Leserbriefe zu den USA: Freiheit, Frauen und falsche Freunde

Leserbriefe zu den USA : Freiheit, Frauen und falsche Freunde

Der Wahlkampf um die Präsidentschaft in den USA läuft auf Hochtouren. Unsere Leser haben dazu, aber auch zu Themen wie dem Truppenabzug amerikanischer Soldaten und der Black-Lives-Matter-Bewegung Briefe eingesendet.

Reimund Bogaczyk aus Herzogenrath meldet sich zu den Berichten über die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten zu Wort:

Dieser Mann darf auf keinen Fall eine weitere Amtszeit im Weißen Haus bleiben. Hoffentlich sehen es die amerikanischen Wähler am 3. November ebenso. Donald Trump ist eine Gefahr für die Welt. Deshalb haben wir auch keinen Anlass zu Spott und Schadenfreude über diesen irrlichternden Mann in Washington. Sorgen müssen wir uns! In Trumps Verdrahtung flackert es verdächtig. Und er fackelt nicht lange.

Europa hat den Amerikanern viel zu verdanken, nicht nur das Kaugummi, die Teflonpfanne, schöne Fotos von der Mondlandung oder den Computer. Vor 75 Jahren ging in Europa die monströs-grausame Diktatur Nazi-Deutschlands unter. Ohne den massiven amerikanischen Einsatz und ohne den Tod von vielen amerikanischen Soldaten hätten wir auf unserem Kontinent womöglich heute noch ein barbarisches deutsches Unterjochungsimperium unter Hakenkreuzflagge. Danke, USA! Die Entstehung, Entwicklung und schließlich in einer Erfolgsstory erblühte Demokratie auf deutschem Boden verdanken wir zum allergrößten Teil auch den USA. Wir sollten deshalb auf die Ereignisse im Weißen Haus und auch auf die sehr verstörenden Vorkommnisse in den amerikanischen Städten immer aus einer freundschaftlichen Perspektive blicken. Geben wir die USA nicht auf! Dieser Präsident wird bald verschwinden. Gleichberechtigung und Rassismus sind kulturelle Gegensätze, die die Menschheit seit Beginn der Zivilisation begleiten. Rassismus überwinden bleibt Daueraufgabe.

Uschi Cool aus Eynatten äußert sich zum Artikel „Joe Biden und die ‚garstige Frau’“ über die amerikanischen Präsidentschaftsbewerber:

Ich hätte nie gedacht, dass mich eine Nachricht aus den USA so sehr freuen und begeistern kann. Mit der Kandidatin Kamala Harris besteht endlich die Aussicht, den „besten Präsidenten aller Zeiten“ aus dem Amt zu werfen. Der alternde Kandidat Biden beweist Mut, Weitsicht und Uneitelkeit. Das kann eine Chance für die ganze Welt werden, um Mut zu machen, dass es funktionieren kann, auch Despoten und ignorante Machtmänner in anderen Ländern die Stirn zu bieten. Es sind in der Regel die Frauen, die aufstehen und kämpfen. Für den Fortschritt, die Freiheit des Denkens und Redens. Gemeinsam gegen geistig verirrte Machtmenschen. Frauen, die stark und hartnäckig sind. Sie sind die wahren Heldinnen ihrer Staaten. Ob in Belarus oder in der Türkei und sogar in der katholischen Kirche. Steter Tropfen höhlt den Stein. Bleibt am Ball!

Harald Sassen aus Aachen wundert sich über eine Begrifflichkeit im US-Wahlkampf hinsichtlich Kamala Harris, einer US-amerikanischen Senatorin:

