Aachen/Städteregion: Erleichterung im Städteregionsausschuss

Aachen/Städteregion: Erleichterung im Städteregionsausschuss

Es war durchaus Erleichterung auf den Gesichtern der Schülerinnen und Schüler des Abendgymnasiums und der Abendrealschule zu erkennen, als Städteregionsrat Helmut Etschenberg am Donnerstag im Städteregionsausschuss vor dem Tagesordnungspunkt 5 „Verlagerung von Räumlichkeiten des Abendgymnasiums/der Abendrealschule” das Wort ergriff.

„Es hat ein Treffen von Oberbürgermeister Marcel Philipp, Eltern- und Schülervertretern gegeben”, begann er. Am Ende des Treffens lag eine Alternative auf dem Tisch, die vorher kategorisch von der Verwaltung ausgeschlossen worden war.

2,5 Millionen Euro

Demnach könnte die Musikschule bleiben, wo sie ist - und damit auch Abendrealschule und Abendgymnasium. Das Musikschulgebäude soll im laufenden Schulbetrieb in Sachen Brandschutz und Substanz saniert werden. Die Stadt würde für die Sanierung rund 2,5 Millionen Euro in die Hand nehmen, eine Million davon für den Brandschutz. Stimmt der Stadtrat diesem Vorschlag Ende Mai zu, können die Schülerinnen und Schüler der städteregionalen Abendrealschule und des Abendgymnasiums in der Eintrachtstraße bleiben.

Für den Fall, dass der Rat dem Entschluss nicht zustimmt, hat der Städteregionsrat sich auf folgende Alternative geeinigt: Der gemeinschaftliche Vormittagsunterricht von Abendgymnasium und Euregio-Kolleg Würselen soll zum Schuljahresbeginn 2012/2013 für einen Übergangszeitraum von einem bis maximal zwei Jahre nach Laurensberg in die Johannes-Kepler-Schule verlegt werden. Hierzu bedarf es allerdings noch der Zustimmung vom LVR-Schulausschuss. Dieser tagt am kommenden Montag, 7. Mai, und wird über das Thema beraten.

Sollte der LVR-Schulausschuss dem Vorschlag nicht zustimmen, wird - ebenfalls für einen Übergangszeitraum von ein bis zwei Jahren - der Unterricht vom Abendgymnasium im Euregio-Kolleg in Würselen stattfinden. Sollte es durch den Umzug nach Würselen zu „sozialen Härten” bei den Schülerinnen und Schülern insbesondere bei fahrtechnischen Problemen kommen, werde die Verwaltung beauftragt, unbürokratisch Hilfe zu leisten.

Der Entscheidung für Würselen als Ausweichmöglichkeit war zuvor eine Begutachtung des Krantz-Centers vorausgegangen. Allerdings entspricht das Gebäude an der Krantzstraße nicht den brandschutztechnischen und bauordnungsrechtlichen Anforderungen.

Der Vormittagsunterricht der Abendrealschule wird - wenn der Stadtrat der Sanierung der Musikschule nicht zustimmen wird - ab Beginn des neuen Schuljahrs 2012/2013 befristet für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren im Berufskolleg für Gestaltung und Technik sowie Mies-van-der-Rohe an der Neuköllner Straße in Aachen stattfinden.

Nicole Weiden-Luffy (SPD), Mitglied des LVR-Schulaussschusses, betonte, dass sie den Vorratsbeschluss mit Nachdruck bei der Sitzung am Montag einbringen werde. Insgesamt zeigten sich alle Mitglieder des Städteregionsausschusses erleichtert über den bereits am Donnerstagmittag gefallenen Beschluss von OB Philipp, der Ratsmehrheit von CDU und Grünen, Eltern der Musikschule Vertretern des Fördervereins der Musikschule und der Interessengemeinschaft „Aachener Portal.” Einig waren sich die Mitglieder des Städteregionsausschusses über das große Engagement von Schülern und Eltern; das habe mit Sicherheit zu dieser Lösung beigetragen. Ob nun alles bleibt, wie es ist, hängt von der Entscheidung des Stadtrats Aachen ab.

Gäste der Sitzung im Mediensaal des Städteregionsausschusses waren Gisela Nacken, Aachens Planungs- und Umweltdezernentin, und Polizeipräsident Klaus Oelze. Gisela Nacken stellte das Konzept der Campusbahn vor. Sie betonte, dass die geplante Bahn Verknüpfungspunkte mit der Region haben müsse. Außerdem biete das Projekt die Chance, den städteregionalen öffentlichen Nahverkehr nachhaltig zu stärken. Um die Bürger in der Städteregion über den Stand der Dinge zu informieren - beispielsweise ist mit dem Zielkonzept der Campusbahn eine Strecke von Vaals bis Würselen durch die Aachener Innenstadt geplant - soll es Informationsabende geben. Der erste Termin steht bereits fest. Er findet am Mittwoch, 9. Mai, um 19 Uhr im Schulzentrum Brand statt.

Elektro-Tankstellen

Verbunden mit dem Bau der Campusbahn ist ein Energiekonzept, mit dem Elektrostrom aus regenerativen Energiequellen genutzt werden soll. Dadurch sollen Elektro-Tankstellen geschaffen werden, an denen Autofahrer ihre Elektrowagen aufladen können. Eine Bürgerbeteiligung bei der Trassenfindung sei laut Gisela Nacken nicht geplant: „Ich denke, das sollten wir Fachleuten überlassen.”

Einsatz der „Remok” zeigt offenbar Wirkung

Die Zahl der Straftaten ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr von rund 49.000 auf circa 56.500 gestiegen. Rund die Hälfte davon sind Diebstähle.

Die rechte Szene tritt seit der Gründung der Sonderkommission „Remok” (Rechts motivierte Kriminalität) nicht mehr so provokant auf, wie zuvor. Trotzdem gab es 2010 noch 189 Fälle von politisch rechts motivierter Straftaten.

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