„Die Winzlinge - Abenteuer in der Karibik“ : Ein begeisterndes Marienkäfer-Epos für groß und winzig

„Die Winzlinge - Abenteuer in der Karibik“ : Ein begeisterndes Marienkäfer-Epos für groß und winzig

Nach der Sensation des ersten „Winzlinge“-Films vor fünf Jahren ist auch die Fortsetzung wieder ein begeisterndes Marienkäfer-Epos mit großen Gefahren, Romantik und Ökologie. Die Abenteuer der recht lebensecht animierten Insekten in realen Welten sind ein umwerfender Spaß für groß und winzig.

Seit dem ersten Film sind sie befreundet und so verwundert es nicht, dass der Marienkäfer der Ameise zu Hilfe kommt, als diese in einer Kastanienmus-Fabrik in die Klemme gerät. Aber am Ende steckt der Marienkäfer-Nachwuchs in der Lieferung für eine Karibikinsel. Papa und die Ameise düsen auf den irrwitzigsten Weisen hinterher. Da geht es vom Fliegenden Holländer in den Bauch des Hais.

Es ist unglaublich, wie verrückt und witzig diese Winzlinge funktionieren: Sie sprechen nicht, sondern brummen, was genauso komisch ist. Zwar ist beeindruckend, was die alle heben, tragen und auffangen, aber echt der Hammer ist, was sie an atemberaubenden Filmszenen hinlegen. Da gibt es eine Verfolgungsjagd mit fiesen Fliegen durch die Wälder wie in „Star Wars“. Vor allem die Ameise hangelt sich akrobatisch wie ein Agent durch alle brenzligen Momente. Selbst die klassische „Mission Impossible“-Szene, einen Flieger noch Last Minute auf der Startbahn zu entern, kommt vor. Und wie bei Bond & Co. geht es um die ganze Welt.

Bei der abenteuerlichen Rettungsaktion fliegt ein Segelschiff-Modell an Luftballons übers Meer. Kapitän ist eine Spinne mit iPod und Musikgeschmack. Ja, auch die „Ausstattung“ der kleinen Welt mit den Resten der Konsumgesellschaft ist wieder wunderbar. Dabei sorgen die Regisseure Hélène Giraud und Thomas Szabo nicht nur im Minutentakt für tolle Szenen, selbst die Kadrierung der kleinen Helden hat eigenen Bildwitz. Und so einfach sie gezeichnet sind, sie haben ganz schön viel Charakter.

Als der Nachwuchs im Karibik-Urwald landet, begegnet er vielen Gefahren, kann sich aber mit seinen giftgrünen Pupsern herrlich verteidigen. Dabei sieht selbst die Tarantel komisch aus und können Gottesanbeterinnen schön dumm kucken. „Die Winzlinge 2“ begeistert mit reihenweise grandiosen Szenen und großartigen kleinen verrückten Ideen. Das muss unbedingt fortgesetzt werden...

Frankreich, China 2018 (Minuscule 2: Les mandibules du bout du monde) Regie: Hélène Giraud, Thomas Szabo 92 Min. FSK ab 0

Aachen: Apollo, Cinekarree

Düren: Lumen

Erkelenz: Gloria

Heinsberg: Roxy