Nun ist es also wieder so weit. Das Land der unbegrenzten Beschränktheiten ist im Wahlkampfmodus. Das schien mir zwar in den vergangenen vier Jahren ständig der Fall zu sein, aber jetzt ist es offiziell. Joe Biden ernennt seine potenzielle Vizepräsidentin Kamala Harris. Ich persönlich weiß weder viel über Herrn Biden noch über Frau Harris. Bei unserem orangefarbenen Chefunterhalter liegt die Sache etwas anders. Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Ich gehöre zu den Menschen, die sich die Nachrichten, ob ARD, ZDF, Arte, Privatsender ansehen. Aber was flimmert mir da entgegen? Was höre ich auf allen Kanälen? Entweder sind meine Farbpixel am TV sowie am PC völlig defekt, oder aber meine Sehkraft verabschiedet sich endgültig. Alle erzählen dasselbe. Kamala Harris könnte die erste schwarze Frau in diesem Amt sein. (Anm. d. Red.: Harris’ Mutter stammt aus Indien, ihr Vater aus Jamaika.) Ich suche und suche die Bildschirme ab, aber ich kann sie nicht entdecken, die schwarze Frau. Ach so, wird mir klar, die da ist gemeint. Ich reibe mir die Augen, was bitte ist an dieser Frau schwarz? Ich empfand ja schon Barack Obama nicht als schwarz, gerade mal lecker braun. Aber Frau Harris ist ja nicht mal das! Sie unterscheidet sich in nichts von all den anderen Bleichgesichtern neben ihr. Ich habe Bekannte, wenn die aus dem Urlaub kommen, ist jeder Einzelne zigmal so dunkel wie Kamala Harris. Niemand käme auch nur im Traum auf die Idee, diese Leute als Schwarze zu bezeichnen. Warum also Kamala Harris? Weil sie dunkelhäutige Eltern hatte? Macht das eine hellhäutige Person zur Schwarzen? Und alle sagen dies. Auf jedem Kanal. Ich sehe da keine schwarze Frau! Kann es sein, dass da unterschwellig doch eine Art Rassentrennung herrscht? So, die ist jetzt schwarz, weil macht’s interessanter! Irgendwer hat’s hier ordentlich auf den Augen – entweder ihr oder ich!

Rolf Plum aus Aachen nimmt sich der Themen Trump, Black-Lives-Matter-Demonstrationen, Nord- Stream und US-Wahl an:

Trump ist ein rücksichtsloser Egomane ohne Empathie und mit wenig Intelligenz, aber mit reichlich „Bauernschläue“. Alles, was ihm nicht in den Kram passt, wird als Fake News dargestellt, obwohl er der oberste Lügenverbreiter zurzeit ist. Twitter hat es gewagt, ihn mal auszubremsen. Seine Kritiker beleidigt und diffamiert er. Er setzt das Militär gegen seine Bürger ein, die gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstrieren. Die massiven Drohungen durch seinen Vasallen, Außenminister Mike Pompeo, gegen die Beteiligten von Nord Stream sind dreist. Amerika, ein „Freund“ (ha ha!), bedroht uns mit Sanktionen. Geht’s noch? Der gleiche Schwachsinn ist seine Forderung, unseren Rüstungsetat auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes aufzustocken. Seine „America first“-Kampagne“ gefährdet nicht nur die Demokratie in den USA, sondern auch den Weltfrieden. Trump ist nur an seiner Macht, seinem Reichtum und dem seiner gierigen Unterstützer interessiert. Selbst den obersten Direktor der Postbehörde, Louis DeJoy, instrumentalisiert er als „Wahlkampfhelfer“, indem dieser hilft, die Briefwahl zu verhindern. Ein ungeheuerlicher Affront gegen die Demokratie. Ich frage mich: Wann erkennen die „Freunde“ Amerikas, dass es „Fake Friends“ (falsche Freunde) sind? Nicht jeder Amerikaner ist mit Trump gleichzustellen, aber seine Sanktionen und Verunglimpfungen sind undifferenziert und treffen uns alle. Daher ist unsere Führungsriege aufgefordert, endlich mal Tacheles zu reden und nicht die ewig strapazierten guten Handelsbeziehungen immer in den Vordergrund zu stellen. Ein Mundschutz reicht – einen Maulkorb brauchen wir nicht!

