Kreis Heinsberg: Freie Wähler wollen „auf den Putz hauen“

Kreis Heinsberg: Freie Wähler wollen „auf den Putz hauen“

Hubert Aiwanger war der prominenteste Gratulant beim Frühjahrstreffen der Freien Wähler Kreis Heinsberg, das in der Festhalle Oberbruch zusammen mit dem fünfjährigen Bestehen der Freien Wähler im Kreis Heinsberg gefeiert wurde.

Hubert Aiwanger kam aus dem „gelobten Land“ Bayern, wo die Freien Wähler (FW) bereits beachtliche politische Größe erreicht haben. Bei der Landtagswahl 2013 kamen sie auf neun Prozent und zogen — 19 Abgeordnete zählend — mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Aiwanger in den Bayerischen Landtag ein.

„Wie habt ihr das geschafft?“ Dies wollte ein Kreis Heinsberger von Hubert Aiwanger wissen. Aiwanger, auch Bundesvorsitzender der Freien Wähler, brachte es auf eine einfache Formel und formulierte gut gelaunt und zugespitzt: „Auf den Putz hauen!“

In seiner Rede vor gut 50 Besuchern ging Hubert Aiwanger auf die anstehenden Kommunal- und Europawahlen ein. Nach Wegfallen der Drei-Prozent-Hürde bei den Europawahlen prognostizierte ­Aiwanger gute Chancen für die Freien Wähler, in das Europäische Parlament einzuziehen. Schon 0,5 Prozent würden für ein erstes Mandat reichen.

Hoffnung auf ein solches kann sich Christa Hudyma, FW-Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen, machen. Sie hat Listenplatz vier für die Europawahl inne und zählte ebenfalls zu den Gästen der Geburtstagsfeier der Freien Wähler in Oberbruch. Hubert Aiwanger sieht Erfolgschancen für eine noch junge FW-Gruppierung vor allem darin, regionale Themen an Landes-, Bundes- und Europapolitik anzubinden.

Das Freihandelsabkommen mit den USA, das nicht den Zuspruch der Freien Wähler finde, so Aiwanger, werde Auswirkungen haben, beispielsweise beim Thema Fracking, die auch Bürgermeister kleiner Kommunen unangenehm zu spüren bekämen. Das Abkommen würde, wenn diese umstrittene Methode, Erdgasvorräte im Boden auszubeuten, sich durchsetzt, den Amerikanern den deutschen Markt öffnen, ohne dass ein protestierendes „Ja, was soll das denn?“ eines Orts-Bürgermeister noch Gehör finden würde.

Walter-Leo Schreinemacher, Vorsitzender der Freien Wähler im Kreis und stellvertretender Landesvorsitzender, rückte die grenzüberschreitende Seniorenpolitik in den Fokus zukünftiger Aktionen der Freien Wähler.

Das Mandolinenorchester Wandervogel Birgden unterhielt die Gäste der FW musikalisch.

(defi)