Hückelhoven: Filmtage: „Junges Kino” in den Wechseljahren

Hückelhoven: Filmtage: „Junges Kino” in den Wechseljahren

Die mittlerweile 39. belgisch-niederländisch-deutschen Filmtage in der Aula sind ein wenig in die Jahre gekommen. Denn viele der Teilnehmer, die als Jugendliche zu den Filmtagen stießen, haben seitdem nicht davon lassen können.

Dementsprechend war das Publikum bei der Eröffnung für Jugendfilmtage auf den ersten Blick sicherlich schon ein wenig zu alt für Jugendfilme. Kann man für gutes Kino zu alt sein?”, entgegnete eine Teilnehmerin aus Hückelhoven, die seit rund 30 Jahren dabei ist und namentlich nicht genannt werden wollte. Stimmt, kann man nicht. Und gutes Kino erwartete die rund 200 angemeldeten Teilnehmer aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland auf jeden Fall.

Das Programm reichte von prämierten Autorenfilmen über Kurzfilme bis hin zu modernen Animationsfilmen. Zur Eröffnung der diesjährigen Filmtage wurde die deutsche Produktion „Vorstadtkrokodile 2” gezeigt, die unter anderem, wie schon der erste Teil auch, in Hückelhoven gedreht worden war.

An drei Tagen wurde in der Aula gezeigt, was das junge Kino in den drei Ländern zu bieten hat, jeweils in der Originalsprache und mit Untertiteln versehen. Dabei falle es den jungen Zuschauern nicht schwer, sich auf die Filme in der oftmals ungewohnten Sprache des Nachbarlandes einzulassen, wie Organisatorin Giselas Münzenberg betonte. Schließlich sei es gerade diese Konfrontation mit fremden Themen und Sichtweisen, die den Charme der Filmtage in Hückelhoven ausmache.

Hückelhovens stellvertretende Bürgermeister Dieter Geitner hob bei der Begrüßung der Teilnehmer hervor, dass die Unterstützung der Filmtage auch zukünftig im städtischen Haushalt vorgesehen sei. An der Qualität der Filmauswahl ließ er keinen Zweifel und verwies darauf, dass der Eröffnungsfilm des Abends „Die Fremde” von Regisseur Feo Aladag als ausländischer Beitrag in den USA für einen Oscar nominiert worden sei. Er dankte vor allem den unermüdlichen Organisatoren um Gisela Münzenberg für ihr Engagement und dafür, dass sie immer wieder Jugendliche aus den drei Nachbarländern nach Hückelhoven holten, um dort gemeinsam über die gezeigten Filme zu diskutieren.

Münzenberg hatte jedoch einige personelle Veränderungen anzukündigen. Denn wie die Filmtage selbst sind auch die Macher in die Jahre gekommen. So gibt der Niederländer Haj Joosten den Stab an seine Nachfolgerin Patricia Peters weiter.

Auch die Belgierin Arlett Billeau war zum letzten Mal dabei, denn der belgische Partner Jekino zieht sich nach 39 Jahren aus finanziellen Gründen aus dem Team zurück. Derzeit stehe sie mit ostbelgischen Institutionen in Verhandlungen, um die belgische Seite im Organisationsteam neu zu besetzen, erklärte Münzenberg. Bisher seien jedoch erst „zaghafte Bande” geknüpft, die ab Januar bei der Planung der 40. Filmtage intensiviert werden.

Zum 40. Geburtstag im nächsten Jahr wollen Münzenberg und ihre Mitstreiter etwas Besonderes auf die Beine stellen, zum Beispiel eine Zeitreise durch die Jahre der Filmtage mit Filmen und Filmemachern, die im Laufe der Zeit in Hückelhoven dabei waren.

Die Arbeit lohnt sich dennoch Die 54-jährige, die als jugendliche Teilnehmerin zu den Filmtagen stieß, denkt noch nicht ans Aufhören. „So lange es mir noch Spaß macht, mache ich auch weiter”, betonte die Aachenerin. „Es ist jedesmal, als ob man nach Hause kommt.” Auch wenn die Finanzierung Kopfzerbrechen bereite, lohne sich die Arbeit. Die nächsten Filmtage finden vom 18. bis 20. November 2011 statt.

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