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Thriller „Unhinged – Außer Kontrolle“: Brutale Racheorgie mit Russell Crowe

Thriller „Unhinged – Außer Kontrolle“ : Brutale Racheorgie mit Russell Crowe

Wer hat sich diesen Blödsinn bloß ausgedacht? Da startet nach Corona weltweit der erste neue Film irgendwie aus Hollywood, okay, zumindest mit einem ehemaligen Hollywood-Star, und dann ist es mit „Unhinged“ ein derart brutaler und menschenverachtender Schrott, dass man die Lust aufs Kino auf Wochen verliert.

Russell Crowe („The Nice Guys“, „Gladiator“) spielt einen fetten Psychopathen, der gleich zum Auftakt seine Ex-Frau mit einem Hammer brutal ermordet, um dann ihr Haus niederzubrennen. Rachel (Caren Pistorius) ist eine liebenswerte, etwas verpeilte junge Frau in Scheidung, die den Fehler macht, im morgendlichen Verkehrs-Chaos der Stadt Russell anzuhupen, weil der bei grüner Ampel eingeschlafen ist. Der Rest des Films ist eine extrem brutale Rache-Orgie des durch Hupen beleidigten Gewaltmenschen.

Zuerst droht der extrem unangenehme Verlierer-Typ mit seinem massiven Proleten-SUV. Selbstverständlich mit Tierfänger am Kühler, um noch sicherer unschuldige Menschen mit dem Auto umzubringen. Das erste Opfer ist ein Mann an der Tankstelle, der Rachel vor dem Verfolger schützen will. Dann verprügelt der fette Choleriker ohne Namen Rachels Liebhaber und sticht ihn mitten in einem voll besetzten Restaurant ab.

Die nächsten Opfer sind Rachels Bruder und dessen Freundin. Aber immer noch ist der Killer nicht davon überzeugt, dass die inzwischen in Panik aufgelöste Frau es wirklich ernst meint, wenn sie sagt, das Hupen täte ihr leid.

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„Unhinged“ erinnert entfernt an den schon sehr problematischen „Falling Down – Ein ganz normaler Tag“ mit Michael Douglas. Doch dieses neue Machwerk wirkt extrem konstruiert, ist aber vor allem mit erbärmlicher Figurenzeichnung extrem schlecht entwickelt. So heruntergekommen, wie Russell Crowe hier aussieht, ist der ganze Film.

Das Finale versagt schwer, weil die Straßen der Verfolgungsjagd mal nass, mal trocken, dann wieder nass sind. Rachels Sohn nutzt zwar die Tracking-Funktion eines Handys, aber nicht die zum Löschen des gestohlenen Gerätes. Erst ist Rachel irgendwie nicht in der Lage, die Polizei zu rufen, dann nicht fähig, zur Polizei zu fahren. Währenddessen grunzt Crowe nur noch. Wir wissen, was etwa John Goodman Gutes selbst aus so einem minimalen Charakter geholt hätte. Aber das Schlimmste: „Unhinged“ genießt nicht nur das Morden, er verurteilt auch meist „Leute, die es verdient haben“ zum Tod.

„Unhinged“ gibt vor, die Aggressivität im Verkehr und im Alltag allgemein zu thematisieren. Aber tatsächlich geht es ihm nur um den Amoklauf des sich beleidigt fühlenden weißen Gewaltmenschen. Er ist einer der Ex-Ehemänner, die allen anderen die Schuld am eigenen Versagen geben. Also der perfekte AfD-Werbefilm.

Während der wunderbare „Waves“, der ebenfalls diese Woche startet, Wege aufzeigt, mit Trauer, Schmerz und Gewalt umzugehen, macht der furchtbare „Unhinged“ nur aggressiv, zeigt Menschen allein als triebgesteuerte Monster.

USA 2020, Regie: Derrick Borte, mit Russell Crowe, Caren Pistorius, Gabriel Bateman, 91 Min.

Aachen: Cineplex

Alsdorf: Cinetower

Düren: Lumen

Erkelenz: Gloria

Hückelhoven: Corso