„Killerman“ mit Liam Hemsworth als Racheengel

Harter Gangster mit weichem Kern : Liam Hemsworth als Racheengel im Actiondrama „Killerman“

Wie hieß noch mal dieser Schauspieler und in was für Filmen hat er mitgespielt? Moment mal..., oder: „Memento“! Es ist ein schwieriges Ding um das Gedächtnis. Vor allen Dingen, wenn es weg ist. Richtig: Superstar Liam Hemsworth macht als „Killerman“ auf harten Gangster mit weichem Kern.

Moe Diamond (Liam Hemsworth aus „Die Tribute von Panem” und „Independence Day: Wiederkehr“) ist scheinbar Schmuckhändler, aber eigentlich Geldwäscher. Eine Kiste voller Scheine verteilt er in kleinen Päckchen über das Viertel. Nach einigen Wechsel-Spielchen kommen ein paar saubere Checks für den kriminellen Auftraggeber, den Drogen-Boss Perico (Zlatko Buric), raus.

Weil das FBI neugierig wird, müssen Moe und Pericos Neffen Skunk (Emory Cohen) eine Pause machen. Doch der nicht besonders besonnene Skunk will mit dem vielen Geld, das noch im Kofferraum liegt, einen von vornherein zum Schiefgehen verurteilten eigenen Deal machen. Der bringt Moe nach einer halben Stunde und heftiger Verfolgungsjagd ins Krankenhaus, ohne dass er noch weiß, wer er ist.

„Killerman“ von Malik Bader („Cash Only“) hat was von Christopher Nolans „Memento“, ist aber dabei ebenso schwach wie die billige Synthesizer-Musik (der deutsche Filmkomponist Heiko Maile), die auch was von Vangelis hat. Durch den Einsatz von 16mm-Film wirkt „Killerman“ rauer als das heute übliche Hochglanz-Material, unmittelbarer, direkter. Doch die Action, die Gewalt, die zunehmend brutaler werdenden, korrupten Polizisten - das ist Fließbandware des Kinos. Im Kern könnte der eine Schlag auf den Kopf interessant sein: Wer ist man noch, wenn man nicht mehr weiß, wer man ist?

Moe, so nennen ihn zumindest alle, ist etwas verwirrt, während ihn sein Freund - ist er wirklich ein Freund? - in Sicherheit bringt. Ansonsten muss der tragische Held nur der Handlung hinterher hecheln und über viele Leichen stolpern. Kann man aber voller Wut seine Liebsten rächen wollen, die man vor ein paar Minuten nicht mal mehr erkannt hat? So ist bis auf die „Überraschung“ am Ende längst egal, ob sich Moe erinnert oder nicht. Die letzte Entscheidung kann sich zwar sehen lassen, aber ansonsten: Egal ob Moe oder Mo-mento, alles irgendwas zu(m) Vergessen.

USA 2019 Regie: Malik Bader, mit Liam Hemsworth, Emory Cohen, Mike Moh, Zlatko Buric 109 Min. FSK ab 16

Aachen: Cinekarree

Alsdorf: Kinopark

Düren: Lumen

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