Online ins Museum: Eintauchen in die Welt der kleinen Bildchen

Online ins Museum : Eintauchen in die Welt der kleinen Bildchen

Eine Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum widmet sich Emojis und Co. Wer trotz Corona Kultur erleben will, kann sich ein Video anschauen und sich durch eine gelungene Internetseite zur Ausstellung klicken.

Weltweit werden jeden Tag ungezählte Emojis über Handys und Tablets verschickt. Die kleinen Bildchen zu beinahe allen möglichen Themen sind Teil des Alltags, von manchen geliebt, von anderen gehasst. Immer präsent, manchmal sinnfrei verwendet, können sie Kommunikation erleichtern und erschweren. Mehr als 3000 standardisierte Bildzeichen gibt es heute.

Doch ihre Geschichte hat schon vor 100 Jahren begonnen. Mit der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft der Piktogramme beschäftigt sich die Ausstellung „Piktogramme, Lebenszeichen, Emojis: Die Gesellschaft der Zeichen“, die seit September im Leopold-Hoesch-Museum an den Wänden hängt. Sehen kann sie – zumindest vor Ort – schon lange niemand mehr. Die Ausstellung wurde zwar bereits um zwei Monate bis April verlängert, aber wann die Museen öffnen dürfen, ist noch ungewiss.

Wer trotzdem ein bisschen Kultur schnuppern und sich mit dem spannenden – zugleich aktuellem und historischem – Thema befassen möchte, kann sich ein Video anschauen, in dem Museumsdirektorin Anja Dorn auf die Geschichte der Piktogramme eingeht. Denn schon lange bevor auf dem Smartphone alle möglichen Varianten kleiner Bilder verschickt werden konnten, dienten die vereinfachten bildhaften Darstellungen zum Beispiel der Wissensvermittlung an Menschen, die nicht lesen konnten. Ihre Entwicklung hatte etwa erhebliche Auswirkungen auf die bildliche Aufbereitung von statistischen Daten. Piktogramme begegnen uns nicht nur in der digitalen Kommunikation, sie begegnen uns täglich im öffentlichen Raum und fallen uns manchmal gar nicht mehr auf.

Darüber hinaus können Kunstinteressierte auf www.gesellschaftderzeichen.de einen tieferen Einblick in die Welt der Pikogramme, ihre Geschichte, Gegenwart und Zukunft erhalten und sich digital mit den Ausstellungsobjekten und erläuternden Texten befassen. Online kann sich ein jeder trotz Corona durch die Ausstellung klicken und so den Fragen nachgehen, mit welchen Überlegungen, Zielsetzungen und Hoffnungen die Entwicklung moderner Bildzeichensprachen einschließlich der Emojis verbunden ist und wo deren Chancen, aber auch deren Grenzen liegen.

Die Internetseite zur aktuellen Ausstellung des Leopold-Hoesch-Museums und das ergänzende Video sind eine gelungene Alternative zum klassischen Museumsbesuch und eine schöne Möglichkeit, sich trotz der Pandemie ein bisschen Kultur ins Wohnzimmer zu holen und sich mit meinem aktuellen Thema auseinanderzusetzen. Den Link zum Video gibt es auf www.leopoldhoeschmuseum.de