Geilenkirchen: Euregio-Classic-Cup startet erste Rallye und endet beim Oldtimertreffen

Geilenkirchen: Euregio-Classic-Cup startet erste Rallye und endet beim Oldtimertreffen

Freunde des alten Blechs freuen sich auf das achte „Frühlingserwachen“: Rund 1000 Besucher erwarten Winfried Petes, Vorsitzender der Oldtimer IG Grenzland, und Freddy Solty, Geschäftsführer des Sportparks Loherhof, zum 8. Oldtimertreffen auf dem Loherhof. Von 11 bis 18 Uhr werden am Dienstag, 1. Mai, rund 100 Sammler ihre chromblitzenden Fahrzeuge — Autos, Lkw und Kleinkrafträder — zeigen.

Die Oldtimerfreunde freuen sich auf Benzingespräche und auf den Concours d‘ Élégance, bei dem die im Bestzustand befindlichen historischen Automobile bewertet werden. Zustand, Originalität und Schönheit sind hier die entscheidenden Kriterien. Für die drei schönsten Oldtimer gibt es Pokale. Man darf gespannt sein, ob der Marlborough AL 2 aus dem Jahre 1914, der Jaguar XK 150 Coupé aus dem Jahre 1958 oder der Renault Alpine aus dem Jahre 1972 eine entscheidende Rolle spielen.

dcsdc

Auch die Besitzer von Mercedes und Porsche rechnen sich gute Chancen aus. Die Herzen der Zweirad-Freunde schlagen sicher angesichts der Miele aus dem Jahre 1959 höher. Seit 1924 verkaufte Miele Fahrräder, in den 1950er-Jahren wurde das Angebot auch um Motorräder ergänzt. „Egal ob man einen alten Porsche oder eine Ente besitzt: Alle Sammler sind mit Herzblut bei der Sache“, sagt Freddy Solty.

Während die Besucher sich die alten Schätzchen anschauen oder Fachgespräche mit den Sammlern führen, bieten die „Two Harmonies“ Musikalisches aus fünf Dekaden.

Bei diesem Oldtimer-Treffen gibt es eine Besonderheit: Zum ersten Mal endet hier der erste Euregio-Classic-Cup: 41 Oldtimerfreunde aus der Region Aachen starten bei dieser Rallye ab dem Indemann im Kreis Düren. Ab 12.30 Uhr werden die ersten Fahrzeuge auf dem Loherhof eintreffen.

Unter dem Namen Euregio-Classic-Cup e.V. bieten sechs Motorsportclubs aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien acht Oldtimerfahrten dieser Veranstaltergemeinschaft und 20 Rallyes externer Clubs an. Während die Teams auf Traumrouten durch Eifel, Hohes Venn und Mergelland und in die Ebenen der Rhein- und Maasauen geschickt werden, geht es um wertvolle Punkte, die die Fahrer das ganze Jahr über bei den verschiedensten Rallyes im Wettstreit um den Euregio-Classic-Cup sammeln.

Die Rallye vom Indemann zum Loherhof wird von den Oldtimerfreunden Eschweiler organisiert.

Klaus Jansen, zweiter Vorsitzender des Euregio-Classic-Cup e.V.: „Es ist faszinierend, die alte Technik am Laufen zu halten, anderen Menschen zu zeigen und im Wettbewerb zu präsentieren.“

Dass dieser Wettbewerb hohe Ansprüche an Fahrer und Beifahrer stellt, macht er aber auch deutlich. Zwar kennen die Fahrer und Beifahrer das Ziel der Rallye, nicht aber den Weg, der sie zum Ziel führen soll. Sie erhalten vor dem Start Karten, Zeichnungen und Symbole, so genannte Chinesenzeichen, die sie zum Ziel führen sollen. Vorbei an Schildern mit Zahlen, an „stummen Wächtern“, gilt es nun, den richtigen Weg möglichst schnell zu finden.

Wenn möglich, sollte jeder „stumme Wächter“ gefunden werden. Damit es nicht zu einfach und dem Fahrer nicht langweilig wird, werden Sonderprüfungen eingebaut, bei denen möglichst wenig Strafpunkte eingefahren werden sollen. „Fahren Sie die nächsten 3,2 Kilometer mit einem Schnitt von 36,5 km/h“, könnte solch eine Anweisung lauten, nach der der Fahrer versucht, auf die Sekunde genau über die Ziellinie zu fahren. Etwa 30 bis 40 Streckenposten säumen die Route.

„Die Straßenverkehrsordnung ist unbedingt einzuhalten. Wir bauen sogar unsere eigenen Radarfallen auf“, erklärt Klaus Jansen.

Triumph-Fan

Ernst-Willi Kreitz, Sportleiter des Euregio-Classic-Cup, hat diese Rallye zum Loherhof organisiert. Er weiß nur zu genau, dass die Aufgaben auf solch einer Tour für Fahrer und Beifahrer recht kniffelig sind. Da der Fahrer streng nach Anweisung des Beifahrers, der das Kartenmateraial im Blick hat, fährt, rät Freddy Solty scherzhaft: „Wenn man mit seiner Ehefrau fährt, sollte man eine sattelfeste Beziehung haben.“ Und Klaus Jansen warnt lachend: „Nach solch einer Rallye musste auch schon der Scheidungsanwalt tätig werden.“

Aus den Einzelergebnissen solcher Rallyes werden dann die sechs besten Teilnehmer für die Jahreswertung im Euregio-Classic-Cup herangezogen.

Klaus Jansen selbst ist übrigens ein ganz großer Fan von Triumph, in früheren Zeiten in England der Sportwagen des kleinen Mannes. Seinem 90 PS starken Triumph TR 2 aus dem Jahre 1955 wollte er auch einmal sein Heimatland zeigen, und so fuhr er mit ihm 2005 zum European Triumph Meeting in England. „2500 Triumph aus der ganzen Welt waren da zu sehen“, sagt er heute noch mit glänzenden Augen.

Auch wenn das Frühlingserwachen auf dem Loherhof nicht ganz so groß ausfällt: Oldtimerfreunde aus der ganzen Region freuen sich schon, wenn sie ihre chromblitzenden Fahrzeuge, die auch ohne ABS oder ESP, ohne Navi und Parkpilot funktionieren, erstmals wieder in der Maisonne bewegen können.

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