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„Edison – Ein Leben voller Licht“: Ein Erfinder-Duell voller Spannungen

„Edison – Ein Leben voller Licht“ : Ein Erfinder-Duell voller Spannungen

Spannend und aufgeladen: der Kampf um den „richtigen“ Strom zwischen den drei Erfindern Thomas Alva Edison, George Westinghouse und Nikola Tesla in den USA ab 1881.

„Irgendwann werden alle Menschen Strom benutzen, ohne eine Ahnung zu haben, wie es dazu kam...“ Auch mit dieser Aussage erwies sich Thomas Edison, gespielt von Benedict Cumberbatch, als sehr hellsichtig. Dabei ist der Kampf um den „richtigen“ Strom zwischen Edison, Westinghouse und Tesla ab 1881 enorm spannend und aufgeladen mit starken Persönlichkeiten.

Dass Thomas Alva Edison (1847-1931) entscheidend beteiligt war an der Nutzbarmachung von Strom, am Phonographen und vom Film, ist ebenso bekannt, wie die Auseinandersetzungen um Ideen und Patente auf diesen Gebieten. Ein genialer und sehr eigensinniger Charakter, den Benedict Cumberbatch („Sherlock“, „The Imitation Game”) hervorragend spielen kann. Großartig die Szene, wie Edison seinen Zug nicht für den reichen und mächtigen Entwickler Westinghouse (Michael Shannon) stoppen lässt, weil seine Kinder müde sind. Einer der mächtigsten Männer seiner Zeit bleibt bedröppelt am Bahnsteig stehen. Daraus entwickelt der Film einen Kampf von Gleich- gegen Wechselstrom, geführt mit blindem Ehrgeiz von Edison und milder Bewunderung bei Westinghouse.

Eine Karte der USA im berühmten Edison-Labor von Menlo Park zeigt, worum es geht: Eine weiße Glühbirne für die Staaten, die Gleichstrom von Edison installieren lassen und rote für den Wechselstrom Westinghouses. Dabei sind schon die Glühbirnen umstritten. Eine Entwicklung Edisons, die sie mehr als nur Minuten brennen lässt, „übernimmt“ der Konkurrent. Als Gerichte schließlich wenigstens die Schraubfassung dem ursprünglichen Entwickler zusprechen, setzt der Gegner den Glaskopf auf eine Steckfassung. So wird verständlich, weshalb das verbissene Genie Edison sich bestohlen fühlt.

Die Figur des großen Erfinders ist, exzellent gespielt von Cumberbatch, nicht nur stark in den egozentrischen Szenen. Auch die emotionalen Momente einer großen Liebe zu seiner Frau Mary (Tuppence Middleton), die früh stirbt, beeindruckt. Auf der anderen Seite wird auch der großherzige Westinghouse von seiner ehrgeizigen Frau Marguerite (Katherine Waterson) unterstützt. Das Duell erweitert irgendwann der wirklich geniale jungen Einwanderer Nikola Tesla (Nicholas Hoult).

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Nun kann man gerade im Kino viel über Corona klagen, aber dieser Film hat auch einiges mitgemacht: 2017 war er schon fertig, lief auf dem Festival in Toronto. Was wir zu sehen bekommen, ist eine überarbeitete Fassung: Fünf Szenen wurden neu gedreht, andere zehn Minuten fehlen. Insgesamt ist dieses Porträt des wahnsinnigen Erfinders als Privatmensch, Ehemann und Vater gelungen. Die Widersprüche eines Mannes, der sich immer weigerte, an Waffen zu arbeiten, der aber den elektrischen Stuhl entwickelte. Die Liebe zu seiner Familie und die Gnadenlosigkeit, mit der er Konkurrenten ausschaltete, halten den Film spannend und interessant.

Edison (The Current War), USA 2017, Regie: Alfonso Gomez-Rejon, mit Benedict Cumberbatch, Michael Shannon, Nicholas Hoult, 108 Min.

Aachen, Apollo, Seniorenkino, nur Mi. 15.00 + 15.30 Uhr