Filme rund um die BRD, die DDR und die Wiedervereinigung

In die Röhre schauen : Filme rund um die BRD, die DDR und die Wiedervereinigung

Am 3. Oktober feiert Deutschland den Tag der Einheit. Die Trennung zwischen der Bundesrepublik und der DDR und die Wiedervereinigung sind nicht nur historisch, sie sind auch immer wieder Inspiration fürs Kino. Zum Feiertag haben wir ein paar Tipps für einen gemütlichen Filmnachmittag.

Go Trabi Go

Inspiriert von Goethes „Italienischer Reise“ macht sich Familie Struutz aus Bitterfeld mit Trabant „Schorsch“ auf den Weg nach Neapel. Es ist das Jahr der Wiedervereinigung, und so kann die Ostfamilie problemlos einen Abstecher zu den Westverwandten in Regensburg machen. Mit Pleiten, Pech und Pannen schaffen die Stuurtzs es über zahlreiche Umwege tatsächlich bis nach Neapel – auch wenn der alte Trabi am Ende der Reise nicht mehr blau und zum Cabrio geworden ist. In der Fortsetzung „Das war der wilde Osten“ kehrt Familie Stuurtz nach Hause zurück – nur um entsetzt festzustellen, dass ihr Haus einem neuen Golfplatz weichen musste.

Go Trabi Go, 1991, u. a. mit Wolfgang Stumpf und Claudia Schmutzler

Good Bye, Lenin!

Für Alex läuft es nicht: Der 21-Jährige kommt nicht vorwärts und dann fällt seine Mutter ins Koma. Kurz darauf fällt die Mauer. Acht Monate später wacht die Mutter wieder auf – in einem wiedervereinten Land ohne Erich Honecker. Weil sie wissen, dass es der DDR-treuen Mutter das Herz brechen würde, erzählen Alex und seine Schwester Ariane ihr nichts von den Umbrüchen – und lassen in ihrer Wohnung die DDR weiterbestehen. Ein Projekt, das immer weitere Kreise zieht und irgendwann auffliegen muss.

Good Bye, Lenin!, 2003, u. a. mit Daniel Brühl und Katrin Sass

Ballon

Ballon von Regisseur Michael „Bully“ Herbig erzählt die wahre Geschichte der Familien Strelzyk und Wetzel, die im Jahr 1979 – noch weit entfernt von der Wiedervereinigung - mit einem selbst gebauten Heißluftballon die Flucht aus der DDR in den Westen wagen. Familie Strelzyk plant die Flucht bei Nacht, in einem mit Freunden selbst gebauten Ballon. Kurz vor der Grenze stürzt der Ballon ab. Die Strelzyks versuchen ihre Spuren so gut es geht zu verwischen – und wollen es trotz aller Widrigkeiten noch einmal versuchen.

Ballon, 2018, u. a. mit Friedrich Mücke und Karoline Schuch

Bridge of Spies – Der Unterhändler

Ein eiskalter Wind weht durch Ostberlin: Als US-Anwalt James B. Donovan in den frühen 60er-Jahren in die DDR kommt, ist die Beziehung zwischen den Supermächten gespannt wie nie. Donovan, der eigentlich auf Wirtschaftsprozesse spezialisiert ist, steht vor einer fast unmöglichen Mission: Er soll den Piloten Francis Gary Powers gegen den russischen Superspion Rudolf Abel austauschen. Sowohl die Sowjetunion als auch die USA sind bemüht, bei dem Agententausch nicht ihr Gesicht zu verlieren.

Bridge of Spies – Der Unterhändler, 2015, u. a. Tom Hanks und Mark Rylance

Das Leben der Anderen

Im Mittelpunkt der deutschen Produktion stehen der Staatssicherheits-Apparat und die Kulturszene Ost-Berlins. Das Drama setzt sich ernsthaft und kritisch mit der Geschichte der DDR auseinander. Es war das Langfilmdebüt von Florian Henckel von Donnersmarck und einer der erfolgreichsten Filme 2006: Neben sieben Deutschen Fernsehpreisen, dem Bayrischen und Europäischen Filmpreis gab es auch den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Das Leben der Anderen, 2006, u. a. mit Ulrich Mühe und Sebastian Koch

Russendisko

Nach der Wende 1990 beschließen die drei jungen Russen Wladimir, Mischa und Andrej von der Sowjetunion nach Deutschland auszuwandern. Ihre erste Anlaufstelle ist das Ausländerwohnheim in Berlin-Marzahn. Sie halten sich zunächst mit dem Verkauf von Dosenbier über Wasser, eines Tages entdecken sie jedoch eine verlassene Kneipe und beschließen, darin eine russische Disko zu veranstalten. Basierend auf dem Buch von Wladimir Kaminer aus dem Jahr 2000 entstand die Komödie 2012 unter der Regie von Oliver Ziegenbalg.

Russendisko, 2012, u. a. mit Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke

Atomic Blonde

Kurz vor Ende des Kalten Krieges, Berlin, 1989: Das sind die Rahmenbedingungen für den US-amerikanischen Agenten- und Actionfilm mit Hollywoodstar Charlize Theron in der Hauptrolle. Der Film von David Leitch erschien 2017 und ist eine Mischung aus den Bourne-Filmen und der John-Wick-Reihe, maßgeschneidert auf die Hauptdarstellerin, die sich einen Action-Film wünschte. Theron spielt die britische Agentin Lorraine Broughton, die sich in Berlin auf die Suche nach einer Liste mit den Namen westlicher Agenten machen soll - und dabei auf einige Widerstände trifft.

Atomic Blonde, 2017, u. a. mit Charlize Theron und James McAvoy

Mehr von Aachener Nachrichten