Eine eher stille, melancholische Romanze: „Once Again - Eine Liebe in Mumbai“ ist nicht das perfekte Bollywood-Kino

Eine eher stille, melancholische Romanze : „Once Again - Eine Liebe in Mumbai“ ist nicht das perfekte Bollywood-Kino

Amar und Tara lernen sich am Telefon kennen - der Filmstar bestellt seit einem Jahr allabendlich sein Essen bei der Köchin, und ihre Gespräche werden immer länger, immer persönlicher. Dabei berät überraschend die alleinstehende Mutter den älteren Mann aus der ganz anderen Welt:

Er kann nicht richtig tanzen und muss es doch für eine wichtige Filmszene. Das erste Treffen, auf das Amar drängt, verläuft schwierig. Später ist nicht nur das Interesse der Paparazzi belastend für die einfache Köchin, auch die in Indien so grausame Klassengesellschaft fordert Tribut.

Es ist naheliegend, dass „Once Again“ im Sozialen noch einmal eine ähnliche Struktur zeigt wie „Lunchbox“ von Ritesh Batra („Vom Ende einer Geschichte“) und wie „Die Schneiderin der Träume“ von Rohena Gera. Aber „Once Again“ ist halt nicht der neue Film von Ritesh Batra (der heißt „Photograf“ und kommt im Juli). „Once Again“ hält sich mit aufgeregten, quirligen Szenen, mit dem Komischen zurück und schwelgt in Stimmungen. Die eher stille, melancholische Romanze könnte ein indischer Wong Kar-Wai sein: „In the Mood for Love“ in Mumbai.

Die Impressionen einer quirligen Stadt dürfen in nächtlichen Autofahrten des einsamen Amar wirken. Erst nach seiner Öffnung für die Liebe erfährt er die Menschen um sich herum wirklich. Die selbstbewusste Tara kümmert sich um die unbezahlbare Hochzeit des Sohnes und weiß klug die Gefahren der Beziehung zu einem Star einzuschätzen. Dabei müssen auch die starken sozialen Verwerfungen Indiens eine Rolle spielen, aber wie alles andere nur beiläufig, niemals pamphletartig ins Bild gerückt.

Selbstverständlich sehen Neeraj Kabi als Amar und Shefali Shah als Tara sehr gut aus, aber „Once Again“ ist nicht das perfekte Bollywood-Kino, die Kamera wackelt hin und wieder mal, Selbstfindung gilt mehr als ekstatische Romantik. Und schließlich gelingt Amar auch die Tanzszene.

BRD, Österreich, Indien 2018 Regie: Kanwal Sethi, mit Neeraj Kabi, Shefali Shah 101 Min. FSK ab 0

Aachen: Apollo

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