Johannes Görgens aus Kerkrade geht auf den Beitrag „Eine Strafaktion mit Ansage“ über den Truppenabzug von fast 12.000 amerikanischen Soldaten aus Deutschland ein:

Ami, go home! Freunde, es war eine schöne, lange, ruhige, gesundheitlich unerreichte Zeit bei uns in Germany. Aber nun hat euer unübertrefflicher Präsident beschlossen, dass es genug ist für ein Drittel der bei uns stationierten GIs. Er will euch nach Hause holen aus dem bösen Land, das seine Schulden nicht bezahlt. Na ja, nicht alle, einige der bösen republikanischen GIs müssen nach Polen und Ungarn, da wo die harten Freunde des Präsidenten wohnen, die müssen, weil näher dran, vor den bösen Russen beschützt werden. Dass da keine passende Infrastruktur ist, macht ja nichts, ihr seid GIs und werdet euch schon daran gewöhnen und einrichten. Wenn man im Zelt schläft und die Wölfe hört, ist man der Natur des guten Soldaten ja näher.

Aber die 6400, die nach Hause kommen, werden davon begeistert sein: Corona auf dem Höchststand, Arbeitslosigkeit auf dem Höchststand, Gesundheitsvorsorge – wer braucht die schon? Rassenunruhen, da kann man einmal in den Spiegel schauen. Und? Farbe? Schwarz, weiß? Vielleicht war es doch keine so gute Idee eures fantastischen Präsidenten, aber er hat ja ein großes Ziel: Er will endlich seine GIs zu Hause haben und Präsident bleiben, auch wenn er die ganze Welt mit seinen Ideen verrückt macht und jeder Normale den Kopf schüttelt. Jedenfalls für die, die nach Amerika gehen: Danke, ihr wart gern gesehene Freunde und wir hoffentlich gute Gastgeber.

Wolfgang Kreutzer aus Aachen schreibt zum Text „Wo Mitgefühl als Schwäche gilt“ über den Umgang des US-Präsidenten Donald Trump mit der Krise:

Donald Trump lässt die Amerikaner in der Krise emotional allein. Das hat Gründe, die offenbar in seiner Kindheit zu finden sind. Das amerikanische System im Allgemeinen und Donald Trump im Besonderen möchte offensichtlich gerne verachtet und/oder gehasst werden, anders ist diese ganze erbärmliche Verkommenheit seiner Staatsführung nicht mehr länger zu erklären!

Donald Trump ist beileibe nicht der einzige Verwirrte, der sich anmaßt, unsere Erde gestalten und/oder regieren zu wollen, und es steht zu befürchten, dass dieses Land sich am 3. November endgültig der Lächerlichkeit preisgibt!

Es gab ja in der langen Geschichte der amerikanischen Präsidentschaft schon so manch ignorante und lächerliche Gestalten, Ölbarone oder drittklassige Cowboydarsteller etwa. Donald Trump aber, für den schon feststeht, dass er am Mount Rushmore für alle Zeiten in Stein gemeißelt wird, ist nicht mehr zu toppen!

Das Mantra dieses Volkes lautet ja: Gott schütze Amerika. Er da oben sollte die Welt besser vor Amerika schützen!

Gerd Bangel aus Baesweiler befasst sich mit den US-Sanktionen gegen die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2:

Brutaler geht es nicht, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Nach dem Motto: Willst du nicht mein Bruder sein, hau ich Dir den Schädel ein. Oder: Wer hat Angst vor Amerika? Manchmal werden Kinderspiele in der Politik wahr gemacht. In den 50er Jahren spielten wir „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“. Wir hatten fünf Kästchen auf die Straße gemalt und waren sechs Kinder. Dann rief einer „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“, und alle riefen „Keiner“, und weiter „Und wenn er aber kommt?“, „Dann laufen wir!“, jeder in ein Kästchen. Wer übrig blieb, war der schwarze Mann etc. Auf heute bezogen: „Wer hat Angst vor Amerika?“, „Niemand!“ „Wenn man uns aber bedroht und mit Sanktionen belegt, um uns aushungern zu lassen?“ „Dann laufen wir!“ „Wohin?“ „Nach Russland!“