlungs-Fleisch mit sich bringt, für die Kinokasse scheint es noch zu reichen.

USA 2019 Regie: Tim Miller, mit Linda Hamilton, Arnold Schwarzenegger, Mackenzie Davis, Natalia Reyes, Gabriel Luna, Diego Boneta 128 Min. FSK ab 16

Aachen: Cinekarree, Eden

Alsdorf: Kinopark

Düren: Lumen

Erkelenz: Gloria

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