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Buongiorno: Mafiafilme und -serien, die Sie nicht ablehnen können

Buongiorno : Mafiafilme und -serien, die Sie nicht ablehnen können

Sie sind die Herrscher der Unterwelt, führen nach außen ein gutes Leben und schrecken vor nichts zurück: Mafiosi. Über sie gibt es viele Filme und Serien, die teilweise auf wahren Begebenheiten beruhen. Schnüren Sie Ihre Betonschuhe, machen Sie es sich bequem und viel Spaß mit unseren Tipps!

Ob Don Vito Corleone, Tony Soprano oder Frank Costello – Mafiabosse faszinieren uns in Filmen und Serien immer wieder. Die Blicke hinter die Kulissen der verschiedenen Mafiafamilien ist spannend und beängstigend zugleich. Werke wie „Der Pate“ oder „Die Sopranos“ haben in Kino und Fernsehen neue Maßstäbe gesetzt und ikonische Szenen geschaffen – Stichwort „Pferdekopf“.

Wir haben ein paar der besten Mafiafilme und -serien zusammengestellt. Viel Spaß mit unseren Empfehlungen!

Der Pate

Marlon Brando und Al Pacino in den Hauptrollen, elf Oscar-Nominierungen, von denen drei gewonnen wurden, und Francis Ford Coppola als Regisseur: Bei dieser Mischung ist es kein Wunder, dass „Der Pate“ zu einem der bedeutendsten Werke der Filmgeschichte zählt – und auch die beiden Nachfolger stehen dem in nichts nach.

Die Trilogie, die zwischen 1972 und 1990 entstanden ist, erzählt die Geschichte von Don Vito Corleone (Brando), seinem Sohn Michael (Al Pacino) und den Auseinandersetzungen der Corleones mit anderen Mafiafamilien. Um seine Ziele zu erreichen, schreckt Corleone als einer der mächtigsten Mafiabosse von New York City vor nichts zurück. Selbst wer die Filme noch nie gesehen hat, hat sicher schon einmal von der berühmten Szene mit dem Pferdekopf gehört.

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Im ersten Teil, der im Jahr 1945 ansetzt, wird Corleone als strenges Oberhaupt inszeniert, der klare Regeln und eigene Moralvorstellungen vertritt. So lehnt er den Vorschlag eines anderen Mafioso ab, gemeinsam in den Heroinhandel einzusteigen. Infolgedessen entsteht ein Krieg zwischen den Familien, auf Corleone werden mehrfach Mordanschläge verübt und sein jüngster Sohn Michael, der eigentlich nie etwas mit den Geschäften seines Vaters zu tun haben wollte, gerät immer tiefer in die Machenschaften der Mafia.

Im zweiten Teil wird Michaels Weg weiterverfolgt, er ist nun der Don und leitet die Geschäfte der Corleone-Familie. Parallel dazu wird in Rückblenden der Aufstieg seines Vaters gezeigt. Der junge Vito (Robert De Niro) muss als Kind mitansehen, wie seine Familie im sizilianischen Dorf Corleone ermordet wird, er flieht nach Amerika und steigt vom einfachen Arbeiter zum mächtigsten Mafia-Paten New York Citys auf.

Im Abschluss der Trilogie wird die Geschichte von Michael zum Ende gebracht. Immer wieder verliert „Der Pate“ geliebte Menschen, die entweder sterben, sich von ihm abwenden oder sich gegen ihn stellen. Am Ende seines Lebens ist Michael ein gebrochener Mann, der in Sizilien über seine Zeit als Don nachdenkt und sich an die schönen Momente seiner Vergangenheit erinnert.

„Der Pate“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des amerikanisch-italienischen Autors Mario Puzo, der auch gemeinsam mit Coppola die Drehbücher schrieb. Dabei sollte Coppola ursprünglich gar nicht Regie führen. Paramount wollte zu diesem Zeitpunkt bekanntere Namen wie Sergio Leone oder Peter Yates verpflichten, damit der Film ein Erfolg wird. Denn die amerikanische Filmwelt stecke in den 1970er Jahren in einer Krise, ein Flop hätte das Aus bedeutet. Doch alle Regisseure lehnten ab und so kam Coppola, der bis dahin erst drei Filme gemacht hatte. Nach anfänglichen Unstimmigkeiten zwischen ihm und dem Studio, in welche Richtung die Umsetzung des Romans laufen sollte, entstand das epische Werk, das heute weltbekannt ist und jeder einmal gesehen haben sollte. Wir bieten dem „Paten“ fünf Popcorntüten an, die er nicht ablehnen kann. (bph)

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Der Pate I bis III, 1972 bis 1990, von Francis Ford Coppola, u. a. mit Marlon Brando, Al Pacino, Diane Keaton, Robert De Niro und Talia Shire, 540 Minuten, verfügbar im Stream bei folgenden Anbietern: Amazon (im Abo ab 2,99 € im Monat, Kaufen: 5,84 €/Teil, Leihe: 2,99 €/Teil)

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Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia

Neben „Der Pate“ gilt Martin Scorseses „Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“ als bedeutendstes Werk über die italo-amerikanische Mafia. Im Vergleich ist Scorseses Film aus dem Jahr 1990 aber deutlich düsterer als Francis Ford Coppolas Trilogie über die Corleones.

