Alsdorf: Ein 45-Sekunden-Film, der aufrütteln soll

Alsdorf: Ein 45-Sekunden-Film, der aufrütteln soll

Die Botschaft ist klar und kommt gleich rüber: Seht hin, greift ein, verhindert Gewalt! Was Jugendliche aus Stolberg und Eschweiler jüngst als Schauspieler vor der Kamera geleistet haben, soll Kinobesuchern möglichst nahegehen.

Es ist ein besonderer Beitrag zur Aktion „Im Blick - Zivilcourage stärken”, die alle Jugendämter in der Städteregion gemeinsam gestartet hatten.

Am Freitag haben die Jugendlichen Sebastian Stürtz, Juniorchef des Alsdorfer Cinetowers und des Aachener Cineplex-Kinos, den 45-sekündigen Trailer überreicht. Ab kommendem Donnerstag soll er bei den Vorstellungen in Alsdorf im Vorprogramm laufen. In Aachen werden die Säle derzeit digital umgerüstet, anschließend wird er auch dort gezeigt.

Bei aller Kürze des Films war seine professionelle Produktion eine aufwändige Sache. Im März 2011 hatte Anna Zeien, pädagogische Mitarbeiterin der Beschäftigungsgesellschaft low-tec, einer von gut 60 Kooperationspartnern der Aktion der Jugendämter, Jugendliche angesprochen und für das Filmprojekt geworben. Zunächst stand Theorie auf dem Plan, das Reden über Erfahrungen mit Gewalt, Rollenspiele, der Blick auf die Opfer- und Täterrolle.

Schließlich schrieben die Jugendlichen ein Drehbuch für die kurze Szene, die im Film vor grauem Hintergrund spielt, weil sie sich vielerorts zutragen könnte: Ein Jugendlicher droht einem anderen Prügel an. Viele stehen daneben, sehen zu. Der Zuschauer hört ihre Gedanken: „Was will der?”, „Der soll aufhören!”, „Da muss man doch was machen!”. Bis einer einschreitet und die anderen es ihm nachtun, sie sich gemeinsam gegen die Gewalt stark machen.

„Das ist eine nachhaltige Sache”, sagt Herbert Heinrichs, Leiter des Alsdorfer Jugendamts. Der vom Bundesministerium für Familie geförderte Spot hole die Jugendlichen in ihrer Realität ab, und ein Kinosaal sei ein idealer Ort, ihn zu zeigen.

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