Kreis Düren: Eine Bürgerbewegung der menschlichen Zuwendung

Kreis Düren: Eine Bürgerbewegung der menschlichen Zuwendung

„Die moderne Medizin kann Leben verlängern, aber sie ändert nichts an der Endlichkeit unseres Daseins”, sagte Gerda Graf und machte damit deutlich, dass Sterben ein wichtiger Teil des Lebens ist und gut vorbereitet sein sollte. Die Hospizbewegung Düren-Jülich hatte zu der Podiumsdiskussion „Hospiz bewegt den Kreis Düren” in das Krankenhaus Düren eingeladen.

1. Vorsitzender und Palliativmediziner Dr. Martin Franke, Krankenhausseelsorger Toni Straeten, die Koordinatorin Bettina Hagedorn, Waldemar Radtke, Regionaldirektor AOK Rheinland Hamburg, die ehrenamtliche Mitarbeiterin Christa Leroy und Dr. Margret Peek-Horn, Angehörige eines begleiteten Menschen, stellten sich den zahlreichen Fragen der rund 60 Interessierten. Die Moderation übernahm die stellvertretende Vorsitzende Gerda Graf.

„Vier Säulen machen die Hospizbewegung aus”, erklärte Graf: „Spiritualität, psychosoziale Begleitung und Beratung, palliative Pflege und die Vermittlung palliativer, also schmerztherapeutischer Medizin”. Ziel der ambulanten Hospizbewegung ist es, schwerstkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen zu begleiten, so dass sie nach Möglichkeit zu Hause in der vertrauten Umgebung bleiben können.

Wie wichtig es ist, in diesen schwersten Stunden professionelle Hilfe zu haben, schilderte Dr. Peek-Horn aus persönlichem Erleben: „Angehörige brauchen objektivierende Unterstützung. Den Tod aus erfahrenem Blick des Nichtbetroffenen ins Auge zu nehmen, ist sehr wichtig”, erzählte sie.

Aber nicht nur in dieser Hinsicht habe sie viel Unterstützung durch die Hospizbewegung erfahren. „Auch um durch das Gestrüpp der Beerdigungs- und Nachlassbürokratie zu kommen, braucht man jemanden, der einen an die Hand nimmt. Man müsste einmal Probesterben können, um im Ernstfall mit den Vorschriften in Deutschland klar zu kommen”, beklagte Dr. Margret Peek-Horn.

Inzwischen hat die Hospizbewegung Düren-Jülich 80 ausgebildete, ehrenamtliche Mitarbeiter, die von der Psychologin Bettina Hagedorn koordiniert und befähigt werden. „Wir sind eine Bürgerbewegung, die nicht über den monetären Weg, sondern über menschliche Zuwendung arbeitet. Die ambulante Hospizbewegung unterstützt die Angehörigen, wo sie überfordert sind. Wir führen Gespräche mit der Familie, mit dem Sterbenden, bieten qualitative Pflege an oder gehen auf die Palliativstationen”, erläuterte Hagedorn und betonte, dass durch diese Begleitung wieder mehr Angehörige den Mut fänden, die Sterbenden zu Hause zu pflegen.

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