Wegberg-Beeck: Flachsmarkt: Diebe nach alter Tradition abgeschreckt

Wegberg-Beeck: Flachsmarkt: Diebe nach alter Tradition abgeschreckt

Auch in diesem Jahr lockte der Heimatverein mit seinem traditionellen Flachsmarkt wieder tausende Besucher auf den Kirchplatz. Das bunte Markttreiben wurde 1982 ins Leben gerufen, im selben Jahr, in dem auch das Flachsmuseum gegründet wurde.

Im Jahr 2001 kam noch das ebenfalls in Beeck beheimatete Volkstrachtenmuseum dazu. Der Markt dient neben dem Erhalt des Brauchtums vor allem zur Finanzierung der Museen und der anderen Aktivitäten des Heimatvereins.

Heinz Gerichhausen betonte bei der Eröffnung, dass der Flachsmarkt in Beeck seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts überliefert ist. Mit dem Wiederaufleben dieses traditionellen Marktes habe man auch ein Zeichen der europäischen Verständigung gesetzt, denn viele der ausstellenden Handwerker stammen aus dem benachbarten Ausland, sogar aus Estland war ein Kunsthandwerker nach Beeck gekommen.

Auch der 28. Flachsmarkt wurde nach altem Brauch eröffnet, indem zur Abschreckung der Diebe eine Stange mit einem hölzernen Schwert und einer Hand auf der Marktplatzmitte aufgestellt wurde. Denn in früheren Zeiten war es Brauch, dass Diebe, die erwischt wurden, einen Finger oder gar die ganze Hand einbüßen mussten.

Anlässlich des Flachsmarktes wird auch der Flachsorden verliehen, mit dem Bürger geehrt werden, die sich in besonderem Maße für die Allgemeinheit einsetzen. Auch die ehemalige Bürgermeisterin Hedwig Klein zählt zu den Preisträgern. In diesem Jahr fiel die Wahl wieder auf eine Frau: Siegrid Neisius.

Sie sei nonstop im Einsatz für „das Buch”, wie der Heimatvereinsvorsitzende Heinz Gerichhausen erklärte. Die pensionierte Lehrerin leitet die Beecker Pfarrbücherei seit 1998 und ist darüber hinaus unermüdlich im Einsatz.

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