Waldfeucht-Bocket: Feldkreuz mutwillig zerstört

Waldfeucht-Bocket: Feldkreuz mutwillig zerstört

„Das Kreuz ist in die Erde unseres Lebens eingepflanzt, wer sich in seinen Schatten stellt, braucht vor den Schatten des Lebens nicht davon zu laufen.” Vor ein paar Jahren schrieb eine Bocketerin diese Zeilen in Verbundenheit mit dem Kreuz im Bocketer Feld.

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„Op dr Striek”, konkretisiert Peter Mohren die Lokalität. Es ist Bockets höchster Punkt. Für Radfahrer und Ausflügler eine willkommene Gelegenheit, eine kleine Rast einzulegen, denn von dort hat man einen herrlichen Blick hinunter Richtung Waldfeucht, Breberen und ins niederländische Konningsbosch. Umso größer ist die Fassungslosigkeit über soviel Respektlosigkeit gegenüber religiösen Symbolen.


Aus purer Zerstörungswut wurde das schwere gusseiserne Kruzifix mit Corpus und Kreuzigungsgruppe am Kreuzesende mutwillig vom haltenden Stein gebrochen. Offensichtlich mit weiterer Brachialgewalt durchbrachen die Täter das Kreuz nochmals oberhalb des Korpus und trennten damit den Kreuzbalken samt Strahlen vom Kreuzstamm. „Beide gusseiserne Einzelteile des Kreuzes lagen dann unter Laubresten versteckt im Gebüsch”, erläutert Peter Mohren den Fund. Aus familiärer Verbundenheit betreut Mohren „Pieters Krüzke”, wie es in Bocket auch bekannt ist. Sein Patenonkel Peter Tillmanns hatte 1980 den Stein aus dem Hambacher Forst geholt und hierauf zunächst ein Holzkreuz errichten lassen. „Aus Dankbarkeit, dass er gesund aus dem Krieg zurückgekehrt ist”, so Mohren.

Als Spätheimkehrer kam Peter Tillmanns nach kriegsbedingten Aufenthalten in Lettland und Russland erst 1949 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Nach einer Zerstörung kam an die Stelle des Holzkreuzes Mitte der 80er Jahre ein Messingkreuz. Als dies 1997 abgerissen wurde, ersetzte Peter Tillmanns das frühere Kreuz durch das heutige gusseiserne Kreuz. „Mein Onkel hatte einen Neffen beauftragt, das Kreuz in Österreich zu erstehen”, erläutert Mohren den Hintergrund. Anschließend wurde es gesandstrahlt und neu lackiert, bevor es „Op dr Striek” errichtet wurde, wo es vielen Besuchern mit seiner Ruhebank zu Rast und schönen Eindrücken verhalf.

Dieser mangelnde Respekt vor religiösen Symbolen und der Geschichte, die deren Stiftung zugrunde liegt, macht die Anwohner betroffen. Mohren, der nach dem Tode seines Patenonkels die Betreuung des Kleinods übernommen hat, möchte das Kreuz neu errichten, damit sich die Menschen wieder „in den Schatten des Kreuzes stellen können”, meinte eine Anwohnerin schrieb.