Wegberg-Beeck: Flachsmarkt steht fast vor dem Aus

Wegberg-Beeck: Flachsmarkt steht fast vor dem Aus

Gibt es weiterhin einen Flachsmarkt? Das war die entscheidende Frage, auf die die Mitglieder des Heimatverein Wegberg-Beeck bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eine Antwort suchten.

Dabei gibt es vor allem zwei Knackpunkte: Sicherheitskonzepte und Parkmöglichkeiten. Jahrelang konnte der Heimatverein in Abstimmung mit der Stadt den Flachsmarkt nach eigenem Konzept durchführen. Aber jetzt werden dem Veranstalter immer neue Verordnungen, Vorschriften und Regelungen gemacht.

Nicht zuletzt durch die tragischen Unfälle bei der Loveparade in Duisburg im letzten Jahr wird verständlicherweise gerade bei Großveranstaltungen sehr viel genauer nach einem Sicherheitskonzept geschaut als vorher, natürlich möchte sich jeder so gut es geht absichern.

Die Anforderungen für den Flachsmarkt gingen zunächst soweit, dass der historische Marktplatz nur absolut eingeschränkt nutzbar wäre, und die Museen nicht in den Markt einbezogen werden könnten. Damit wäre der Flachsmarkt zerstückelt worden. Der Heimatverein war nicht bereit, unter diesen Bedingungen den Markt weiter auszurichten. Das wäre für die gesamte Region allerdings sehr bedauerlich, wie auch die Vertreter von Stadt und Kreis betonten.

In mehreren Verhandlungen mit den Behördenträgern wurde auch klargestellt, dass ein Flachsmarkt sicherlich einen anderen Veranstaltungscharakter hat wie etwa Musikfestivals mit Alkohol und überwiegend jugendlichen Besuchern. Und so wurde man sich darüber einig, dass die Plätze und Wege mit Marktständen im großen und ganzen wie in den vergangenen Jahren gestaltet werden können.

Diese Unterstützung der Stadt Wegberg wurde sehr begrüßt. Nun hoffte der Heimatverein auch beim zweiten Problem noch auf Entgegenkommen: Für die Parkplatzsituation gibt es noch unterschiedliche Vorschläge. Hier sind auch die Mitglieder des Heimatvereins noch zurückhaltend, ob es zum bisher gut angenommene Parken auf dem Grenzlandring wirklich eine sinnvolle Alternative geben kann.

Trotzdem entschieden die Mitglieder einstimmig, den Markt weiterzuführen. Ausschlaggebend dafür sind die bisher guten Erfahrungen mit dem Markt und vor allem auch die Tatsache, dass der Markt substantieller Bestandteil und Garant für die Finanzierung der Beecker Museen ist.

Zur positiven Stimmung bei der Versammlung trug auch Peter Hanf als Vertreter der Kreissparkasse Heinsberg bei, der dem Verein einen Scheck in Höhe von 20000 Euro für die im Aufbau befindliche Kulturstiftung mitbrachte, die langfristig mit ihren Zinsen den Erhalt der Museen unterstützen soll.

In den nächsten Wochen und Monaten wird also weiter geplant und vorbereitet, damit auch in diesem Jahr am Wochenende, 24. und 25. September, möglichst viele Menschen wieder altes Handwerk erleben, Handwerksprodukte oder Kunstgegenstände sehen und kaufen können und den Flair des Marktes erleben und sagen: „Wir treffen uns auf dem Flachsmarkt in Beeck.”

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