Erkelenz: Finanzamt platzt aus allen Nähten: Pläne für Anbau

Erkelenz: Finanzamt platzt aus allen Nähten: Pläne für Anbau

Wenn in Erkelenz Mitarbeitern des Finanzamtes die Decke auf den Kopf fällt, ist das wortwörtlich zu verstehen. So geschehen letztens im madoren Gebäude des Erkelenzer Amtsgerichts, in dem auf der oberen Etage eine Außenstelle des Finanzamtes untergebracht ist.

Es ist übrigens nicht die einzige, eine zweite Außenstelle gibt es auf der Südpromenade unweit des Hauptgebäudes. Das Gebäude ist einfach zu klein, oder anders gesagt: Das Erkelenzer Finanzamt platzt aus allen Nähten und müsste dringend erweitert werden. Pläne dafür gab es in den letzten Jahren zuhauf. Jetzt dürften sie konkret und wahrscheinlich auch realisiert werden dank der GPS, der Gesellschaft für private Stadtentwicklung.

Die GPS möchte auf der Freifläche neben dem Finanzamt, auf der bis vor kurzem noch zwei Wohnhäuser standen, ein Bürogebäude errichten und an das Finanzamt vermieten. Man sei bei den Verhandlungen „relativ weit”, sagt GPS-Geschäftsführer Franz Kraik.

Im Prinzip müssten nur noch die Mietverträge abgeglichen werden. Es sei klar, wie das Gebäude aussehen sollte, das an der Südpromenade und an der Verbindungsstraße zur neuen Zentrale der Kreissparkasse Heinsberg enstehen soll. Es werde ein Bürogebäude sein, das auf die Funktion des Finanzamtes zugeschnitten ist. „Bei allen besteht ein großes Interesse, den Neubau zu errichten”, meint Kraik, der sich ein Hintertürchen offen hält, falls es doch nicht mit dem Finanzamt klappen sollte. „Auf Dauer werden wir diese attraktive innerstädtische Fläche sicher nicht freihalten.”

Für das Finanzamt erklärt Sprecher Thomas Gatzen, es seien noch „letzte Hürden” zu nehmen. Problematisch würde die Angelegenheit dadurch, dass üblicherweise das Finanzamt Gebäude des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) anmietet, in diesem Falle aber ein privater Vermieter Vertragspartner des Finanzamtes sei.

Der Raumbedarf sei unumstritten, werde zwar momentan durch die Nebenstellen gedeckt. Aber man hinge „am Fliegenfänger des Justizministers”. Wenn das Amtsgericht in einen Neubau umziehen und das jetzige Gebäude an der Kölner Straße abgerissen würde, hätten die dort untergebrachten Finanzbeamten tatsächlich keine Decke mehr über dem Kopf.