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Filmkritik : Lotti oder der etwas andere Heimatfilm

Filmkritik : Lotti oder der etwas andere Heimatfilm

Eine Filmkritik zum deutschen Streifen „Lotti oder Bleicherode, der etwas andere Heimatfilm“.

Die kleine, sehr mäßig inszenierte Provinzgeschichte erinnert stark an den brasilianischen Film „Tieta“ aus dem Jahr 1996: Lotti (Marion Mitterhammer) kehrt nach zehn Jahren ihre altes Dorf Bleicherode in der thüringischen Provinz zurück, wo sie ihre Tochter zurückgelassen hat. Der Empfang bringt offene Feindseligkeit und schmierige Begehrlichkeit der Männer, denn Lotti hat zwischendurch Pornos gedreht. Das ist nicht nur unoriginell, sondern auch nur mäßig gespielt, meist sogar auf Laientheater-Niveau. Die satirisch gedachte Promenade der simpel bösartigen Dorfbewohner ist schlechtes Boulevard-Theater. Gegen das Biedere wird einfallslos Grobschlächtiges gesetzt. Allerdings führt „Lotti“ eifrig Lokalitäten vor, das Dorf-Marketing wird sich freuen. Denn alles ist einst als Lokalprojekt „Bleicherode der Film“ lanciert worden und tut sich mit einem bundesweiten Start aufgrund von coronösem Filmmangel keinen Gefallen. Der Komiker Bruno Jonas mit kurzen Gastauftritten auch nicht.

(ghj)