Eschweiler Vatikan-Experte präsentiert sein jüngstes Buch

Kurioses aus päpstlichen Gefilden : Sitting Bull, der Papst und die Scheinheiligen

In Ulrich Nersingers neuestem Werk über „Kurioses aus päpstlichen Gefilden“ spielt auch Eschweiler eine Rolle

 Der Mann ist nicht zu bremsen. Dutzende Bücher hat Ulrich Nersinger bereits verfasst. Sein Thema: die Päpste und der Vatikan. Ein Thema, in dem der Indestädter so zuhause ist wie kaum ein anderer. Wissenswertes und Anekdoten  aus allen Ecken und Epochen des nur 0,44 Quadratkilometer großen Staatsgebildes in der Ewigen Stadt Rom hat Nersinger zusammengetragen.

Mit der Geschichte der Schweizergarde befasste er sich in seinen Publikationen ebenso wie mit den  Zeremonien am päpstlichen Hof, er schrieb über die schnelle Eingreiftruppe des Papstes, die sogar dem FBI-Chef Respekt abverlangt, über die „Arche Petri“, sprich: kleine und große Tiere im Vatikan, über die Polizei des Vatikans im Kampf gegen Räuber, Revolutionäre und Vatileaks, über das Verhältnis der Päpste zum Islam, über die Fahrzeuge der Päpste im Laufe der Jahrhunderte, über den „unbekannten“ Vatikan, der über die Jahrhunderte auch manch heitere Episode erlebte.

Wie zum Beispiel beim Besuch von USA-Präsident Bill Clinton, der sich im Aufzug einem Uniformierten mit Ordensschnallen und Dutzenden funkelnder Auszeichnungen gegenübersah. Clinton salutierte – der vermeintliche Würdenträger, der Aufzugführer, grüßte zurück.

Nersinger berichtet über den „Tatort Konklave“, über Audienzen und Medien, über die päpstliche Feuerwehr und die päpstlichen Luchse in den Gärten des Vatikans. Er schreibt über den Papst und die Frauen, über die vatikanische Museenlandschaft, über Gewänder und Insignien früherer Zeiten, über die passende Kleiderwahl beim Treffen mit dem Pontifex.

Von der heidnischen Antike bis zu den Erneuerungsbestrebungen von Papst Franziskus nimmt Ulrich Nersinger seine Leser mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte, schreibt über frühe Papstgräber und den Angriff amerikanischer Truppen auf die Apostolische Nuntiatur in Panama, wo Staatschef Noriega Asyl gesucht hatte.

Jetzt hat Ulrich Nersinger sein jüngstes Werk auf den Markt gebracht. Eines, das auf 200 Seiten einen Parforceritt durch Kurioses aus päpstlichen Gefilden (so der Untertitel des Buches) unternimmt. „Sitting Bull und der Papst“ ist der Titel des Bande, der dem Leser einen nicht alltäglichen Blick in die oft seltsam anmutende Welt des Papstes und des Vatikans in Geschichte und Gegenwart bietet.

Da geht es um päpstlihe Äußerlichkeiten, päpstliche Vergnügungen, vatikanisch-römisches Brauchtum, um „all the Pope’s men“, um die Welt zu Gast im Vatikan, um das päpstliche Umland und das „vatikanische“ Ausland. Nersinger berichtet über das Parfüm Seiner Heiligkeit, vom Papst auf dem Matterhorn, von Piratenschiffen und Geldwäschern, von „Schnufis“ und Kindersoldaten, von päpstlichen Wasserspielen, von Fastfood mit päpstlicher Approbation. Und davon, wie ein Eschweiler Gastronom mit dem Heiligen Vater Kasse machen wollte.

Das war Anfang August 2005. Was Ulrich Nersinger da in seinem Buch beschreibt, können wir hier verraten, weil sich das Geschehen zum großen Teil in dieser Zeitung abspielte. Damals stand der Weltjugendtag in Köln kurz bevor, und der angekündigte Besuch des Papstes sorgte für einen ganz besonderen „Hype“. Den wollte offenbar ein Eschweiler Discothekbesitzer ausnutzen. Auf Plakaten, Werbebroschüren, von denen ein Typ im Nonnenkostüm den Betrachter angrinste, und im Internet lud er „aus Anlasse des Weltjugendtags in Köln“ zum „Weltjugend-Discotag“ ein. Auf dem Programm: „+ Musik-Picknick, + Abendgebet, + Kreuzweg u.v.m“, verbunden mit literweise Wodka zum Schnäppchenpreis. Auf der Bühne („Der Papst kommt!“) die „Scheinheiligen“, und jedem Besucher im Papstkostüm winkte ein Gutschein. Nicht nur unsere Zeitung kommentierte die „scheinheilige“ Aktion als „dumm, dreist, beleidigend, verhöhnend und verspottend“, zahlreiche Vertreter aus Bürgerschaft, Kirche, Kommunalpolitik und selbst Gastronomie schlossen sich an. Und setzten sich schließlich durch: Die Plakate verschwanden.,,

Sitting Bull und der Papst: Kurioses aus päpstlichen Gefilden
Taschenbuch, 200 Seiten
Verlag Petra Kehl
1. Auflage Mai 2019
ISBN-10: 3947890001
ISBN-13: 987-3947890002
Preis: 12,90 Euro