Kreis Heinsberg: Einsatzeinheiten sind im Ernstfall bereit

Kreis Heinsberg: Einsatzeinheiten sind im Ernstfall bereit

Anlässlich des Weltrotkreuztages haben DRK-Kreisbereitschaftsleiter Jürgen Zoons und sein Stellvertreter Heinz Grevenrath die Frage nach der Zukunft des Katastrophenschutzes in der Region aufgeworfen.

Zoons: „In aller Munde sind natürlich die weltweit über die Medien verbreiteten Großschadensereignisse wie kürzlich in Japan, im vorigen Jahr in Haiti oder der Tsunami vor sechs Jahren in Asien. Die Katastrophe bei der Loveparade im vorigen Juli hat uns allen noch einmal deutlich gemacht, dass Großschadensereignisse auch bei uns jederzeit möglich sind.”

Zoons und Grevenrath erinnerten daran, dass in den zurückliegenden Jahren viel geübt worden sei. Zahlreiche Übungen hätten sich um die Einsatzerprobung für Flugzeugunfälle gedreht. Ein Unfall liege über ein Jahrzehnt zurück, der Kreis sei in den zurückliegenden Jahren von ganz großen Katastrophen verschont geblieben. Zoons: „Aber es könnte auch anders kommen. Im Juli und August 2003 forderte eine bundesweite Hitzewelle über 9000 Menschenleben. 13 Menschen starben bundesweit im Januar 2007 durch den Sturm Kyrill und der auf die hiesige Region begrenzte Sturm Kirsten forderte vor drei Jahren zwei Menschenleben. Die schon Jahre zurückliegenden Erdbeben sowie die latente Hochwassergefahr im Rheingebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden fordern uns auf, wachsam zu sein.”

Grevenrath erklärte: „Mit unseren beiden Einsatzeinheiten, in denen bis zu 120 ehrenamtliche Kräfte nahezu jederzeit einsatzbereit sind, können wir im Ernstfall helfen. Unsere Kräfte errichten Sammelbereiche für Verletzte, helfen bei der Evakuierung und können an den Betreuungsplätzen für Verpflegung sorgen. Dass jeder dieser Ehrenamtler medizinische erste Hilfe leisten kann, ist selbstverständlich.”

Die DRK-Führungskräfte sehen derzeit zwei Probleme: Durch die Aussetzung der Wehrpflicht sei - zumindest auf absehbare Zeit - auch der Zivildienst abgeschafft worden. Bundesweit hätten früher 15000 junge Männer im Katastrophenschutz bei Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen ihren Ersatzdienst abgeleistet. Dieser potenzielle Nachwuchs für die DRK-Einsatzeinheiten fehle zukünftig. Das DRK müsse deshalb - wie andere Hilfsorganisationen auch - noch stärker als bisher um Nachwuchs werben.

Die Umstrukturierungen im Kreis Heinsberg würden ein zusätzliches Problem darstellen. Mit der Kommunalisierung des Rettungsdienstes hätten die Hilfsorganisationen keine direkte Möglichkeit mehr, ihre ehrenamtlich Aktiven durch eine regelmäßige Beteiligung an diesen Diensten für den Katastrophenschutz fachlich fit zu halten. „Die Kreispolitik hat uns zwar mehrfach - auch öffentlich - eine Beteiligung des Ehrenamtes am Rettungsdienst zugesagt, um genau diese hohe Fachlichkeit der Helferinnen und Helfer zu erhalten. Aber”, so Zoons, „konkrete Vorschläge zur Ausgestaltung der politischen Absicht liegen uns noch nicht vor.”