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„Aquaman“: Comicverfilmung mit Starpower

„Aquaman“ : Comicverfilmung mit Starpower

Eine fantastische Welt unter Wasser mit ganz anderen Wesen. Faszinierend in ihrer Andersartigkeit, schillernd in den Farben, irre in den Figuren. Und alle interessiert mal was ganz anderes: Sich die ganze Zeit zu prügeln. „Aquaman“ ist wieder einer dieser gewaltigen Produktions-Aufwände für Comic-Verfilmungen mit lächerlich hohlem Ergebnis.

Am Anfang macht dieser x-te Superheld noch etwas Hoffnung: Das Kind eines Fischers und einer Königin von Atlantis (peinlich geglättet: Nicole Kidman) entwickelt sich prächtig daneben als Säufer und Party-König. Zwischendurch rettet Arthur Curry (Jason Momoa) ein U-Boot vor dem Piraten Black Manta (Yahya Abdul-Mateen II), der für viele weitere Folgen zum Todfeind wird. Doch irgendwann holt der kämpferische Rotschopf Mera (Amber Heard) den Aquaman zurück in sein Königreich.

Dort versucht nämlich Halbbruder Orm (Patrick Wilson), der atlantische König, einen großen Krieg gegen die Menschen anzuzetteln. Mal wieder Zeit, die Welt zu retten. Wie die Völker von Atlantis den Müll und die Kriegsschiffe der Menschheit zurück an Land spülen, hat großen Öko-Stil.

Ansonsten zeigt große Inhaltsleere, dass „Aquaman“ vor allem wieder so ein Vehikel der Konzern-Strategie von DC-Comics ist: Nach dem Kurzauftritt in „Justice League“ bekommt er ein bis drei eigene Filmchen, um dann wieder in der nächsten Massen-Prügelei teilzunehmen, die von den Konzern-Menschen als filmischer Meilenstein verkauft wird.

Die ganzen Kloppereien, die gefühlt achtzig Prozent der Handlung einnehmen, erinnern an den Klamauk von Bud Spencer und Terence Hill. Ziemlich banal für noch einen dieser Filme, die furchtbar laut mit Welten überwältigen wollen, die man noch nie so gesehen hat. Ziemlich eindrucksvoll, aber nie spürt man diese Welt, nie erlebt man sie wirklich.

Zwischendurch etwas Schnitzeljagd im Stile von James Bond. Die Soldaten von Atlantis sehen aus wie Storm Troopers, und wenn man denkt, das Elend hat bald ein Ende, kommt noch so eine dieser finalen Schlachten („Herr der Ringe“, „Harry Potter“ ...). Raumschiffe und Seemonster wirbeln wild durcheinander. Dass sich hier statt Orks Haifische balgen, macht den ganzen Blödsinn nur noch abstruser. Kindisch wirkt auch, dass es zwischen Arthur und Mera keine Chemie, sondern nur müde Scherze gibt.

Und jederzeit weiß man, dass den Helden nichts passieren wird, denn es muss ja noch viele Fortsetzungen für die Kinokasse geben.

Aquaman, USA 2018 Regie: James Wan, mit Jason Momoa, Amber Heard, Willem Dafoe, Patrick Wilson, 144 Min. FSK ab 12.

(Aachen: Cineplex, Eden; Alsdorf: Kinopark; Düren: Lumen; Erkelenz: Gloria; Eschweiler: Primus; Heinsberg: Roxy; Originalversion: Heerlen: Quatro4; Kerkrade: Vue)