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Rezension zum Film „Man from Beirut“

Film „Man from Beirut“ : Ein blinder Auftragskiller hat ein großes Herz

Kida Khodr Ramadan, im Libanon geborener deutscher Schauspieler, ist auf sein erfolgreiches Gangster-Image festgelegt: Wie „4 Blocks“ spielt auch „Man from Beirut“ im Gangstertum, das arabisch spricht.

Der kleine Thriller mit Kunstambitionen um einen Killer und ein Kind war am 20. Mai der erste Kinostart nach langer Corona-Krise - in den Autokinos. Hauptdarsteller und Produzent Kida Khodr Ramadan spielt den blinden Auftrags-Killer Momo. Bei einem bezahlten Mord, der eher durch Unwahrscheinlichkeit als durch Coolness fasziniert, lässt Momo, verkleidet als Pizzabote, ein kleines Mädchen leben.

Deshalb jagen die Auftraggeber nun ihn und seinen Fahrer beziehungsweise „Blindenhund“. Es gibt zwar ein paar Morde, aber keine Action. Während eine kalte Killerin aus Österreich hinter ihm her ist, rührt die Fürsorge des Blinden um das kleine Mädchen.

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Im schwarz-weißen, fast quadratischen Academy-Format (4:3) sieht dieser moderne „film noir“ nach Kunst aus. Dazu im arabischen Off Gedanken übers Sterben und Sehnsucht nach dem Libanon. Da ist viel Streben nach Coolness zu ahnen, aber manchmal fehlt einfach nur die Farbe. Wenn der Regisseur Christoph Gampl erzählt, dass ihn dabei Takeshi Kitanos Film „Zatoichi“ (2003) über einen blinden Samurai-Kämpfer inspiriert hat, wird es im Vergleich zum Meisterwerk für den „Man from Beirut“ ganz schwarz.

Nein, diese Off-Texte, das Gangster-Milieu, die Welt, in der Männer Umhängebeutel („shoulder bag“) tragen, in der ein fahrender Kleiderschrank namens G-Klasse toll und ein moderner Prius lächerlich, das ist mit auch arg flachen Dialogen Material für B-Movie und Autokino.

BRD 2019 Regie: Christoph Gampl, mit Kida Khodr Ramadan, Blerim Destani, James Biberi, Susanne Wuest, Dunja Ramadan, 80 Min.