Das ist aber nicht weiter verwunderlich. „Good Fellas“ basiert auf dem Buch „Wise Guy – Der Mob von innen“ von Nicholas Pileggis aus dem Jahr 1986, das aus wahren Begebenheiten beruht und die gewalttätige, unberechenbare und teilweise sadistische Seite der Mafiawelt in den USA zeigt.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der Halbitaliener Henry Hill (Ray Liotta), der als Elfjähriger in den 1950er Jahren im New Yorker Stadtteil Brooklyn fasziniert vom Leben der Mafiosi ist. Er träumt davon, selbst ein Verbrecher zu werden: „Solange ich denken kann, wollte ich immer Gangster werden.“ Er bricht schließlich die Schule ab und beginnt mit ersten Botengängen für die Lucchese-Familie. Mit dem Kontakt zum Capo Paul Cicero (Paul Sorvino) beginnt sein Aufstieg bei den Mobstern.

Zehn Jahre später ist Henry ein angesehenes Mitglied im Umfeld der sogenannten „Fünf Familien“ der New Yorker Mafia. Zu seinen engsten Verbündeten zählen der irische Mafiosi Jimmy Comway (Robert De Niro) und der italo-amerikanische Mobster Tommy DeVito (Joe Pesci). Gemeinsam verdienen sich die drei ihr Geld mit Diebstählen und Schutzgelderpressungen in Millionenhöhe.

Der Film begleitet Henrys weiteren Verlauf in der Welt der Mafiosi bis ans Ende der 1970er Jahre. Nach Intrigen, Verrat und Auseinandersetzungen mit anderen Mafiafamilien, vor allem aber internen Streitigkeiten im Umfeld der Luccheses muss sich Henry entscheiden, ob er weiter an der Seite seiner Freunde steht und dafür mit dem Leben bezahlt oder sich gegen sie wendet und „den Rest seiner Zeit als irgendein Trottel verbringt“.

Für „Good Fellas“ setzte Scorsese auf viele ihm vertraute Gesichter. Eines davon war das von De Niro mit er zu diesem Zeitpunkt bereits zum sechsten von insgesamt acht Malen arbeitete. De Niro telefonierte rund um den Dreh häufig mit dem echten Henry Hill, um mehr über ihn und seine Figur des Jimmy Comway beziehungsweise Jimmy Burke zu erfahren. Letztgenannten traf er nach Erscheinen des Films auch zu einem persönlichen Gespräch im Gefängnis.

Das Mafiaepos diente als Grundlage vieler nachfolgenden Werke. So inszenierte Scrosese selbst seinen eigenen Film „Casino“ von 1995 in einem ähnlichen Stil und auch die vielgelobte und ausgezeichnete Serie „Die Sopranos“ lehnt sich stark an den Film und die Darstellung der Mafia darin an. „Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“ ist hervorragend besetzt, fantastisch inszeniert, perfekt musikalisch begleitet und gehört definitiv zu den Filmwerken, die man gesehen haben muss! (bph)

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Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia, 1990, von Martin Scorsese, u. a. mit Robert De Niro, Ray Liotta und Joe Pesci, 146 Minuten, verfügbar im Stream bei folgenden Anbietern: Sky (im Abo ab 9,99 € pro Monat), Amazon (Kaufen: 9,99 €, Leihe: 3,99 €), Maxdome (Kaufen: 7,99 €, Leihe: 2,99 €), iTunes (Kaufen: 7,99 €, Leihe: 3,99 €), Google Play (Kaufen: 7,99 €, Leihe: 1,99 €)

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Die Sopranos

Ausgezeichnet mit 21 Emmys und fünf Golden Globes und von der Writers Guild of America auf den ersten Platz der „101 Best Written TV Series“ gewählt, ist die Serie „Die Sopranos“ nicht nur auf dem Papier eine der besten TV-Werke aller Zeiten, sie war der Start des aktuellen goldenen Serienzeitalters. Die HBO-Produktion über einen Mafiaboss, der wegen Panikattacke zu einer Psychotherapeutin geht, kam zwischen 1999 und 2007 in sechs Staffeln auf 86 Folgen und schaffte als eine der wenigen Serien ein gelungenes Finale.

