Wassenberg: Ein Sender von Senioren für Senioren

Wassenberg: Ein Sender von Senioren für Senioren

„Gibt es bestimmte Musikwünsche für die nächste Sendung?” Hardy Virnich, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Johanniter-Stift Wassenberg, blickt fragend in die Runde. Katharina Fischer, Emma Schreiber, Hanns Günther Merk und Marianne Holter brauchen nicht lange, bis sie ein Lied nach dem anderen nennen.

Darunter so bekannte Schlager wie „Ich möchte noch mal Zwanzig sein” und „Auf der Schwäbchen Eisenbahn”. Alle vier Bewohner der Einrichtung wissen, was ihre Mitbewohner mögen.

Deshalb sind sie auch zur Redaktionssitzung des hausinternen Radios, dem „Johanniter-Radio Wassenberg” für Bewohner, Mitarbeiter und Gäste, gekommen. Auch Natalia Maier, Leitung Sozialer Dienst, und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Heidi Helten nehmen teil.

Denn die Redaktionssitzung ist offen für alle und findet ein Mal im Monat statt, seitdem es das hausinterne Radio gibt. Die Idee zum Projekt „Johanniter-Radio Wassenberg” hatte Hardy Virnich. Anfang letzten Jahres habe er sich ans Johanniter-Stift gewandt, um seine Dienste als Ehrenamtlicher mit einem Radio-Projekt anzubieten, zumal er das technische Equipment besaß.

Mit ins Boot holte er seinen Bekannten Bernd Heffels, der als Technikspezialist ehrenamtlich die technische Leitung übernahm. Ein halbes Jahr dauerte es, bis das Radio stand. Am 10. November 2010 von 10 bis 12 Uhr wurde das erste Mal gesendet und am 7. Dezember das hausinterne Radio als „Johanniter-Radio Wassenberg” eingeweiht.

Seitdem sendet das Radio regelmäßig. Zu bestimmten Zeiten ist es im Erdgeschoss und auf den Wohnbereichen 1 und 2 zu hören. Jeden Dienstag von 14 bis 15.30 Uhr gibt es die Sendung „Musikcafé”, bei der alte Schlager und Volkslieder gespielt werden. Ab 10 Uhr am Mittwoch lässt Hardy Virnich unter dem Titel „Schlager, die man nie vergisst” alte und neue Schlager erklingen. Von 11 bis 12.15 Uhr ist die „Stunde der Volksmusik”, wo unter anderem Wanderlieder zu hören sind.

An beiden Tagen findet in der Zeit des Sendebetriebs ein Radiocafé im Erinnerungszimmer statt, dienstags unter der Betreuung von Heidi Helten.

„Die Musikrichtung entspricht den Bedürfnissen der Generation, die hier lebt”, sagt Hardy Virnich. Deshalb sollen die Bewohner Einfluss haben auf die Programmgestaltung.

„Zumal es ja ein Radio von Bewohnern für Bewohner sein soll”, wie Virnich betont. Und so geben die Bewohner gerne Musikwünsche ab. „Meine Tür zum Studio im Werkraum des Erdgeschosses steht für jeden offen”, so Hardy Virnich. Die Bewohner nutzen dieses Angebot gerne und statten ihrem Moderator einen Besuch ab, um auch während einer Sendung persönliche Grüße auszustellen, Gedichte oder Geschichten vorzulesen.

Zudem werden während der Sendezeit die Veranstaltungen der Wochen und besondere Angebote bekannt gegeben sowie Geburtstagswünsche ausgerichtet. Zu bestimmten Themen lädt Hardy Virnich Interviewpartner ein. So soll es demnächst um das Thema „Schlesien” gehen. Der ehrenamtliche Mitarbeiter hat noch viele Ideen, um das hausinterne Johanniter-Radio zu verbessern.

Deshalb wären die Bewohner und Mitarbeiter auch froh, wenn sich Sponsoren für eine bessere Technik finden würden. Zudem schwebt Virnich vor, einen Jingle mit einem kleinen Bewohnerchor aufzunehmen.

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