Die kulinarische Geschichte Singapurs in „Ramen Shop“

Die Küche auf der Leinwand : Die kulinarische Geschichte Singapurs in „Ramen Shop“

Guten Appetit! Die reichhaltige Reihe „Kulinarisches Kino“ macht diesmal in Japan und Singapur Station, auf dem Menu ein stark menschelnder Mix aus chinesischer und japanischer Küche. Im Vorspann macht die Zubereitung einer Ramen-Suppe Appetit.

Dass neben der irre langen Zubereitung für dieses einzelne Gericht auch Generationen an neuen Geschmacks-Verbindungen arbeiten müssen, erfährt der junge Masato. Noch kocht er in einer traditionellen japanischen Suppenküche unter der Fuchtel des verbitterten und grimmigen Vaters. Als der jedoch plötzliche stirbt, macht sich Masato auf den Weg nach Singapur.

Ins Heimatland seiner Mutter, die starb, als er 10 Jahre alt war. Neunzig Prozent der Filmzeit wird gekocht und gegessen. Mit Schlürfen und Schmatzen, was bei Ramen eine Ehrerbietung für Koch oder Köchin darstellt. Beim Essen trifft Masato die Bloggerin, mit der er seit längerem in Kontakt ist. Im Restaurant findet der Junge seinen Onkel wieder.

Vor einer Mahlzeit bei der Oma wird Masato rausgeworfen: Die alte Frau hat horrende Erinnerungen an die Besetzung durch japanische Soldaten und konnte nie verschmerzen, dass ihre Tochter einen Japaner heiratete.

So ist „Ramen Shop“, diese kulinarische Geschichte Singapurs, durchwoben vom Kennenlernen von Masatos Eltern - selbstverständlich in Restaurants! Das ist Kriegsgeschichte und Familienzusammenführung als eher nett anzusehender Kitsch und nicht unbedingt ein weiteres Beispiel avancierter asiatischer Filmkunst. Das Essen ist lecker ins Bild gebracht, die Fotografie schön, aber selten köstlich.

Ramen Shop Singapur, Japan, Frankreich 2018 (Ramen teh) Regie: Eric Khoo, mit Takumi Saito, Jeanette Aw, Mark Lee 90 Min. FSK ab 0

Aachen: Apollo

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