Im Zentrum der Handlung steht Anthony, genannt Tony, Soprano (James Gandolfini). Er ist Mitglied einer mächtigen Mafiafamilie in New Jersey, das nach dem Tod des Capos Jackie Aprile, Sr. quasi zum neun Don aufsteigt. Anfangs ist offiziell noch sein Onkel Junior das Oberhaupt der Mafiosi, doch eigentlich leitet Tony die Geschicke der Familie. Er lebt gemeinsam mit seiner Frau Carmela (Edie Falco) und seinen Kindern Anthony „A.J.“ Jr. (Robert Iler) und Meadow (Jamie-Lynn Sigler) zusammen in einem prachtvollen Haus und scheint alles unter Kontrolle zu haben.

Doch Tony leidet unter Panikattacken und Gedächtnislücken. Da er sich vor seiner Familie und vor allem vor seinen Mafiakollegen keine Blöße geben und seine Schwächen zeigen will, geht er heimlich in Therapie bei einer Psychotherapeutin. Gleichzeitig leitet er die Geschäfte der Sopranos. Und damit hat er alle Hände zu tun.

Die Serie zeigt den Alltag eines italo-amerikanischen Mafiaoberhaupts mit all seinen Facetten: das Familienleben, die Organisation des geplanten Verbrechens, rohe Gewalt, Auseinandersetzungen mit anderen Mafiafamilien und Morde.

Es gibt nicht nur Streit mit dem Gesetz und verfeindeten Familien, immer wieder kommt es zu internen Auseinandersetzungen, Intrigen und Verrat – nicht selten enden die Begebenheiten blutig und mit dem Tod.

„Die Sopranos“ war ursprünglich als „Der Pate“ für das Fernsehen angedacht, wurde aber bereits im Vorfeld der Produktion um verschiedene Facetten ergänzt, erweitert und verändert. Dennoch ist der Einfluss von Francis Ford Coppolas Mafiaepos nicht von der Hand zu weisen. Das will die Serie aber auch gar nicht. Einzelne Charaktere greifen den „Paten“ sogar auf und zitieren einzelne Monologe daraus. Gleiches gilt für „Good Fellas“ von Martin Scorsese, der für „Sopranos“-Erfinder David Chase „als Koran diente“. Das merkt man auch in der Besetzung: Zahlreiche Mitglieder des Casts waren bereits vorher in Mafiafilmen wie „Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“, „Der Pate von Manhattan“ oder „Mickey Blue Eyes“.

Mit „Die Sopranos“ wurde erstmals eine TV-Serie nach heutigen Maßstäben entwickelt: neben einem überragenden Cast, dessen Mitgliedern man jede zugewiesene Rolle abnimmt, wurde viel zeit in die Entwicklung der Geschichten und noch mehr Geld in die Umsetzung investiert. Und das Ergebnis ist phänomenal: Glaubwürdige Charaktere mit Schwächen, die einem – trotz ihres kriminellen Hintergrunds – ans Herz wachsen und jeder Tod schockiert, ein passender Soundtrack, der die Szenen musikalisch perfekt untermalt und eine Story, die nah an der unglaublichen Realität ist und einen Einblick in die Welt der Mafia liefert, der zugleich fasziniert und abschreckt. (bph)

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Die Sopranos, 1999 bis 2007, von David Chase, u. a. mit James Gandolfini, Edie Falco, Michael Imperioli und Steven Van Zandt, 86 Folgen (jeweils rund 55 Minuten) in 6 Staffeln, verfügbar im Stream bei folgenden Anbietern: Sky (im Abo ab 9,99 € im Monat), Amazon (Kaufen: 19,49 €), Maxdome (Kaufen: 19,99 €), iTunes (Kaufen: 19,99 €), Google Play (Kaufen: 19,49 €)

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Es war einmal in Amerika

Sergio Leone hat in seinem Leben nicht allzu viele Filme gedreht: Sieben Stück zählt seine Filmographie, darunter fünf Western. Sein letzter Film aber ist ein monumentales Mafia-Epos. Der Titel ähnelt stark dem seines erfolgreichsten Westerns „Spiel mir das Lied vom Tod“, der im Original „Once upon a time in the West“ heißt. Und so heißt sein opulenter Mafiafilm eben „Once upon a time in America“.

Der Film erzählt die Geschichte einer New Yorker Gang – auf drei verschiedenen Zeitebenen: 1922, 1932 und 1968. Das macht es möglich, die Geschichte von David „Noodles“ Aaronson von der Kindheit bis ins Alter zu verfolgen, seine Entwicklung vom Kleinkriminellen zum mächtigen Gangster. Als Schauspieler dabei sind die üblichen Verdächtigen des Mafia-Films: Robert de Niro, James Woods, Joe Pesci. Der Ton des Films ist ein nostalgischer, trauriger und wehmütiger Ton. Erzählt wird die Geschichte überwiegend in Rückblenden. „Noodles“ wird durch einen Brief an die damalige Zeit erinnert.

