Kreis Heinsberg: Erstes Unternehmerforum Kreis Heinsberg

Kreis Heinsberg: Erstes Unternehmerforum Kreis Heinsberg

Jazzklänge im abgedunkelten Raum, leuchtend rote Würfel auf einer ganz in Schwarz gehaltenen Bühne. „Schön Sie zu treffen“, warf dazu ein Projektor in ebenso schwarzen Lettern auf die weiße Wand. Nein, nicht in einem Jazzkeller, sondern im großen Veranstaltungssaal ganz oben im Heinsberger Kreissparkassen-Gebäude befanden sich die rund 150 Teilnehmer beim ersten Unternehmerforum Kreis Heinsberg.

Eingeladen dazu hatten gemeinsam die Kreissparkasse Heinsberg und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg.

Pianist Didi Hamann (rechts) vom Trio Eden West war begeistert von Landrat Stephan Pusch bei dessen Premiere am E-Piano.

WFG-Geschäftsführer Dr. Joachim Steiner begrüßte die Gäste, zum ersten Mal seit 19 Jahre ohne Krawatte, wie er verriet. „Amüsant und locker flockig“ sollte der Abend sein. Im Laufe des vergangenen Jahres sei gemeinsam mit der Kreissparkasse die Idee weiterentwickelt worden, Geschäftsführern und Inhabern mittelständischer Unternehmen ein eigenes, exklusives Forum zu bieten, erklärte Steiner.

„Heinsberg — honorig heiter!“: So war das Programm des ersten Abends überschrieben, an dem der Unternehmer und Kabarettist Ferdinand Linzenich selbst Kabarett bot, sich aber auch als Moderator zweiter Talkrunden engagierte. Mit einem Sprung eroberte er ­locker die Bühne und sprach den Gästen sogleich aus dem Herzen. Er hatte das Leid jedes Unternehmers mit Bank, Finanzamt oder Steuerberater amüsant in mehrere Tausend Stunden umgerechnet. In einer kleinen Diashow präsentierte er die Eurokrise am Beispiel des griechischen Rentners „Kostwas Vieleuros“ und lobte die Kreissparkasse als „Glad Bank“.

Was kleine und mittelständische Unternehmen für die Herausforderungen der Zukunft brauchen, diskutierte er mit seinen ersten Gästen an zwei roten Stehtischen: mit Maike Laumen-Theuerzeit, Geschäftsführerin der Modellbau Theuerzeit GmbH, Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, und Bert Wirtz, Präsident der Industrie- und Handelskammer Aachen. Amüsant war dabei der Einstieg, bei dem Linzenich seine Talk-Gäste mit ihren Kinderfotos vorstellte und dabei gedankliche Ausflüge in ihre berufliche Zukunft wagte.

Dem musste sich in einer zweiten Runde auch Landrat Stephan Pusch mit einem Foto aus seiner Sternsinger-Zeit stellen, darüber hinaus WFG-Geschäftsführer Joachim Steiner und der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Thomas Pennartz. Alle drei widersetzten sich vehement der provozierenden Frage des Moderators, ob der Kreis Heinsberg wohl eher als Zonenrandgebiet zu bezeichnen sei.

Zwischendrin und hinterher amüsierte Linzenich sein Publikum mit weiteren kabarettistischen Einlagen, etwa mit einem Ausflug ins Heinsberger Land vor 3000 Jahren. Er nahm seine Zuhörer mit in die Vorstellung, wie es wäre, wenn das Leben nicht mit der Geburt, sondern mit dem Tod begänne. Und er schloss seine Wortbeiträge fast philosophisch ab. „Um Mensch zu bleiben, muss er ab und an verlieren“, gab er den Teilnehmern des Forums mit auf den Weg. Die wahre Größe des Menschen zeige sich in der Not. „Wir werden doch nicht älter, sondern besser!“

Zwischendrin bot das Trio Eden West mit Didi Hamann (Piano), Helmut Klein (Bass) und Dirk Seiler (Drums) Jazz pur. Besonders viel Applaus erntete Hamann, der nach den beiden Talkrunden zuerst Maike Laumen-Theuerzeit und anschließend Stephan Pusch mitnahm an sein E-Piano. „Nur die schwarzen Tasten spielen!“ So lautete die Aufforderung. Beide zeigten dabei viel Taktgefühl und ernteten für ihre Piano-Premieren viel Beifall.

„Ich freue mich, dass Sie unserem Experiment gefolgt sind“, erklärte Pennartz zum Abschluss des zweistündigen Programms, dem noch in diesem Jahr weitere folgen sollen.

(anna)