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Rezension zum Film „Suzi Q“

Film „Suzi Q“ : Die Rolle der Frau im Rock’n Roll neu ausgekleidet

Als klassische Musiker-Biografie erzählt „Suzi Q“ die Karriere eines Mädchens aus Detroit City nach, das als Bass-Spielerin und Rockerin im Lederoverall mit ihrem internationalen Durchbruch im Jahr 1973 die Rolle der Frau im Rock’n Roll neu auskleidete.

Schon früh startete Suzi Quatro mit Schwestern und Freundinnen die erfolgreiche Mädchenband „Pleasure Seekers“, brach die Schule ab und tourte in den USA. Entschlossen, im Musikgeschäft Erfolg zu haben, zog Suzi Quatro nach London, wo sie mit dem Musikproduzenten Mickie Most an einer internationalen Karriere arbeitete.

Mit „Can the Can“ gelang der erste Nummer-1-Hit. Leicht angeraute Songs wie „48 Crash“ oder Schmonzetten wie „Stumblin’ In“ mit „Smokey“ Chris Norman wurden zwar keine Meilenstein der Musikgeschichte, fürs Bravo-Poster reichte es. Später kam eine TV-Rolle in der „Sitcom Happy Days“ hinzu, Andrew Lloyd Webber gab ihr 1985 die Titelrolle im Musical „Annie Get Your Gun“.
Gerade der Moment des Durchbruchs zeigt die Schwäche dieser Dokumentation: Ganz schlecht montiert kommt nie Begeisterung auf. „Suzi Q“ lässt viel zu oft die Talking Heads anstelle der Musik sprechen. Diese - unter anderem Alice Cooper, ihr wesentlich schlechter gealtertes Groupie Joan Jett oder „Blondie“ Debbie Harry - erzählen dann vor allen Dingen von der Rolle als „erster weiblicher Rockstar“.

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Ansonsten sieht man eine anscheinend in sich ruhende Musikerin, Schauspielerin, Mutter und Großmutter gelassen zurückblicken. Nur der Neid der in Detroit ohne Erfolg zurückgebliebenen Schwestern verletzt immer noch. Aber bis auf ein paar Erklärungen zum Leben mit einer öffentlichen und einer privaten Identität ist diese Bio im Gegensatz zum alten Image kantenfrei und einfach langweilig.

Australien 2019 Regie: Liam Firmager 98 Min.