Nicht nur im Titel ähnelt „Once upon a time in America“ „Once upon a time in the West“: Er legt ebenso viel Wert auf große Bilder und lässt sich Zeit beim Erzählen der Geschichte, viel Zeit. Man braucht einen langen Atem für diesen Film, er ist nichts fürs "Nebenbeischauen". Das sollte man einplanen: Er dauert vier Stunden und elf Minuten.

Aus heutiger Sicht schwierig anzuschauen sind allerdings die Frauenfiguren. Ein merkwürdiges Bild zeichnet der Film vom weiblichen Geschlecht, was heute (und vielleicht auch damals) sehr irritiert. Da ist zum Beispiel Carol, die von Noodles unbedingt vergewaltigt werden will und es auch wird – und es genießt. Kurze Zeit später ist sie die Freundin von Noodles Kumpel Max. Nötig ist diese nicht nachvollziehbare und unglaubwürdige Szene nicht. Und es ist nicht die einzige Frauenfigur, die anscheinend von Männerfantasien geprägt ist.

Das ändert jedoch nichts daran, dass „Es war einmal in Amerika“ ein monumentales Mafia-Epos ist, das gemeinhin als großes Meisterwerk gilt. Und deshalb in keiner Mafiafilm-Liste fehlen darf. (bwi)

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Es war einmal in Amerika, 1984, von Sergio Leone, u. a. mit Robert De Niro, James Woods und Joe Pesci, 251 Minuten, verfügbar im Stream bei folgenden Anbietern: Amazon (im Abo ab 3,99 € pro Monat).

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Legend

Wie der Name des Films schon andeuten mag, geht es um eine Legende. Die Legende der britischen Gangster-Zwillinge Reginald „Reggie“ Kray und Ronald „Ronnie“ Kray. Im swinging London der 60er Jahre galten sie als Berühmtheit der organisierten Kriminalität und beherrschten damit sowohl das Londoner East End, als auch die Londoner Unterwelt.

In Brian Helgelands „Legend“ wird der Aufstieg der Kray-Zwillinge von Frances Shae (Emily Browning), die zarte und fragile Ehefrau von Reggie, aus dem Off erzählt.

Reggie und Ronald sind einflussreiche Gangster, die von jedermann gefeiert und gefürchtet werden. Der Kontrast zwischen den Zwillingen ist beinah grotesk: Zum einen der „geleckte“ und charmante Geschäftsmann Reggie, der dennoch unentwegt etwas Bedrohliches ausstrahlt und zum anderen sein paranoid-schizophrener Bruder Ronnie, der von Chaos und Gewaltausbrüchen angetrieben wird und es bei keinem Gespräch versäumt, allen Beteiligten mitzuteilen, dass er schwul ist (was in den 60er Jahren in London illegal war). Doch ein Ziel eint die Brüder: Ansehen und Macht, wofür sie bereit sind, über Leichen zu gehen (nicht im übertragenen Sinne).

Was diesen Film so einzigartig macht, ist die großartige Schauspielleistung Tom Hardys in seiner Doppelrolle der Kray-Brüder. Ihm gelingt der Spagat zwischen dem Schönling Reggie und seinem murmelnden und beinah karikiert-wirkenden Bruder Ronnie, wie es mit Sicherheit kaum einem Schauspieler gelingen würde. Der Film ist gespickt mit einer realitätsgetreuen Darstellung der kriminellen Karriere der Kray-Brüder, (wahn-)witzigen Dialogen im Cockney-Akzent, Gewalt, Liebe und Verzweiflung. Durch die teils poetische Erzählung Frances erhält der Zuschauer einen emotionalen und tragischen Einblick in das Leben einer Frau, die an der Seite eines gefürchteten britischen Gangsters langsam und stetig verwelkt. Und man mag es kaum glauben, aber die Hassliebe zwischen Ronnie, Reggie und Frances scheint sich zum Ende hin im Wahnsinn Ronnie Krays zu vereinen.

Das Gleichgewicht zwischen Komödie und Drama in „Legend“ ist nicht immer ganz gegeben, beschert dem Zuschauer aber zweifellos eine große Bandbreite an Emotionen. Und Tom Hardy als doppeltes Lottchen sollte niemandem entgehen. (jkr)

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Legend, 2016, von Brian Helgeland, u. a. mit Tom Hardy, Emily Browning und Taron Egerton, 131 Minuten, verfügbar bei Amazon (im Abo ab 3,99€ pro Monat, Leihe: 3,99 €), Maxdome (Kaufen: 7,99 €, Leihe: 2,99€), iTunes (Kaufen: 7,99 €, Leihe: 3,99€).

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Departed – Unter Feinden